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Mysteriöses Schiffwrack verwundert Forscher: Es war womöglich sehr bedeutend

Ein archäologischer Fund am Meeresgrund löste eine internationale Kontroverse aus. Neue Indizien könnten belegen, dass das versunkene Schiff einst einem bedeutenden Entdecker gehörte.

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Liegt vor der Küste Amerikas das nasse Grab eines der bedeutendsten Schiffe der Geschichte? Der archäologische Fund des möglichen Schiffwracks von James Cooks Endeavour war eine wissenschaftliche Sensation. Unter Expertinnen und Experten war er jedoch nicht unstrittig. Mittels neuer Erkenntnisse könnte nun die Authentizität des Wracks bewiesen worden sein.

Archäologischer Fund: Der Entdecker und sein Schiff

Egal ob die Titanic oder die Santa Maria, auf der Christoph Kolumbus Amerika entdeckte, einige Schiffe sind in die Geschichte eingegangen. So auch die HMB Endeavour des britischen Seefahrers James Cook (1728 bis 1779). Der stolze Kreuzer begleitete den Entdecker auf einigen seiner bedeutendsten Exkursionen.

Im Auftrag der britischen Krone unternahm James Cook im 19. Jahrhundert mehrere Fahrten durch den Pazifischen Ozean. Dabei entdeckte er viele zuvor unbekannte Inseln, kartografierte erstmals neue Seewege und entwickelte bahnbrechende Maßnahmen gegen Skorbut. Seine besonders bedeutenden frühen Reisen fanden an Bord der Endeavour statt.

1775 verkaufte die britische Marine die Endeavour jedoch an private Händler. Dabei wurde das Schiff auf den Namen Lord Sandwich II umgetauft und kam zuletzt während der Blockade des Hafens von Newport, Rhode Island im amerikanischen Unabhängigkeitskrieg (1775 bis 1783) zum Einsatz. Während Kampfhandlungen im August 1778 ließen die Briten den Kreuzer absichtlich versenken.

Viele Jahre später machten amerikanische und australische Forschende in den unwirtlichen Wassern südlich von Boston einen erstaunlichen archäologischen Fund. Sie fanden die Wracks vierer Schiffe, bei denen es sich wahrscheinlich um die im Unabhängigkeitskrieg versenkten Blockadeschiff handelte, schreibt das an der Entdeckung beteiligte Australian National Maritime Museum. Das belegen Flutlöcher im Rumpf der Schiffe. Doch die Frage, ob eines von ihnen auch die Endeavour ist, ließ sich bislang weniger eindeutig beantworten.

Auch spannend: Dieser archäologische Fund zeigt eine Schatzkammer in einer versunkenen antiken Stadt.

Kontroverse um archäologischen Fund womöglich geklärt

Als Forschende des Australian National Maritime Museum im Februar 2022 den archäologischen Fund öffentlich als das Wrack HMB Endeavour deklarierten, schreibt der Sydney Morning Herald, lösten sie damit eine wissenschaftliche Kontroverse aus. Unter manchen Historikerinnen und Historikern galt diese Einschätzung als verfrüht und sensationshaschend. Selbst die Forschungspartner vom Rhode Island Maritime Archaeology Project kritisierten ihre Kollegen. Man solle lieber historische Fakten sprechen lassen, statt sich von „australischen Gefühlen oder Politik“ zu vorschnellen Interpretationen verleiten lassen.

Doch eben jene Fakten habe das Australian National Maritime Museum laut eigener Website sehr wohl mit einbezogen. Diese lassen nur die Interpretation zu, dass es sich bei dem archäologischen Fund um das Wrack der Endeavour handelt.

Einer der bedeutendsten Beweise sei beispielsweise das Holz im Schiffrumpf. Drei der gefundenen Wracks bestehen aus nordamerikanischen Holzsorten. Demnach wurden sie höchstwahrscheinlich auch in Amerika hergestellt. Das andere Schiff jedoch wurde aus britischer Eiche und demnach im Vereinigten Königreich gefertigt. Das unterschiedliche Material sei ein klares Indiz, dass es sich um die in England hergestellte Endeavour handelt.

Neue Untersuchungen nahezu deckungsgleich mit historischen Plänen

Wie es im Sydney Morning Herald heißt, untermauern aktuelle Untersuchungen die These nun noch stärker. Bei jüngsten Grabungen unter Wasser entdeckte man unter anderem einen Pumpenschacht in den Kielräumen.

Lage und Design des Pumpensystem gleichen dabei exakt jenem, welches auf Konstruktionsplänen der Endeavour aus dem Jahr 1768 dargestellt ist. Als die australischen Forschenden Pläne der Fundstelle über jene aus dem historischen Archiv legten, erwiesen diese sich als nahezu deckungsgleich. Dadurch, so behauptet das Australian National Maritime Museum, ließe sich das Schiffwrack eindeutig als die Endeavour identifizieren.

Quellen: Australian National Maritime Museum, The Sydney Morning Herald

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