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Archäologischer Fund in Hamburg verblüfft Forscher: „Übertrifft unsere Erwartungen“

In Hamburg entdeckten Forschende die Überreste eines bereits vor über 300 Jahren errichteten Gasthauses. Der archäologische Fund zeigt den damaligen Reichtum der Elbmetropole.

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Bis heute erweist sich Hamburg wegen seines berühmten Hafens als Tor zur weiten Welt. Dass das auch vor Jahrhunderten nicht anders war, belegt nun ein neuer archäologischer Fund. In den Überresten eines historischen Wirtshauses entdeckte man kostbare Schätze aus verschiedenen Ländern.

Archäologischer Fund: Bedeutendes Wirtshaus in Hamburg

Von 1819 bis 1965 stand in Hamburg-Harburg das Gasthaus „Zum Weißen Schwan“. Doch auch schon vorher dürfte sich an gleicher Stelle ein bedeutendes Etablissement befunden haben. Das zumindest nahmen Archäologinnen und Archäologen aufgrund historischer Aufzeichnungen bislang an. Durch archäologische Funde beweisen konnten sie dies allerdings noch nicht.

Aktuelle Grabungen, die bereits im Juli begannen und weiterhin andauern, lieferten jetzt erst den Beweis. Wie die dpa (via Süddeutsche Zeitung) berichtet, konnte man die Fundamente eines Vorgängerbaus freilegen. Diese dürfte zwischen 1695 und 1709 errichtet worden sein. Der Fund von Speise- und Trinkgeschirr lässt vermuten, dass das Gebäude damals ebenfalls als Gaststätte gedient haben könnte.

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Kostbare Relikte belegen historischen Reichtum

Ein Detail half dabei, den archäologischen Fund zu datieren. Im Bereich des jahrhundertealten Fundaments entdeckte man eine Silbermünze, die den dänischen König Christian V. darstellt und aus dem Jahr 1695 stammt. Doch dabei handelt es sich nicht um den einzigen Schatz aus dem Ausland, den man in Hamburg freilegte.

Ebenso stießen die Forschenden auf Überreste einer henkellosen Tasse, eines sogenannten Koppchens. Diese besteht aus chinesischem Imari-Porzellan und lässt sich auf die Kangxi-Ära (1661 bis 1722) datieren. Der archäologische Fund belegt nicht nur die schon damals weitreichenden Handelbeziehungen Hamburgs, erläutert Rainer-Maria Weiss, Direktor des Archäologischen Museums und Landesarchäologe der Stadt. Er zeige auch den Reichtum der damaligen Bewohnerinnen und Bewohner der Elbmetropole auf.

Archäologische Funde übertreffen Erwartungen

„Schon der bis jetzt erreichte Erkenntnisstand ist außerordentlich hoch einzuschätzen und übertrifft unsere Erwartungen“, zeigt sich Weiss von den neuen Entdeckungen sichtlich begeistert. „Die große Bandbreite der archäologischen Spuren und die Anzahl und Qualität der einzelnen Funde belegen die hohe Bedeutung, die der Region seit Hunderten von Jahren nicht nur als Siedlungsgebiet, sondern auch als Verkehrsknotenpunkt zukam“

Bei weiteren Untersuchungen hofft man nun vor Ort noch mehr historische Artefakte freizulegen. Die Ausgrabungen sollen noch bis April kommenden Jahres fortgesetzt werden.

Quelle: dpa (via Süddeutsche Zeitung)

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