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Archäologin staunt über mysteriöses Objekt: „Ganz anders“

Ein archäologischer Fund aus der angelsächsischen Periode versetzt eine britische Forscherin ins Staunen. Doch das kunstvolle Artefakt umgibt auch ein großes Geheimnis.

© Mariana Rusanovschi - stock.adobe.com

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Mit seinem Metalldetektor stieß ein Schatzsucher in England überraschend auf ein faszinierendes historisches Objekt. Eine Expertin konnte den archäologischen Fund der Epoche der Angelsachsen (450 bis 1066 nach Christus) zuordnen. Doch auch der Fachfrau gelang es längst nicht, alle seiner Mysterien zu entschlüsseln.

Archäologischer Fund mit Liebe zum Detail

Der archäologische Fund ereignete sich nahe der Ortschaft Langham in Norfolk, wie die BBC berichtet. Es handelt sich um ein leicht zerbeultes, flaches und zylinderförmiges Objekt, das höchstwahrscheinlich aus einem Mix aus Goldpulver und aus Spanien importiertem Quecksilber hergestellt wurde.

Neben seinen leuchtenden Farben begeistert das Artefakt mit seiner Symbolik. Prominent in der Mitte des lediglich 19,4 Millimeter kleinen Schmuckstücks befindet sich ein sich nach hinten umschauendes Tier, wahrscheinlich ein Pferd.

Archäologische Funde dieser Art seien nicht selten, verrät die Historikerin Helen Geake. Dennoch lässt sich über ihren damaligen Verwendungszweck bis heute nur rätseln. Das jüngst gehobene Objekt sei dabei nochmal „ganz anders“ als Funde ähnlicher Art. „Es ist so winzig, doch es wurde mit solcher Vorsicht hergestellt wie eine Bibel oder ein Stück Schmuck“, staunt die Beamtin für Funde in Norfolk.

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Bedeutung unklar

Obwohl sich an dem archäologischen Fund viele Details ablesen lassen, ist seine Bedeutung bislang unklar. Es ist gut möglich, dass das aus dem späten achten oder frühen neunten Jahrhundert nach Christus stammende Objekt damals das Ende eines längst verrotteten Stabes zierte. Es könnte darüber hinaus mit der Christianisierung Englands zusammenhängen.

Auf einer Seite des Artefakts befindet sich ein spiralförmiges Muster, welches Dr. Geake aus dem Evangeliar von Lindisfarne (siebtes oder achtes Jahrhundert) oder dem Book of Kells (achtes oder neuntes Jahrhundert) wiedererkannte. Bei beiden handelt es sich um illustrierte Handschriften der vier Evangelien des Neuen Testaments. Sie entstammen somit der Endphase der Christianisierung Englands, die das Ende der angelsächsischen Kultur einläutete.

Auch wenn die Bedeutung und die Verwendung ungeklärt bleiben, ist der archäologische Fund dennoch ein wichtiges Überbleibsel aus einer besonders prägenden Epoche der englischen Geschichte. Er zeigt vor allem, dass sich die damaligen Bewohnerinnen und Bewohner der Insel auf ausgefeiltes Kunsthandwerk verstanden. „Es wurde von jemandem mit einem wahren Auge für Schönheit geschaffen“, hält Dr. Geake fest.

Quelle: BBC

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