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Studie: Archäologische Funde geben Hinweis auf 9 verborgene Gesellschaften

Archäologische Funde geben uns einen Einblick in prähistorische Zeiten. Hin und wieder können sie unsere Vorstellungen völlig über Bord werfen.

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Die 5 wichtigsten archäologischen Funde aller Zeiten

Jahrtausende menschlicher Kultur bringen auch nach langer Zeit immer wieder erstaunliche Erkenntnisse hervor.Wir zeigen dir die fünf wichtigsten archäologischen Funde aller Zeiten.

Jack Baker, ein Doktorand an der Universität Bordeaux, leitete eine bedeutende Studie über prähistorischen persönlichen Schmuck. Diese Forschung untersuchte die Verzierungen antiker Europäer*innen, die zwischen 34.000 und 24.000 Jahren zurückdatieren. Sie analysierten über 100 Arten von archäologischen Funden, hergestellt aus Muscheln, Elfenbein und anderen Materialien, und enthüllten die Existenz von mindestens neun verschiedenen kulturellen Gruppen.

Archäologische Funde analysiert

Die Studie, veröffentlicht in Nature Human Behaviour, beinhaltete die Untersuchung von 134 Perlenarten von 112 Standorten in ganz Europa. Diese Orte umfassten Paviland in Wales und Kostenki in Russland. Die Perlen, die sowohl in Bestattungs- als auch in Wohnstätten gefunden wurden, variierten stark in Design und Material, von Elfenbein, das in eulenähnliche Formen gefertigt wurde, bis zu Perlen, die wie menschliche Brüste geschnitzt waren, Bernsteinanhänger und verschiedene Tierzähne.

Bakers Forschung zeigte regionale Variationen in persönlichem Schmuck. In Osteuropa dominierten Verzierungen aus Elfenbein, Zähnen und Stein. Im Gegensatz dazu verwendete Westeuropa auffällige Farben wie Rottöne, Pink und Blau in ihren Dekorationen. Diese Unterschiede in den Schmuckstilen wurden von Faktoren wie Materialverfügbarkeit, kulturellem Austausch und sozialem Status beeinflusst.

Die Studie hob auch Unterschiede in der Verzierung zwischen archäologischen Funden, etwa Bestattungsstätten und Wohnräumen, hervor. Kulturelle Unterschiede waren in Bestattungsriten ausgeprägter, was auf die Bedeutung des Standortkontextes für das Verständnis antiken menschlichen Verhaltens hinweist. Marjolein Bosch, eine paläolithische Zooarchäologin, äußerte sich über die Wirksamkeit der Studie, vielfältige schmückende Praktiken und ihre kulturelle Bedeutung im Leben und im Tod aufzuzeigen.

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Prähistorische Kulturenvielfalt

Obwohl die Ergebnisse der Studie weitgehend mit vorhandenen paläogenomischen Daten übereinstimmten, identifizierten sie auch eine ausgeprägte Kultur ohne entsprechende genetische Nachweise. Dies wies auf die komplexe Beziehung zwischen Genetik und Kultur hin. Sheela Athreya, Professorin an der Texas A&M University, betonte, dass Gene nicht gleich Kultur sind und dass die Identität erheblich von kulturellen Faktoren geprägt wird.

Bakers Studie unterstreicht die menschliche Widerstandsfähigkeit und Kreativität, sogar während der rauen Eiszeitbedingungen. Sie zeigt, wie unsere Vorfahr*innen nicht nur überlebten, sondern auch ihre Identitäten durch schöne und vielfältige persönliche Verzierungen ausdrückten, was auf eine reiche kulturelle Vielfalt hinweist, die weiterhin Einblicke in die menschliche Geschichte bietet.

Quellen: „Evidence from personal ornaments suggest nine distinct cultural groups between 34,000 and 24,000 years ago in Europe“ (Nature Human Behaviour, 2024); Scientific American

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Dieser Artikel wurde mit maschineller Unterstützung (KI) erstellt und vor der Veröffentlichung von der Redaktion sorgfältig geprüft.

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