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Archäologischer Fund lässt staunen: Das kann Pandemien auslösen

Historische Daten bezeugen, dass der Klimawandel für die Ausbreitung und Verstärkung von Krankheiten im alten Rome verantwortlich war.

© Getty Images/DKosig

Die 5 wichtigsten archäologischen Funde aller Zeiten

Jahrtausende menschlicher Kultur bringen auch nach langer Zeit immer wieder erstaunliche Erkenntnisse hervor.Wir zeigen dir die fünf wichtigsten archäologischen Funde aller Zeiten.

Aktuell ist der Klimawandel präsenter denn je. Aber auch vor hunderten Jahren schon war das Phänomen aktiv. Eine Studie zeigt nun, wie selbst kleine Veränderungen die menschliche Gesundheit beeinflussen können. Der archäologische Fund zumindest beeindruckt.

Archäologischer Fund: So beeinflusste der Klimawandel Krankheiten

Veröffentlicht wurden die Forschungsergebnisse zum archäologischen Fund im vergangenen Monat von Karin Zonneveld von der Universität Bremen und Kolleg*innen in der Zeitschrift Science Advances. Sie stellen den Zusammenhang zwischen Klimaschwankungen und Pandemieausbrüchen im alten Rom dar. Die Wissenschaftler*innen stützten sich dafür auf eine Analyse der klimatischen Bedingungen in Süditalien über acht Jahrhunderte hinweg, also etwa von 200 vor Christus (v. Chr.) bis 600 nach Christus (n. Chr.).

Dazu rekonstruierte man im Detail die Temperatur und die Niederschläge von der Blütezeit des Reiches bis zum siebten Jahrhundert, als es sich aufgespalten hatte und das westliche Reich zusammengebrochen war. Zudem überprüften die Forschenden den Zeitraum vom römischen Klimaoptimum bis zur spätantiken kleinen Eiszeit.

Den Untersuchungen zufolge waren die klimatischen Bedingungen bis etwa 100 n. Chr. und insbesondere nach 130 n. Chr. hervorragend. Dann wurden sie instabil, brachten eine Reihe an Kälteeinbrüchen mit sich, wie die Autor*innen schlussfolgerten. Ebendiese Kälteeinbrüche brachte man mit aufkommenden Pandemien in Verbindung, die in der Justinianischen Pest in den 540er Jahren gipfelten.

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Verursacht schlechtes Wetter Pandemien?

Temperaturschwankungen allein führten nicht zu den Krankheitsausbrüchen, das erledigten Yersinia pestis-Bakterien. Der Klimawandel könnte allerdings die Nahrungsmittelversorgung gestört, die Immunität der Menschen geschwächt und „die Verwüstung verstärkt haben“, so die Autoren.

Zunehmende Ernteausfälle bei ungewöhnlichem Wetter könnten Krankheitsausbrüche entweder ausgelöst oder verstärkt haben. Zudem beeinflusst das Klima nicht nur Menschen, sondern auch Krankheitserreger. So ist das Wetter beispielsweise in der Lage, die Ausbreitung eines übertragenden Insekts oder seine Wanderung zu beeinflussen.

Es gebe keine klaren Grenzen zwischen dem Auftreten von Pandemien und schlechtem Wetter: „Die Mechanismen, die physikalische Klimaveränderungen und Infektionskrankheiten miteinander verbinden, sind ausgesprochen komplex“, heißt es in der Studie.

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Quellen: Science Advances

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