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Schneeinferno trifft Europa: Blizzard lieferte bis zu 3 Meter Neuschnee

Ein Blizzard legte überraschend ganze Städte lahm. Doch wie entsteht so ein Sturm überhaupt?

© Rico Löb - stock.adobe.com

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Ein schwerer Blizzard mit Hurrikan-ähnlicher Kraft erreichte Europa in der Nacht auf den 1. Februar, wobei besonders die norwegische Küste im Fokus stand. Wetterstationen entlang der norwegischen Küste verzeichneten Hurrikan-Böen, mit Windgeschwindigkeiten von über 220 Kilometern pro Stunde (km/h) im Norden und über 130 km/h in der Nähe von Oslo. Der Sturm, angetrieben von einem Tiefdruckgebiet über dem Atlantik, begann im Süden Norwegens und breitete sich entlang der Küste aus, wobei massive Schneefälle aufgrund der Minustemperaturen mitgebracht wurden.

Blizzard erreicht Skandinavien

Dem norwegischen Wetterdienst Yr zufolge sagten Modelle einstimmig Schneeanhäufungen von über 200 Zentimetern bis zum Wochenende voraus, wobei das SWISS-MRF Modell bis zu 300 Zentimeter Schnee in Teilen der Provinz Hordaland in der Nähe von Bergen vorhersagte. Yr warnte außerdem vor Lawinengefahren und riet der Bevölkerung, riskante Gebiete zu meiden, während maritime Warnungen für starke Vereisungen aufgrund des Sturms ausgesprochen wurden.

Als der Sturm fortschritt, zog er über den nördlichen Teil Schwedens und Finnlands in Richtung Arktis und hinterließ eine Spur von schwerem Wetter und starken Schneefällen. Dieses ungewöhnliche Wetterphänomen wird voraussichtlich zu außergewöhnlichen Schneeanhäufungen für Skandinavien führen, was ein seltenes Blizzard-Ereignis für Europa darstellt. Die kalten Luftmassen, die den Blizzard begleiten, könnten auch Deutschland beeinflussen, wobei die Möglichkeit für Schnee und deutlich niedrigere Temperaturen Anfang nächster Woche besteht.

Nach einem milden Wochenende mit Temperaturen von bis zu neun Grad Celsius erwartet der Deutsche Wetterdienst (DWD) einen Temperaturrückgang in Regionen wie Köln, mit Vorhersagen, die Werte knapp über dem Gefrierpunkt anzeigen. Einige Wettermodelle deuten sogar auf einen weiteren Temperaturabfall rund um den Karneval hin, möglicherweise unter den Gefrierpunkt.

Was ist ein Blizzard überhaupt?

Ein Blizzard entsteht, wenn kalte Luftmassen, die eine ausreichende Feuchtigkeitsmenge enthalten, auf starke Winde treffen, die mit Geschwindigkeiten von mindestens 56 km/h wehen. Diese Winde werden oft durch große Temperaturunterschiede zwischen warmen und kalten Luftmassen angetrieben, die ein Tiefdrucksystem bilden. Wenn diese kalten, feuchten Luftmassen über Land strömen, führt die Kombination aus niedrigen Temperaturen, starkem Wind und Feuchtigkeit zum Fallen von Schnee. Die Winde wirbeln den Schnee auf und reduzieren die Sichtweite erheblich, während die anhaltende Schneefallaktivität zu erheblichen Schneeanhäufungen führt.

Für die offizielle Definition eines Blizzards müssen diese Bedingungen mindestens drei Stunden lang anhalten.

Ein Blizzard wird durch starke Winde, erhebliche Schneefälle und sehr niedrige Sichtweiten charakterisiert. Er unterscheidet sich von einem gewöhnlichen Schneesturm hauptsächlich durch die Windgeschwindigkeit und die reduzierte Sichtweite. Für seine offizielle Definition müssen die starken Winde und die geringe Sichtweite durch Schnee oder Schneeverwehungen für mindestens drei Stunden andauern. Blizzards können extrem gefährlich sein, da sie zu Verkehrsbehinderungen, Stromausfällen und in einigen Fällen zu lebensbedrohlichen Bedingungen führen können.

Quellen: Yr; kachelmannwetter; Deutscher Wetterdienst

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