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Archäologischer Fund: „Unglaublich seltenes“ Konstrukt gefunden – es hatte eine geheimnisvolle Funktion

Bei Ausgrabungen sind Fachleute auf einen spannenden archäologischen Fund gestoßen. Er ist sehr selten und bietet neue Einblicke in die Vergangenheit.

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Zwar mag man bei wissenschaftlichen Ausgrabungen zunächst das Bild von Leuten auf weiter Flur, die im Dreck rumwühlen, vor Augen haben. Aber nicht selten gelingen neue archäologische Funde inmitten von dicht besiedelten Gegenden oder gar Metropolen. So konnten Forscherinnen und Forscher mitten in London ein sehr seltenes Konstrukt entdecken.

Archäologischer Fund: Römisches Grabesbett gehoben

In einer Pressemitteilung beschreibt das Museum of London Archaeology (MOLA) den neuen archäologischen Fund, den man ganz in der Nähe des Holborn Viaducts in der City of London gemacht hat. Dabei handelt es sich um ein Bettgestell, das aus der Zeit der römischen Belagerung stammt und wohl für Begräbniszwecke genutzt wurde.

Dem Bericht nach stellt dies das erste komplett erhaltene Grabesbett in Großbritannien dar. Es besteht aus hochwertigem Eichenholz und wurde auseinandergebaut, ehe man es ins Grab ließ. Die Fachleute vermuten, dass man darauf vorher die tote Person getragen hat.

Zudem glaubt man, dass es sich um eine Beigabe handeln zur „Nutzung im Jenseits“ handeln könnte. Dazu passt, dass Grabsteine im Römischen Reich oft Gravuren enthalten, auf denen sich die Toten auf einer Couch oder einem Bett zurücklehnen und essen, als wären sie noch am Leben.

Auch spannend: Es gibt immer wieder Entdeckungen, die für viele Fragezeichen sorgen. Wir nennen dir sieben archäologische Funde, die sich niemand erklären kann.

Forscher wie „weggeblasen

Neben dem Bett fand man noch weitere Gegenstände an dem Ort, der vermutlich von 43 vor Christus bis 410 ein Friedhof war. Weiterhin entdeckte man menschliche Überreste und persönlichen Gegenstände wie eine gläserne Ampulle sowie Schmuck, der auf einen hohen gesellschaftlichen Status verweist. Zudem fand man eine dekorierte Lampe, auf der das Bild eines geschlagenen Gladiators zu sehen ist, und die aus der Zeit 48 vor Christus bis zum Jahr 80 stammen könnte.

Neben dem Bett fand zudem noch weitere, nicht näher beschriebene Gegenstände aus Holz. Für das Team sind sie nicht nur an sich sehr aufregend, sondern auch deren Zustand begeistert: „[…] Die Niveaus der Erhaltung, die wir angetroffen haben – und besonders beim Entdecken von so vielen hölzernen Entdeckungen – hat uns wirklich umgehauen“, sagt Heather Knight, die das Projekt betreut.

Archäologische Funde aus Holz sind eher ungewöhnlich. Aber in diesem Fall sind sie sehr gut erhalten, weil sie sich in der Nähe des Ufers vom River Fleet befanden, und der feuchte Schlamm hat sie sehr gut bewahrt. Für die Forscherinnen und Forscher gilt es nun, die Objekte näher zu untersuchen. Man erhofft sich viele neue Details zum Leben der vergangenen 2.000 Jahre an diesem Ort. Dazu gehören aber nicht nur die Römer: Zusätzlich fand man einen zweiten Friedhof, der aus dem 16. Jahrhundert stammen soll.

Quelle: Museum of London Archaeology

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