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Archäologischer Fund bei Magdeburg: Uralte Opfer erstaunen Forscher

Es ist selten, dass ein Ort über tausende Jahre für unterschiedliche Kulturen heilig bleibt. Doch genau das suggeriert eine Entdeckung in Sachsen-Anhalt.

Hände arbeiten mit Werkzeug an einem archäologischen Fund.
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Die 5 wichtigsten archäologischen Funde aller Zeiten

Jahrtausende menschlicher Kultur bringen auch nach langer Zeit immer wieder erstaunliche Erkenntnisse hervor.Wir zeigen dir die fünf wichtigsten archäologischen Funde aller Zeiten.

Auch in Deutschland wird immer wieder ein wichtiger archäologischer Fund gemacht. Eine aktuelle Entdeckung gibt Aufschluss über urzeitliche Kulturen, die wohl eine besondere Verbindung einem Areal in der Nähe von Magdeburg hatten.

Archäologischer Fund: Das entdeckten Forscher mitten in Deutschland

Dass uralte Kulturen oft seltsame oder gar brutale Rituale kannten, ist keine besondere Neuigkeit mehr. Auch in der deutschen Urgeschichte waren Opfergaben von Tieren keine Seltenheit. Ein archäologischer Fund in der Nähe von Magdeburg zeigt, wie einige urzeitliche Kulturen in dem Gebiet mit ihren Toten umgingen.

Vor den Arbeiten für die riesige geplante Chipfabrik von Intel untersuchten Archäolog*innen standardmäßig das Baugebiet, um Zufallsfunden durch die Baufirmen zuvorzukommen. Dort konnten sie zwei etwa sechstausend Jahre alte Grabstätten aufdecken, wie der Informationsdienst Wissenschaft berichtet. Die „Baalberg-Kultur“, die etwa von 4.100 bis 3.600 vor Christus (v. Chr.) das Gebiet bevölkerte, legte offenbar die Grabstätten an, die lediglich zweihundert Meter voneinander entfernt liegen. Interessant ist aber vor allem der archäologische Fund, den die Forscher*innen zwischen den Gräbern entdeckten.

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Dieser Ort ist „erstaunlich“

Denn dort verlief offenbar etwa tausend Jahre nach der Anlegung der Gräber ein ritueller Weg, auf dem zwei- bis dreijähriges Vieh geopfert und bestattet wurde. In einem Fall waren die Rinder zusammen mit einem Mann zu Grabe gelegt worden. Dadurch sollte das Bild kreiert werden, dass der Mann noch im Tod sein Feld mit seinen Rindern bestelle. Diese Darstellungsweise ist auch schon von anderen archäologischen Funden bekannt, weswegen er keine große Überraschung bedeutete.

Aber damit war es wohl noch lange nicht genug. Auf den beiden anderen Stätten wurde ein weiterer archäologischer Fund gemacht. Dieser zeigt, dass wiederum tausend Jahre später genau entlang des rituellen Prozessionsweges eine Palisade entlanggezogen wurde, ohne die Gräber zu beeinträchtigen. Außerdem legte die „schnurkeramische Kultur“, die zu dieser Zeit dort lebte, weitere Gräber an. Diese Entdeckung belegt laut Dr. Oliver Dietrich, dass der Ort über zweitausend Jahre für die dort lebenden Menschen als heilig galt. Dies sei eine „erstaunliche Entdeckung“.

Quellen: Informationsdienst Wissenschaft

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