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Archäologischer Fund: Forscher entdecken geheimnisvolles Tunnelnetzwerk

In Galiläa konnten israelische Forscher*innen ein Netzwerk aus uralten Verstecken finden. Dieses diente offenbar zum Schutz vor den römischen Legionen.

Hände graben mit Werkzeugen an archäologischem Fund.
© zichrini - stock.adobe.com

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Mit einem archäologischen Fund, der in Nordisrael gemacht werden konnte, kommen Forscher*innen der Zeit des Aufstandes gegen die Römer vor zweitausend Jahren auf die Spur.

Archäologischer Fund: Tunnelnetzwerk in Israel

Das Gebiet der Welt, in dem am längsten bereits Menschen leben, ist der Nahe Osten. Daher ist es auch kein Wunder, dass dort ständig wichtige archäologische Funde gemacht werden. So wie die antike Stadt Palmyra in Syrien, gibt es auch in Israel immer wieder Entdeckungen, die das Verständnis der dortigen Vergangenheit neu formen.

In Galiläa, einem Gebiet im Norden Israels, stießen Forscher*innen des Zefat Academic College auf einen besonderen archäologischen Fund. Dort konnten sie nämlich eine Reihe „komplexer unterirdischer Tunnel“ freilegen, wie The Times of Israel berichtet. Bei diesen handele es sich, wie die Israel Antiques Authority vor kurzem erklärte, um „den größten solcher Komplexe, der bislang in Galiläa überhaupt entdeckt wurde“.

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Dafür wurden die Tunnel genutzt

Offenbar diente das weitläufige Netzwerk, dem Alter nach zu urteilen, den Jüdinnen und Juden als Versteck. Zuletzt in Benutzung waren die Tunnel laut den Archäolog*innen vor etwa zweitausend Jahren. Damals gab es zwei groß angelegte Aufstände der Juden in der römischen Provinz Judäa, beide im ersten Jahrhundert nach Christus (n. Chr.). Der archäologische Fund gibt damit Aufschluss darüber, wie die Juden damals ihren Kampf führten. Wahrscheinlich war das Netzwerk vor allem während des „Ersten jüdischen Aufstands“ 66-70 n. Chr. in Benutzung.

Der archäologische Fund besteht allerdings nicht bloß aus den Verstecken, sondern auch hunderten Keramikgegenständen, die darin herumliegen. Einer der Leiter der Ausgrabung, Professor Yinon Shivtiel, erklärt, dass das Netzwerk weniger als ein Langzeitversteck diente. Dieses sei eher mit einer Art Bombenschutzkeller vergleichbar. Immer, wenn römische Legionäre in die Gegend gekommen seien, hätten die Einwohner hier kurzzeitig Schutz gesucht.

Überdies stellt der archäologische Fund auch einige Forschungsergebnisse in Frage. Bislang haben einige Wissenschaftler*innen ausgesagt, dass die Revolte gegen die Römer den Norden des heutigen Israels gar nicht erreicht hätte. Das könnte allerdings nicht erklären, wieso die Menschen in Galiläa Schutz vor den römischen Legionären suchen mussten. Am Ende waren aber auch diese Verstecke keine Rettung. Die Juden verloren die Aufstände und wurden ins ganze Römische Reich vertrieben.

Quellen: The Times of Israel

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