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Archäologischer Fund: Dieses Grab in Sachsen-Anhalt lässt schaudern

Ein Forscherteam hat eine Art „Zombie“-Grab ausfindig gemacht. Man hatte die Person darin aus Angst mit einem schweren Stein bedeckt.

Sarg liegt in einem Grab
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Viele archäologische Funde haben einen großen wissenschaftlichen Wert, erscheinen Laien aber oftmals eher langweilig. Anders bei einem Grab, über das man in der Nähe von Oppin im Saalekreis in Sachsen-Anhalt stolperte. Hier wurde anscheinend ein potenzieller „Zombie“ begraben.

Archäologischer Fund: Das verbirgt sich im „Zombie“-Grab

Die entdeckte Stätte ist Schätzungen zufolge etwa 4.200 Jahre alt und ein sogenanntes „Wiedergänger-Grab“ aus der Jungsteinzeit, wie unter anderem der mdr berichtet. Sollte diese erste zeitliche Einordnung richtig sein, ist es das erste Mal, dass ein derartiges Grab aus dieser Zeit in Mitteldeutschland aufgespürt wurde.

Die darin befindliche Person, ein Mann im Alter zwischen 40 und 60 Jahren, wurde ohne begleitende Gegenstände beigesetzt. Er lag auf der linken Seite mit angewinkelten Beinen, und war mit einem schweren Objekt fixiert: „Über seinen Unterschenkeln liegt quer ein großer, etwa einen Meter langer, 50 Zentimeter breiter und zehn Zentimeter hoher Stein“, so Grabungsleiter Uwe Moos. Dieser „sollte das Wiederkommen verhindern“.

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Verbreitete Angst vor lebenden Toten

Die Projektleiterin und Archäologin Susanne Friederich erklärte dazu: „Wir wissen, dass man schon in der Steinzeit Angst vor unliebsamen Wiedergängern hatte. Das wollten die Menschen mit Magie verhindern. Es gibt Gräber, bei denen der Leichnam sogar auf dem Bauch liegt. Damals glaubten die Leute, dass Tote mitunter versuchten, sich aus ihrem Grab zu befreien. Liegt er auf dem Bauch, gräbt er sich immer tiefer ein, anstatt an die Oberfläche zu gelangen. Ebenso gibt es bäuchlings niedergelegte Tote, die zusätzlich mit einer Lanze durchstoßen, also praktisch im Boden fixiert waren.“

Die Grabungen, die den archäologischen Fund erst ermöglichten, erfolgten im Vorfeld des Netzausbaus der Gleichstromtrasse Südostlink. Noch bis 2025 soll der etwa 150 Kilometer lange Teilbereich weiter wissenschaftlich untersucht werden. Die dort geplante Stromautobahn von insgesamt rund 540 Kilometer Länge ist dazu gedacht, Windstrom aus dem Norden Deutschlands verlustarm nach Bayern zu transportieren. Dafür müssen größtenteils unterirdisch entsprechende Kabel verlegt werden.

Quellen: mdr

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