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Archäologischer Fund: Forscher rätseln über mysteriöse Spuren auf uraltem Schädel

Ein außergewöhnlicher archäologischer Fund lagert seit Jahren in den Beständen der Cambridge University. Nun haben Forscher*innen diesen erneut untersucht und machten dabei eine spektakuläre Entdeckung.

Eine Totenschädel liegt im Sand vor alten ägyptischen Tempeln.
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Die antike ägyptische Kultur steckt auch heute noch voller Rätsel. Wir zeigen dir 7 bizarre Ausgabungen in Ägypten, die auch heute noch Fragen aufwerfen.

Auf einem menschlichen Schädel aus dem antiken Ägypten fanden Wissenschaftler*innen zahlreiche Schnittspuren und Kerben. Was zunächst wie Verletzungen schrecklicher Folter aussieht, scheint jedoch eine ganz andere Ursache zu haben. Denn der archäologische Fund hat sich bei näherer Untersuchung als medizinische Sensation herausgestellt.

Archäologischer Fund ist medizinische Sensation

Das antike Ägypten war bereits zuvor bei Historiker*innen für sein enormes medizinisches Wissen und die innovativen Behandlungsmethoden bekannt. Das belegen sowohl zahlreiche archäologische Funde, als auch etliche schriftliche Quellen. Doch ein 4.300 Jahre alter Schädel stellt einem internationalen Forschungsteam zufolge nun „einen Meilenstein in der Geschichte der Medizin dar.“

Denn die Überreste zeigen primäre und sekundäre Tumore. Dabei handelt es sich um eine der ältesten bekannten Fälle von Krebs im antiken Ägypten. Dies war schon seit einigen Jahren bekannt, aber bei erneuten Untersuchungen kamen die Forscher*innen nun zu erstaunlichen Erkenntnissen.

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Möglicherweise antike Krebs-Operation

Denn scheinbar waren die Menschen sich bereits vor über 4.000 der Gefahren der Krankheit bewusst. So wurde möglicherweise versucht, die Geschwüre operativ zu behandeln. Das lässt sich aus mehren Schnittspuren auf dem Schädel schließen. Jedoch ist nicht eindeutig gesichert, ob diese unmittelbar vor dem Tod oder direkt danach zugefügt wurden.

Die Forschenden schließen daher nicht aus, dass es sich bei dem operativen Eingriff auch um die Autopsie eines Verstorbenen handeln könnte. „Wir argumentieren, dass solche Veränderungen mit einem perimortemen chirurgischen Behandlungsversuch oder einer postmortalen medizinischen Untersuchung in Zusammenhang stehen könnten, was kritische Fragen zum frühen Verständnis und zur Behandlung onkologischer Erkrankungen in der Geschichte der Medizin aufwirft.“

Doch in beiden Fällen stellt der archäologische Fund ein beeindruckendes Beispiel für den medizinischen Fortschritt im alten Ägypten dar. Denn allein die nachträgliche Untersuchung der Tumore könnte bedeuten, dass bereits Mediziner*innen im Altertum, diese wohlmöglich als Todesursache identifizierten.

Quelle: „Case report: Boundaries of oncological and traumatological medical care in ancient Egypt: new palaeopathological insights from two human skulls“ ( Frontiers in Medicine, 2024), „Ancient Egyptian Pathology“ (Cambridge University Press, 2007)

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