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Arktis: Überraschende Entdeckung stellt herkömmliche Ansichten in Frage

Mit der Arktis verbinden viele Menschen eine eisige Wüste ohne Leben. Doch eine außergewöhnliche Entdeckung scheint dies, nun zu widerlegen.

Eiswüste in der Arktis.
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Erst im November war ein riesenhafter Krater im grönländischen Eis gefunden worden. Nun gilt der Polarregion ein weiteres Mal die Aufmerksamkeit. Leider auch wegen des Klimawandels.

Auf einer Insel oberhalb des Polarkreises sind Wissenschaftler auf einen erstaunlichen Fund gestoßen. Dabei handelt es sich, um die Stümpfe alter Bäume, die so groß sind, dass sie erstmals von einem Flugzeug aus entdeckt wurden. Sie stehen in einer Region der Erde in der kaum etwas wächst. Doch Untersuchungen haben nun gezeigt, dass wir unser Verständnis von der Arktis wohl noch einmal überdenken müssen.

Arktis: Forscher entdecken unbekannte Baumarten

Heute ist die kanadische Insel Axel Heiberg eine gefrorene Wüste, in der es fast kein Leben mehr gibt. Doch in einer neuen Studie beschreiben die Wissenschaftler drei bisher unbekannte, aber seit langem ausgestorbene Walnussarten in dieser Region der Arktis. Die Entdeckung ist dabei einer wahre Sensation, denn laut den Forschern wurden Bäume dieser Art noch nie wo weit nördlich auf der Erde gefunden.

„Wenn man die Fundstätte betritt, fallen einem als Erstes diese großen Baumstümpfe auf, die einen Meter oder mehr im Durchmesser messen und noch immer in dem Boden verwurzelt sind, in dem sie gewachsen sind. Sie passen überhaupt nicht hierher. Die nächsten lebenden Bäume sind 3.000 Kilometer entfernt“, sagte James Basinger, emeritierter Professor für Geowissenschaften an der University of Saskatchewan und Co-Autor der Studie in einer offiziellen Mitteilung.

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Bäume sind etwa 45 Millionen Jahre alt

Doch die Entdeckung in der Arktis ist noch aus einem weiteren Grund von besonderem wissenschaftlichen Wert. „Es gibt nicht wirklich viele Orte, an denen man so gut erhaltene Fossilien sehen kann“, erklärt Steven Manchester, Hauptautor der Studie und Kurator für Paläobotanik am Florida Museum of Natural History. Denn die Bäume sollen aus der Mitte des Eozäns stammen, wie bereits der Titel der Studie verrät. Dieser Abschnitt der Erdgeschichte begann vor etwa 56 Millionen und endete vor etwa 33,9 Millionen Jahren.

Die Forscher vermuten also, dass die Walnussarten etwa 45 Millionen Jahre alt sind. Trotzdem scheint das Holz, die Blätter, Zapfen, Nüsse und Früchte der Bäume nahezu unverändert zu sein. Diese einzigartige Form der Konservierung wird als Mumifizierung bezeichnet und findet nur unter ganz bestimmten und sehr seltenen Umständen statt.

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Arktis war früher Regenwald

Laut der Studie, soll sich vor 45 Millionen Jahren an den Ufern des Arktischen Ozeans ein üppiger Regenwald befunden haben, von dem diese Bäume ein Teil gewesen sein sollen. Dies steht im krassen Gegensatz zu den eisigen Wüsten, die wir heute mit der Region assoziieren. Seitdem soll der Wald zunächst unter Sedimentschichten und später unter angesammeltem Eis begraben worden sein, sodass er im Lauf der Zeit gefroren blieb.

Paläontologische und geologische Aufzeichnungen zeigen, dass die Erdatmosphäre damals mehr CO2 enthielt, was zu viel höheren Temperaturen führte als heute. Dieses globale Treibhaus wiederum erzeugte warme Meeresströmungen, die den Arktischen Ozean eisfrei hielten. Laut den Forschern gab es deshalb im Eozän Zypressensümpfe und Hochlandwälder in der Arktis, in denen die Bäume bis zu 40 Meter hoch wuchsen.

Quellen: „Arctic walnuts! Nuts of Juglans (Juglandaceae) from the middle Eocene of Axel Heiberg Island, Northern Canada“ (The International Journal of Plant Sciences, 2024), Florida Museum of Natural History

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