Auch offizielle Stellen verwenden den Messenger von Meta (ehemals Facebook) trotz regelmäßiger Sicherheitsbedenken großflächig. Nun allerdings haben britische Soldaten mit sofortiger Wirkung die Aufforderung erhalten, nur noch in zum Beispiel lebensbedrohlichen Situationen auf WhatsApp zurückzugreifen. Über die Hintergründe wird spekuliert.

WhatsApp-Verbot aufgrund „ernster Sorge“

Wie Daily Mail berichtet, habe man vor wenigen Tagen ein offizielles Dokument des Ministeriums einsehen können. Demnach wurde es sämtlichem Personal mit sofortiger Wirkung untersagt, WhatsApp im beruflichen Kontext für das Versenden von Sprach- oder Textnachrichten zu nutzen. Es sollen auch disziplinarische Maßnahmen bei Nichtbefolgen drohen.

Grund sei angeblich die Befürchtung, Russland könne über die App sensible Informationen erhalten. Man habe signifikante Sicherheitsbedenken beim Thema WhatsApp, zitiert Daily Mail weiter. Das Ministerium selbst streitet dies wohl ab. So hänge die Sicherheitsanweisung nicht mit der russischen Invasion der Ukraine zusammen. Im Detail besage das Dokument:

„Anordnung: Aufgrund ernster Sorge ist das gesamte Personal der Armee augenblicklich dazu angehalten, die Nutzung von WhatsApp im Rahmen arbeitsbezogener Kommunikation einzustellen.

WhatsApp sollte ausschließlich als letzter Ausweg genutzt werden, definiert als: ein Mittel der Kommunikation, das nur in Umständen zum Einsatz kommen sollte, in denen die Nicht-Nutzung zu Tod, schweren Verletzungen oder einem kompromittierten Einsatz führt.“

Dokument des britischen Verteidigungsministerium (via Daily Mail)

Signal als alternative Empfehlung

Mit dem WhatsApp-Verbot würde den Truppen alternativ zur Nutzung von Signal geraten, berichtet Daily Mail. Dies aufgrund der besseren Sicherheitsfeatures. Zudem soll der Messenger vom britischen Geheimdienst MI6 bevorzugt werden.

„Alternative: Signal kann für arbeitsbezogene Nachrichten und Sprachnachrichten bis hin zu ausschließlich OFFIZIELL [Sicherheitseinstufung der Information] verwendet werden.“

Dokument des britischen Verteidigungsministerium (via Daily Mail)

Russland soll der Daily Mail zufolge Ziele in der Ukraine basierend auf in Großbritannien gesammelten Telefondaten auswählen. Demnach habe Moskaus Hauptverwaltung für Aufklärung (GRU), das Zentralorgan des Militärnachrichtendienstes, einige der sensibelsten Militärseiten des Landes besucht und Daten aufgezeichnet, sobald Geräte eingeschaltet wurden.

Aktuell soll deshalb überprüft werden, ob internationale Nummern in ukrainischen Handynetzen auftauchen. Sollten zwei davon an einem Ort erscheinen, könnte das einen Raketenangriff auslösen, heißt es der Daily Mail zufolge in einem Sicherheitsbericht zwischen Ex- und bestehenden Mitarbeitern britischer Spezialeinheiten.

Quellen: Daily Mail

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