Im Laufe der vergangenen Jahre hatte der US-amerikanische Automobilkonzern Tesla schon mit so mancher Kritik zu kämpfen. Auch die Qualität seiner Fahrzeuge wurde in diesem Zeitraum häufiger bemängelt. Die Kund:innen aber sollen sich, wenn sie anfallende Reparaturen nicht in Gänze selbst zahlen können, zur Verschwiegenheit verpflichten. Selbst beim Premiummodell des Konzerns, dem Tesla Model S tauchen Fälle wie dieser auf.

Tesla zwingt Kund:innen Schweigeklauseln auf

Im Tesla Motors Club-Forum hat der oder die Fahrer:in eines Model S einen Thread gestartet, in dem der Autobauer aus den Staaten nicht sonderlich gut davonkommt. Anlass gab die defekte Aufhängung des Fahrzeugs. Tesla habe dafür weder haften noch für die Reparatur aufkommen wollen. Lediglich 50 Prozent der insgesamt 3.100 US-Dollar habe das Unternehmen übernehmen wollen – gegen eine Unterschrift unter der hauseigenen Kulanzvereinbarung. Diese beinhaltet mitunter folgende Passage:

„Sie verpflichten sich, die Bereitstellung des Goodwills durch uns, die Bedingungen dieser Vereinbarung und die Vorfälle oder Ansprüche, die zu unserer Bereitstellung des Goodwills führen oder damit zusammenhängen, vertraulich zu behandeln. […] Sie erklären sich ferner damit einverstanden, dass Sie auf der Grundlage von Tatsachen, die sich auf Ansprüche oder Vorfälle beziehen, die zu dieser Kulanzleistung führen oder mit ihr in Zusammenhang stehen, keine Klagen gegen Tesla oder mit ihr verbundene Personen oder Einrichtungen anstrengen, an ihnen teilnehmen oder sie freiwillig unterstützen werden.“

Goodwill Agreement

US-Behörde untersucht Tesla Model S

Um nicht allein auf den Kosten sitzen zu bleiben habe die Person das Abkommen unterzeichnet. Vorbehalte formuliert sie im geposteten Thread aber dennoch. „Tesla und ich haben uns geeinigt“, zitiert der Daily Kanban. „Ich kann nichts zu der Vereinbarung sagen, die Tesla und ich unterzeichnet haben. Ich kann nur sagen, dass dieser Vorfall der NHTSA gemeldet wurde und eine Untersuchung läuft.“ Die NHTSA (National Highway Traffic Safety Administration) ist eine US-amerikanische Behörde, die sich der Straßen- und Fahrzeugsicherheit widmet.

Geheimhaltungsvereinbarung ist „problematisch“

Die NHTSA habe das betreffende Fahrzeug geprüft und fest gestellt, die defekten Aufhängungen des Tesla Model S „seien von schlechter Qualität und hätten vorzeitig versagt“. Nun würde die Behörde nach weiteren Beispielen suchen. Sie will herauszufinden, ob es sich lediglich um eine schlechte Charge oder ein generell mangelhaftes Design handele.

„Die NHTSA hat letzten Monat von Teslas problematischer Geheimhaltungsvereinbarung erfahren. Die Behörde teilte Tesla umgehend mit, dass jegliche Formulierung, die darauf hindeutet, dass Verbraucher sich bei Sicherheitsbedenken nicht an die Behörde wenden sollten, inakzeptabel ist, und die NHTSA erwartet von Tesla, dass derartige Formulierungen gestrichen werden. Tesla-Vertreter erklärten gegenüber der NHTSA, dass es nicht ihre Absicht war, die Verbraucher davon abzuhalten, sich an die Behörde zu wenden. Die NHTSA ermutigt Fahrzeugbesitzer, die über mögliche Sicherheitsmängel besorgt sind, sich mit der Behörde in Verbindung zu setzen, indem sie auf SaferCar.gov eine Beschwerde zur Fahrzeugsicherheit einreichen.“

Brian Thomas, Communications Director der NHTSA

In Deutschland könntest du dich mit Bedenken wie diesen beispielsweise an das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) wenden. Abzuwarten bleibt, ob auch neuere Modelle des Autobauers mit solchen Problemen zu kämpfen haben werden. Bislang ist aber selbst der Name des 2023er-Fahrzeugs noch nicht in Stein gemeißelt. Elon Musk stellt klar: „Es gibt kein Model 2.“

Quellen: Daily Kanban

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