Vergangene Woche wurde bekannt, dass Elon Musk einer Flugbegleiterin 250.000 US-Dollar gezahlt haben soll, um eine Klage wegen sexuellen Fehlverhaltens abzuwenden. Kurz danach soll der Milliardär bereits die Konsequenzen gespürt haben.

Elon Musks Vermögen gesunken

Laut des Bloomberg Billionaires Index war Elon Musk am Donnerstag (19. Mai 2022) etwa 212 Milliarden US-Dollar wert. Als am Abend jedoch die Meldung über sein mutmaßliches sexuelles Fehlverhalten publik wurde, sank sein Vermögen. Der Index zeigte 201 Milliarden US-Dollar an. Möglich, dass der Bericht im Magazin Insider etwas damit zu tun hatte. Doch worum geht es genau?

Elon Musk: Das sind die Vorwürfe

Dem Magazin Insider liegen offenbar Interviews und Dokumente vor, in dem es um einen Vorfall geht, der sich 2016 zwischen Elon Musk und einer Flugbegleiterin der Firmenjet-Flotte von SpaceX zugetragen haben soll. So soll Musk, der das Luft- und Raumfahrtunternehmen SpaceX gegründet hat, einer Flugbegleiterin seinen erigierten Penis gezeigt haben. Außerdem beschuldigt ihn die Frau, ihr Bein ohne ihre Zustimmung gerieben und ihr angeboten zu haben, ihr ein Pferd im Austausch für eine erotische Massage zu kaufen.

Genauer heißt es offenbar im Bericht: Einer Freundin soll die Flugbegleiterin erzählt haben, dass sie Ende 2016 gebeten wurde, „für eine Ganzkörpermassage“ in Elon Musks Zimmer zu kommen.

„Als sie ankam, stellte die Flugbegleiterin fest, dass Musk ‚bis auf ein Laken, das die untere Hälfte seines Körpers bedeckte, völlig nackt war‘. Während der Massage, heißt es in der Erklärung, habe Musk ’seine Genitalien entblößt‘ und sie dann ‚berührt und angeboten, ihr ein Pferd zu kaufen, wenn sie ‚mehr tun‘ würde, was sich auf die Ausführung sexueller Handlungen bezog.'“

Insider

Die Flugbegleiterin, die (offenbar in ihrer Freizeit) Pferde reitet, lehnte Elon Musks Angebot laut Bericht ab und setzte ihre Massage ohne sexuelles Verhalten fort.

Der Insider führte ein Interview mit der Freundin, die darin über ihr Wissen zum Vorfall mehr ins Detail ging. Sie will anonym bleiben, da sie sich um ihre persönliche Sicherheit sorgt. Insider kenne jedoch ihre Identität. Auch die Identität der Flugbegleiterin ist dem Magazin bekannt, nennt ihren Namen aber nicht, da sie behauptet Opfer sexuellen Fehlverhaltens zu sein. Sie wollte sich nicht zu der Geschichte äußern.

Das sagt die Freundin außerdem

In ihrem Interview mit dem Insider sagt die Freundin der Flugbegleiterin unter anderem Folgendes:

„Sie ermutigten sie, sich als Masseurin lizensieren zu lassen, aber in ihrer Freizeit, auf eigene Kosten. Sie deuteten an, dass sie öfter fliegen würde, wenn sie das tun würde, weil sie Elon richtige Massagen geben könnte. Ich fand das irgendwie seltsam, weil – du wurdest nicht als Masseurin eingestellt. Du wurdest als Flugbegleiterin angestellt. Und wenn Elon Massagen mag, dann sollte er dafür bezahlen, dass du zur Masseurinschule gehst. Aber sie war einfach so glücklich und begierig darauf, den Job zu haben und reisen zu können.“

250.000 US-Doller fürs Schweigen

Letztlich war die Flugbegleiterin offenbar überzeugt davon, dass sie ihre Möglichkeiten bei SpaceX mit ihrer Weigerung verringert hatte. Sie stellte laut Insider einen kalifornischen Anwalt für Arbeitsrecht ein und schickte eine Beschwerde an die Personalabteilung des Unternehmens. Dort wurde der Vorfall offenbar detailliert beschrieben.

Die Beschwerde sei schnell und ohne Gerichtsverfahren gelöst worden. Ende November 2018 schlossen Elon Musk, SpaceX und die Flugbegleiterin laut Insider eine Aufhebungsvereinbarung ab. Darin stand, dass die Flugbegleiterin 250.000 US-Dollar im Austausch für das Versprechen erhalte, die Ansprüche nicht zu verklagen und nicht über die Vorfälle zu sprechen.

Was sagt Elon Musk?

Der Insider kontaktierte Elon Musk und befragte ihn zu den Vorwürfen. Dieser sendete dem Magazin offenbar eine E-Mail mit der Bitte um mehr Zeit für eine Antwort. Er erklärte, dass noch viel mehr hinter der Geschichte steckte. Außerdem sagte er:

„Wenn ich geneigt wäre, mich an sexueller Belästigung zu beteiligen, ist dies wahrscheinlich nicht das erste Mal in meiner gesamten 30-jährigen Karriere, dass dies ans Licht kommt.“

Elon Musk laut Insider

Der Milliardär nannte die Geschichte zudem einen „politisch motivierten Hit“. Bereits gestern „warnte“ Elon Musk via Twitter vor, dass er eine „schmutzige Kampagne“ gegen ihn erwarte.

Am 20. Mai twittert er:

„Aber ich habe eine Herausforderung an diese Lügnerin, die behauptet, ihre Freundin habe mich ‚entblößt‘ gesehen – beschreibe nur eine Sache, überhaupt irgendetwas (Narben, Tätowierungen, …), das der Öffentlichkeit nicht bekannt ist. Sie wird es nicht können, weil es nie passiert ist.“

Elon Musk

Auch erklärt er:

„Und, fürs Protokoll, diese wilden Anschuldigungen sind absolut falsch“

Elon Musk

Eigenen Angaben zufolge verlängerte der Insider die Frist für Elon Musk und wiederholte das Angebot, sich zu den Behauptungen zu äußern. Dieser antwortete offenbar nicht.

Quelle: Bloomberg, Insider, Twitter/Elon Musk

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