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WhatsApp: Warnung vor neuer Funktion – „eine Milliarde Nutzer beraubt“

Mit der neuen Möglichkeit, über den Dienst auch Nachrichten anderer Messenger empfangen zu können, geht auch ein Risiko einher. Davor warnt selbst Meta.

WhatsApp chat auf dem Handys
© Alex Ruhl - stock.adobe.com

WhatsApp-Status blockieren: So funktioniert es

Viele Messenger-Dienste bieten mittlerweile eine Story- und Status-Funktion an. So auch WhatsApp seit einiger Zeit. Willst du aber deinen WhatsApp-Status blockieren beziehungsweise verbergen, dann ist das schnell gemacht.

Durch das Inkrafttreten des Digital Markets Act (DMA) muss sich WhatsApp in der EU künftig auch für Konkurrenten wie Signal, Telegram und Co. öffnen. Diese Interoperabilität hat jedoch einen Haken. Denn die sichere Ende-zu-Ende-Verschlüsselung von Nachrichten lässt sich Fachleuten zufolge damit nicht mehr garantieren.

WhatsApp: So könnte sich der DMA auswirken

Vor wenigen Tagen veröffentlichte Meta, wie die technische Umsetzung der Zulassung von anderen Messengern in WhatsApp funktioniert. Dazu heißt es unter anderem: „Wir teilen mit Ihnen, wie wir die Interoperabilität mit Drittanbietern ermöglicht und gleichzeitig die Ende-zu-Ende-Verschlüsselung (E2EE) und andere Datenschutzgarantien in unseren Diensten so weit wie möglich beibehalten haben.“

Genau an dieser Stelle könnte es Fachleuten zufolge Probleme geben. Wie unter anderem die EFF (Electronic Frontier Foundation), eine Nichtregierungsorganisation in den Vereinigten Staaten, die sich für Grundrechte im Informationszeitalter einsetzt, schon 2022 erklärte, ist die angestrebte Interoperabilität nicht ohne inakzeptable Abstriche bei der Sicherheit oder dem Datenschutz möglich. Sie könnte sich demnach sogar als eine sehr hohe, nicht überwindbare Hürde erweisen.

Auch andere Expert*innen stimmen dem zu, wie The Verge berichtete. Der einheitlichen Meinung unter Kryptographen zufolge sei es schwierig, wenn nicht unmöglich, die Verschlüsselung zwischen den verschiedenen Apps aufrechtzuerhalten: „Das Ergebnis könnte sein, dass die Ende-zu-Ende-Verschlüsselung von WhatsApp teilweise oder ganz abgeschwächt oder entfernt wird, wodurch eine Milliarde Nutzer des Schutzes privater Nachrichten beraubt wird.“

Lesetipp: WhatsApp hat jetzt ein neues Symbol

Selbst Meta warnt WhatsApp-Nutzer

Wie ernst das Problem ist, zeigt die Aussage, die Meta darüber an seine WhatsApp-Nutzerschaft richtet. So erklärt man, dass es zur Aufrechterhaltung einer Ende-zu-Ende-Verschlüsselung notwendig wäre, sowohl Sender*in als auch Empfänger*in zu kontrollieren.

Man habe zwar eine sichere Lösung für Interoperabilität entwickelt, ohne die Kontrolle über beide Endpunkte aber „können wir nicht garantieren, was ein Drittanbieter mit gesendeten oder empfangenen Nachrichten macht, und wir können daher nicht dasselbe Versprechen geben. […] Die Nutzer müssen wissen, dass unser Sicherheits- und Datenschutzversprechen sowie der Funktionsumfang nicht genau dem entsprechen, was wir in WhatsApp-Chats anbieten“, heißt es weiter.

Tun kannst du als Nutzer*in nicht viel dagegen. Laut Fachleuten hast du lediglich die Wahl, ob du am Austausch von Nachrichten mit Apps von Drittanbietern teilnehmen möchtest oder nicht. Man rät deshalb dazu, nur bei Bedarf darauf zuzugreifen beziehungsweise bei separaten, Ende-zu-Ende-verschlüsselten Messengern zu bleiben und keine Mischvariante zu nutzen.

Quellen: Meta, Electronic Frontier Foundation, The Verge

Seit dem 24. Februar 2022 herrscht Krieg in der Ukraine. Hier kannst du den Betroffenen helfen.

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