Im Vergangenen Jahr hatte der Bitcoin-Kurs schon so manches Up und Down zu verzeichnen. Aktuell aber befindet sich die marktstärkste Kryptowährung auf in einem vergleichsweise stabilen Aufwärtstrend. Über den Grund dafür lässt sich nur spekulieren. Allerdings wird bei einem genaueren Blick auf die Aussagen von Analyst:innen eine Tendenz erkennbar: Inflationsängste könnten die Anleger:innen in die Arme des Bitcoin treiben.

Bitcoin-Kurs im Höhenrausch

Allein im Laufe dieser Woche hat der Bitcoin (BTC) einen Zuwachs von mehr als zehn Prozent verzeichnen können. Im Zeitraum eines Monats stieg sein Preis sogar um rund 26 Prozent. Wenngleich es sich bei Kryptowährungen um stark volatile Assets handelt, ist diese Entwicklung kaum überraschend. Denn abseits des generellen Hypes, der den Bitcoin-Kurs seit seinem letzten größeren Absturz Anfang 2021 in die Höhe treibt, könnte auch die Inflation der großen Fiat-Währungen ihren Teil zum aktuellen Trend beitragen.

„Sollte der Preisdruck mittelfristig erhöht bleiben und Zentralbanken nicht angemessen reagieren, dürfte der Bitcoin-Kurs hiervon profitieren“, zitiert die Tagesschau etwa Sören Hettler. Der Wirtschaftswissenschaftler arbeitet als Senior Analyst Devisen für die DZ Bank und gilt in Deutschland als zuverlässiger Analyst der Krypto-Branche. Ihm zufolge sähen viele Anleger:innen den Bitcoin als eine Art Schutzschild gegen die flächendeckende Entwertung der traditionellen Währungen.

Sind Inflationsängste gerechtfertigt?

Anfang der Woche stellte schon Ben McMillan, Chief Investment Officer bei IDX, gegenüber CNBC ähnliche Überlegungen an. „Die Lebensmittelpreise haben einen 10-Jahres-Höchststand erreicht, der Ölpreis übersteigt zum ersten Mal seit fünf oder sechs Jahren die 80-Dollar-Marke, und das trifft die Verbraucher:innen wirklich in der Geldbörse“, so der Ökonom. „Viele Anleger:innen besinnen sich auf den ursprünglichen Reiz von Bitcoin als Wertaufbewahrungsmittel, als etwas, das von keiner Zentralbank gewogen werden kann.“

Inflation in Deutschland

Allerdings leidet längst nicht nur der US-Dollar unter der aktuellen Inflation. Auch der Euro ist maßgeblich davon betroffen. Einen Vergleich veröffentlichte im Oktober mitunter das Statistische Bundesamt:

  • Harmonisierter Verbraucherpreisindex, September 2021
    • +4,1 % zum Vorjahresmonat
    • +0,3 % zum Vormonat

„Die Inflationsrate in Deutschland − gemessen als Veränderung des Verbraucherpreisindex (VPI) zum Vorjahresmonat – lag im September 2021 bei +4,1 %. In den beiden Vormonaten Juli und August 2021 hatte sie noch knapp unter 4 % gelegen. Eine höhere Inflationsrate gab es zuletzt im Dezember 1993 mit +4,3 %. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) weiter mitteilt, blieben die Verbraucherpreise im Vergleich zum August 2021 jedoch unverändert.“

Statistisches Bundesamt (Pressemitteilung Nr. 482 vom 13. Oktober 2021)

Bitcoin-Preis: 100.000 USD bis Dezember 2021?

Mit einem Wert von gerundet 59.390 US-Dollar (Stand: 15.10.2021) kratzt BTC schon im Oktober an der 60.000-USD-Marke. „Ich hatte nie irgendwelche Zweifel“, erklärte der niederländische Analyst PlanB noch im August. „Ich glaube immer noch, dass Bitcoin bis zum Ende dieses Jahres mindestens 100.000 Dollar erreichen wird. Und es ist noch viel Zeit. Wir sind im Moment bei 40.000 Dollar. Das ist das 2,5-fache. Historisch gesehen, haben wir in ein oder zwei Monaten mehr erreicht.“

Einige Analyst:innen teilen diese Prognose auch jetzt noch. Allerdings gilt es zunächst einen Fuß vor den anderen zu setzen und den Bitcoin-Kurs weiterhin genau im Blick zu behalten. Willst du mitmischen, erfährst du bei uns, wie und wo du Bitcoin kaufen kannst.

Quellen: Tagesschau; CNBC; Statistisches Bundesamt; eigene Recherche

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