Vergangenen Dienstag trat Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) vor die Presse und räumte ein, dass das ambitionierte Ziel von einer Million Elektroautos auf deutschen Straßen bis 2020 nicht erreicht werden kann. Eine ernüchternde Bestandsaufnahme, sechs Jahre, nachdem die Bundesregierung alle Weichen in Richtung E-Mobilität gestellt hatte.

Dem Elektroauto wird seit Jahren eine große Zukunft prophezeit. Aber es muss sich mit der Hypothek monumentaler Erwartungen herumschlagen: weniger Schadstoffe, weniger Lärm, Retter der (Um-)Welt. Die Hürden in der Umsetzung bleiben dabei größtenteils unverändert. Der Hauptkritikpunkt ist stets die geringe Reichweite und die langen Ladezeiten. Das zeigt auch ein Blick auf den ersten großen E-Auto-Hype Anfang der 90er Jahre, als mehrere Autobauer Elektroautos in Serie auf den Markt brachten.

Ein Pöhlmann EL für die Hausfrau

Die ersten Elektroversuchsautos, die es mit herkömmlichen Wagen aufnehmen konnten, wurden Ende der 1980er Jahre vorgestellt. Während die meisten Automobilhersteller dafür ihre brennstoffbetriebenen Modelle adaptierten, entwickelte Erich Pöhlmann seinen Prototypen „Pöhlmann EL“ von null auf. Das Auto erreichte eine Spitzengeschwindigkeit von 115 Stundenkilometern und hatte eine Reichweite von rund 200 Kilometern.

Ideal also als Zweitwagen: „Für die Hausfrau ist der ‚Pöhlmann EL‘ wegen seiner einfachen Bedienungsweise der ideale Wagen der Zukunft. Ohne Nachladen kann sie auch einmal zu einem Besuch in die Nachbarstadt fahren.“ Nicht nur an der Technologie krankte es damals noch, sondern offensichtlich auch am Gesellschaftsbild. Vom „Pöhlmann EL“ wurden am Ende nur 18 Stück gebaut.

Elektroautos in Serie

Bleibender Erfolg war dem „Pöhlmann EL“ also nicht vergönnt. Die Serienproduktion von Klein- und Mittelklassewagen mit Elektroantrieb nahm jedoch in den Folgejahren Fahrt auf. 1990 ging die Elektrovariante des „Fiat Panda“ in Produktion, im gleichen Jahr kündigte General Motors als Reaktion auf zwei kalifornische Gesetzesinitiativen – den „Clean Air Act“ und das „Zero Emission Mandate“ – die Produktion eines E-Autos an. Der „General Motors EV1“ war allerdings nur von 1996 bis 1999 erhältlich und die in Kalifornien für 1998 angestrebte Neuzulassungs-Quote für emissionsfreie Autos von zwei Prozent konnte nicht erreicht werden.

Bereits Anfang der 1980er fasste eine dpa-Meldung die Problemstellungen der Elektromobilität zusammen: zu teuer, zu schwache Batterien, eingeschränktes Nutzungsprofil. Daran hat sich bis heute wenig geändert.

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