Fliegen wir mit Drohnen durch die Luft? Lassen wir uns von Robo-Taxis durch die Straßen kutschieren? Oder wird der Verkehr überhaupt in den Untergrund verlegt? Wie die Smart City der Zukunft aussehen wird, hängt zu nicht geringen Teilen daran, wie die städtischen Verkehrsprobleme gelöst werden.

Dazu gibt es mittlerweile eine unüberschaubare Menge an Konzepten in unterschiedlichen Planungsphasen. Während manche Projekte schon in naher Zukunft verkehrstauglich sein dürften und es von anderen bereits Prototypen gibt, klingt manches noch nach Zukunftsmusik – aber wer hätte vor 200 Jahren gedacht, dass wir uns in Großstädten über unterirdische Bahnnetze bewegen?

Autonomes Fahren

Während die futuristischen Verkehrsutopien noch in der fernen Zukunft liegen, gibt es für andere Mobilitätstechnologien schon konkrete Anwendungsbeispiele. Zurzeit ist autonomes Fahren in aller Munde. Unternehmen wie Tesla, Uber oder Alphabet-Tochter Waymo investieren massiv in diesem Bereich, und auch herkömmliche Autobauer sehen darin die Zukunft. Neben dem Transport von Waren – in Schweden werden bereits autonome Elektro-LKWs getestet – wird auch der Personentransport in naher Zukunft von selbstfahrenden Autos übernommen werden. Daimler rechnet beispielsweise damit, dass es in drei Jahren autonome Taxis geben wird, der deutsche Autoteilzulieferer Bosch glaubt auch daran, dass Robo-Taxis die Zukunft gehört.

Es geht aber auch eine Spur größer: In Berlin dreht momentan bereits der autonome Bus „Olli“ seine Runden. Wir haben den Prototypen am EUREF-Campus in Berlin-Schöneberg getestet. Während „Olli“ sich auf virtuellen Schienen fortbewegt, plant China an autonomen Fahrzeugen für echte Schienen. Fahrerlose U-Bahnen sind in vielen Städten der Welt bereits Realität, das „Autonomous Rail Rapid Transit“-System ist aber eher mit einer Straßenbahn vergleichbar – ein tonnenschweres, fahrerloses Schienenfahrzeug mitten auf der Straße.

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Durch die Luft Keine neue Erfindung, aber eine Technologie deren Möglichkeiten noch nicht ausgereizt ist: Seilbahnen. Während sie in den Bergen Wanderer und Skifahrer an ihren Bestimmungsort bringen, werden Seilbahnen in Städten noch kaum genutzt. Dabei spricht einiges für sie. Sie belasten die Umwelt kaum und entlasten die verstopften Straßen.

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Durch die Luft Keine neue Erfindung, aber eine Technologie deren Möglichkeiten noch nicht ausgereizt ist: Seilbahnen. Während sie in den Bergen Wanderer und Skifahrer an ihren Bestimmungsort bringen, werden Seilbahnen in Städten noch kaum genutzt. Dabei spricht einiges für sie. Sie belasten die Umwelt kaum und entlasten die verstopften Straßen.

Bereits in mehreren deutschen Städten wurde über die Implementierung von Seilbahnen in den öffentlichen Nahverkehr nachgedacht: rund ein Dutzend deutscher Städte von Aachen bis Wolfsburg haben Seilschwebebahnen in Planung, einzig in Koblenz und Stuttgart sind die Pläne einigermaßen fortgeschritten. International tut sich da weitaus mehr, auch weil immer mehr Studien und Forschungsarbeiten die raumplanerischen Vorzüge von Seilbahnen hervorheben.

Wem Seilbahnen zu altmodisch sind, der kann in Zukunft vielleicht überhaupt gleich auf Lufttaxis umsteigen. Hubschrauber-artige Drohnen-Taxis werden in verschiedenen Ausführungen von Kalifornien bis Dubai getestet. Die Fortbewegung mit fliegenden Taxis wird wohl nicht besonders billig werden, aber im Gegensatz zu vielen anderen, vor wenigen Jahren noch kaum vorstellbaren, Mobilitätsprojekten, ist der Einsatz von Drohnen-Taxis bereits über die Planungsphase hinausgekommen. Die deutsche Firma Volocopter hat bereits einen ihrer Prototypen eines autonomen Flug-Taxis in Dubai getestet. Bis 2030 will das Emirat ein Viertel seines Verkehrs auf autonomen Transport umstellen. Ein Teil davon soll sich durch die Luft bewegen.

Bildergalerie zu Drohnen-Taxis (in Escenic sind ja bereits Bilder zu diesen Verkehrskonzepten gespeichert. Einige davon bitte zu einer Bildergalerie zusammenfügen)

Der umtriebige Elon Musk

Während Andere hoch hinauswollen, hat Tausendsassa Elon Musk andere Pläne. Um die verstopften Straßen von Los Angeles zu entlasten, will er die Stadt untertunneln und Autos mit einem Aufzug unter dem Verkehr durchschleusen. Dazu hat Musk die Firma The Boring Company gegründet und schon einige Pläne und Simulationen veröffentlicht. Die überzeugen – wie immer bei Projekten des Tesla-CEOs – durch ihr Design und die Entschlossenheit des Milliardärs.

Unterirdisch soll auch eine geplante Hyperloop-Strecke zwischen Washington und New York angelegt werden, die ebenfalls von Elon Musks The Boring Company gebaut werden soll. Bei Hyperloops werden Kapseln mittels Magnetschwebetechnik durch eine Röhre geschossen. Da der Luftdruck in der Röhre reduziert wird, können mit diesem Verfahren theoretisch Geschwindigkeiten von über 1.000 Kilometern pro Stunde erreicht werden.

Das Konzept für einen Hyperloop wurde von Elon Musk entwickelt, die Umsetzung soll nun aber Drittunternehmen überlassen werden. Mehrere Start-ups beteiligen sich nun am Bau von Prototypen für Hyperloop-Kapseln und -Röhren. Bei ersten Tests wurden bereits Geschwindigkeiten von über 300 Stundenkilometern erzielt. Nach langem Rätselraten steht mittlerweile auch fest, wo die erste Hyperloop-Strecke entstehen soll: In Westindien sollen die Stadtzentren von Vijaywada und Amaravati verbunden werden. Der Hyperloop würde die Reisezeit von über einer Stunde auf sechs Minuten reduzieren.

Wem das noch immer zu langsam ist, der darf sich auf die BFR („Big Fucking Rocket“) freuen. Das Projekt des Musk-Unternehmens SpaceX hat das Ziel eine gigantische Rakete zu entwickeln, mit dem kommerzielle Interkontinentalreisen möglich sind. So könnte man mit bis zu 29.000 km/h in etwas mehr als einer halben Stunde von New York nach Shanghai reisen.

Dagegen verblassen die Zukunftspläne der Luftfahrtbranche, die bei der diesjährigen Pariser Luftfahrtschau anklingen ließ, es wieder mit Überschallfliegern versuchen zu wollen. Auch in der Luftfahrt werden zudem die Autopiloten immer besser: im Flugsimulator hat ein Roboter bereits einen erfolgreichen Probeflug mit einer Boeing 737 ohne menschliches Eingreifen absolviert.

Nicht verrückt genug?

Bis hierhin wirkt das alles noch einigermaßen nachvollziehbar, doch vielen Tüftlern gehen selbst Drohnen-Taxis und Raketenflüge nicht weit genug. Zu den etwas seltsameren und auf den ersten Blick unpraktikableren Projekten zählen etwa der Gyroskop-Bus eines russischen Ingenieurs und chinesische Stelzenbusse. Deren Vorzüge liegen darin, dass sie ganz einfach über Staus hinwegfahren sollen. Das letztere Konzept hat sich allerdings bereits als Fake herausgestellt und Investoren ein paar Millionen Euro gekostet.

Wie die Städte der Zukunft aussehen werden, hängt auch damit zusammen, wie wir uns in ihnen fortbewegen werden. Ohne eine geeichte Glaskugel, bleiben in dieser Hinsicht noch einige Fragen offen. Wirft man einen Blick auf die Mobilitätsutopien der Gegenwart, dann wird die Zukunft aber auf jeden Fall nicht langweilig.

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