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Sicherheitsexperten zweifeln an Facebooks Löschfunktion

Facebook hat nach dem Datenskandal zugesagt, dass man Nutzern die Chance geben wolle, die gesammelten Daten zu löschen. Doch wie ernst nimmt das Netzwerk dieses Versprechen?
Facebook hat nach dem Datenskandal zugesagt, dass man Nutzern die Chance geben wolle, die gesammelten Daten zu löschen. Doch wie ernst nimmt das Netzwerk dieses Versprechen?
Foto: imago/Rüdiger Wölk
Mit dem Versprechen, Nutzern mehr Kontrolle über ihre eigenen Daten geben zu wollen, will Facebook Vertrauen zurückgewinnen. Experten haben Zweifel.

Nach all der Aufregung der vergangenen Monate, die dem Datenskandal rund um Facebook und Cambride Analytica folgte, ist es in letzter Zeit wieder ruhiger um das soziale Netzwerk geworden. Nachdem Facebook-Gründer und CEO Mark Zuckerberg sogar vor dem US-Kongress aussagen musste, verkündete das Netzwerk allerlei Maßnahmen, die das Vertrauen der Nutzer in den angeschlagenen Giganten wieder stärken sollten.

Weniger Datenhandel, mehr Freiheit für Nutzer

Neben dem Versprechen, den Handel mit Daten künftig stärker einschränken zu wollen, um so die Privatsphäre der eigenen Nutzer besser zu schützen, versprach Zuckerbergs Firma den Usern auch die Möglichkeit, durch Facebook gesammelte Daten zum Surf- und Suchverhalten im Web in Zukunft eigenständig löschen zu können.

Experten äußern Zweifel

Sicherheitsexperten bezweifeln jedoch nun, dass das zweite Versprechen tatsächlich der Realität entspricht, wie "buzzfeed" berichtet. Wie die Seite schreibt, sammle das Netzwerk Daten auf zwei Wegen: Facebook greife einerseits natürlich auf die Informationen zu, die Nutzer dem Unternehmen durch Eingaben auf der Webseite oder in der Facebook-App zur Verfügung gestellt haben. Andererseits jedoch – und das ist auch relevant für Internetnutzer, die keinen Facebook-Account haben – sammele der Tech-Riese auch Daten über das Surfverhalten von Usern, die gar nicht bei Facebook eingeloggt sind –oder eben kein Konto besitzen.

Facebook sammelt viele Informationen

Auf diesem Weg erhält das Unternehmen unter anderem Informationen zu den Internetseiten die aufgerufen werden, zu gekauften Produkten und zu Anzeigen, die angeglickt worden sind und speichert diese auf seinen Servern. Nun soll sich – zumindest laut Facebook – aber alles ändern und die Nutzer sollen mehr Kontrolle über ihre Daten bekommen. Mit einer "Lösche-Verlauf-Funktion" will das Netzwerk Usern die Möglichkeit geben, eben diese gesammelten Daten zu löschen.

Was gut klingt, könnte jedoch einen Haken haben, wie die Seite unter Bezug auf Online-Sicherheitsexperten weiter schreibt. Mit der Löschfunktion sei nämlich lediglich der Datensatz aus dem Profil des jeweiligen Users gelöscht – keinesfalls jedoch auch von den Servern des Netzwerks verschwunden.

Ausmaß der gesammelten Daten erschreckend

Wenn Nutzer das Ausmaß an Daten sehen würden, die Facebook über jeden Einzelnen sammelt, würde das vermutlich für einen Schockmoment sorgen, zitiert die Seite Jean-Paul Schmetz, Gründer und Geschäftsführer der deutschen Firma Cliqz. Dabei ist noch nicht einmal ganz klar, wie viele Daten das Netzwerk tatsächlich über sogenannte Cookies erhält. In den entsprechenden Datenschutzrichtlinien ist lediglich die Rede von "Informationen, darunter Geräteinformationen und Informationen über Ihre Aktivitäten".

User sollen Tracking widersprechen können

Neben der Möglichkeit, die gesammelten Daten zumindest vom eigenen Profil zu lösen und somit anonymer zu machen, soll Nutzern in Zukunft auch die Option gegeben werden, dem Tracking durch Facebook zu widersprechen. Jedoch: Experten vermuten, dass der Social-Media-Riese solche User dann einfach so behandeln werde, wie Nutzer, die keinen Facebook-Account haben. Die Daten werden also weiterhin gesammelt, können nur keinem dazugehörigen Profil bei Facebook mehr zugeordnet werden.

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