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9 Telegram-Tricks, die WhatsApp-Nutzer beneiden werden

Diese Telegram-Tricks helfen euch, den Messenger noch effektiver zu nutzen.
Diese Telegram-Tricks helfen euch, den Messenger noch effektiver zu nutzen.
Foto: imago/Photothek
Zu WhatsApp gibt es ja bekanntlich Alternativen. Nutzer von Telegram haben sogar einige Vorteile. Lust auf einen Spieleabend, ohne eure Freunde überhaupt sehen zu müssen? Schaut euch unsere Tricks an.

Mittlerweile 200 Millionen aktive Nutzer sind jeden Monat auf Telegram unterwegs. Damit liegt er aktuell auf Platz sechs der beliebtesten Messenger weltweit (auf Platz eins liegen nahezu gleichauf der Facebook Messenger und WhatsApp). Das ist sicher auch kein Wunder: Schließlich ist er konzernunabhängig, baut er auf einer Open Source-Software auf und ist damit eine der guten Alternative zu WhatsApp. Solltet ihr auch zu den Telegram-Nutzern gehören oder nach Argumenten dafür suchen, haben wir etwas für euch: Die 9 besten Telegram-Tricks.

Das sind vier Alternativen zu WhatsApp

Das sind vier bessere Alternativen zu WhatsApp
Das sind vier Alternativen zu WhatsApp

Telegram-Tricks: Das ist der größte Unterschied

Wie bereits erwähnt, basiert Telegram auf einer Open Source-Software, das heißt, der Quellcode ist offen verfügbar. Dadurch sollen unabhängige Entwickler dazu bestärkt werden, an dem Messenger mitzuwirken und selbst neue Funktionen zu kreieren, die allen Usern etwas bringen. Das ist der wohl größte Vorteil gegenüber WhatsApp, in dem die Umsetzung neuer Features und das Fixen von Bugs nicht in dieser schnellen Geschwindigkeit passieren.

Das heißt aber nicht, dass Telegram deshalb ein sichererer Messenger ist. Auch er hat mit Problemen zu kämpfen, jüngst zum Beispiel damit, dass kurzzeitig die Kommunikation über einen iranischen Server lief. Außerdem können Telegram-Nutzer zwar ihre Anrufe und Nachrichten verschlüsseln, die essentielle Ende-zu-Ende-Verschlüsselung, die in anderen Messengern Standard ist, muss aber händisch und einzeln aktiviert werden.

Telegram-Trick #1: Gönnt euch den IFTTT-Bot

Einer der praktischsten Tricks gleich zum Anfang: Telegram hat seinen eigenen Bot. Er funktioniert nach dem Prinzip "If This Then That", mit dem ihr verschiedene für euren Alltag wichtige Szenarien einstellen könnt. Ein Beispiel: Stellt eure Wetter-App am Morgen fest, dass es regnet, erinnert euch der IFTTT-Bot automatisch daran, einen Regenschirm einzupacken, wenn ihr zur Arbeit geht.

So nutzt ihr den IFTTT-Bot auf Telegram:

  • Sucht in Telegram nach dem Account @IFTTT.
  • Drückt anschließend auf /start.
  • Verbindet euren Telegram-Account mit dem Bot-Account.
  • Nun könnt ihr die verschiedenen Szenarien einstellen.

Der Bot hilft übrigens auch, wenn ihr langsames Internet habt. Wollt ihr ein Foto in Google Drive speichern, schickt es einfach an den Bot, der es automatisch in die Cloud hochlädt, sobald der Empfang wieder da ist. Außerdem kann IFTTT in eine Telegram-Gruppe eingeladen werden. Das kann helfen, wenn ihr eure Mitbewohner mal wieder daran erinnern müsst, Toilettenpapier zu besorgen.

Telegram-Trick #2: Chattet geheim und zerstört euch selbst

Wir haben es bereits erwähnt: Bei Telegram ist die Ende-zu-Ende-Verschlüsselung nicht standardmäßig aktiviert wie bei WhatsApp oder Signal. Ein großer Nachteil, denn offensichtlich erkennbar ist die Funktion auch nicht. Aber keine Angst, wir zeigen euch, wie das mit dem geheimen Chat und dem Selbstzerstörungsmodus geht.

Der geheime Chat:

  • Mit dem geheimen Chat könnt ihr Inhalte austauschen, die ihr sicher vor fremden Kontakten verwahrt wissen wollt.
  • Geht in Telegram zu dem Profil eines Kontakts und drückt auf "Geheimen Chat starten".
  • Wichtig: Das Feature gibt es nur für die Smartphone-, nicht für die Desktop-App.
  • Der Vorteil: Keine der Nachrichten aus geheimen Chats können an Dritte weitergeleitet werden. Auch Screenshots sind nicht möglich, die Anzeige auf dem Bild ist dann schwarz.

Der Selbstzerstörungsmodus:

  • Der Selbstzerstörungsmodus verhindert, dass Kontakte eure Nachrichten und Fotos auf unbegrenzte Zeit an Dritte weiterleiten können.
  • Klickt dafür auf das Profilbild eures Chatpartners und setzt eine Zeitspanne, nach deren Ablauf sich die Inhalte, egal ob Nachrichten, Fotos oder Videos, selbst löschen.

Unter den "Privatsphäre und Sicherheit"-Einstellungen und "Erweitert" verhindert ihr übrigens, dass Telegram euren Account nach sechs Monaten Inaktivität automatisch löscht. Der Messenger will dadurch Karteileichen aussortieren und Serverspeicher sparen.

Telegram-Trick #3: Designt es euch selbst

Was WhatsApp bietet, kann Telegram noch besser: neue Designs schaffen. Die Benutzeroberfläche der App könnt ihr nicht nur aus Vorlagen wählen, sondern auch eigens gestalten. Das geht so:

  • Sucht in Telegram nach den Accounts @Androidthemes oder @iosthemes, je nachdem, ob ihr ein Android- oder Apple-Gerät verwendet. Darin teilen Design-Fans ihre Vorlagen mit allen.
  • In der Suche könnt ihr außerdem nach thematischen Hashtags suchen wie #nature oder #dark.
  • Alternativ könnt ihr auch in den Einstellungen unter "Thema" suchen. Dort könnt ihr mit dem Farbregler eure eigenen Themes bauen. In diesem Tutorial seht ihr, wie das geht.

Telegram-Trick #4: Lasst euch bloß nicht erwischen

"Aber du hast die Nachricht doch gelesen!" Wie häufig musstet ihr euch bereits diesen Satz von euren Freunden anhören? Macht Schluss damit und verbündet euch lieber mit den blauen Häkchen. Denn im Gegensatz zum Zusammen habt ihr nämlich die volle Kontrolle darüber, wer sieht, wann ihr online wart. Und zwar so:

  • Geht in Telegram unter Einstellungen in "Privatsphäre und Sicherheit".
  • Tippt auf "Zuletzt gesehen". Dort könnt ihr einstellen, wer euren Online-Status einsehen darf: jeder, nur eure Kontakte oder niemand. Auch Ausnahmen sind drin, das heißt, ihr könnt euren Eltern oder bestimmten Freunden erlauben, euren Status zu sehen.

Telegram-Trick #5: Baut euch eigene Sticker

Was bei WhatsApp erst demnächst implementiert wird, ist bei Telegram schon länger möglich: Sticker. Die sind nicht nur auf der Telegram-Website verfügbar. Ihr könnt auch ganze Sticker-Pakete für Freunde erstellen und mit ihnen teilen. Ein paar Fähigkeiten in der Bildbearbeitung solltet ihr dafür schon haben, abgesehen von guten Fotos. Richtig schwer ist es aber trotzdem nicht.

  • Sucht im Telegram-Suchfenster nach dem Sticker-Bot (@stickers).
  • Tippt auf den /start-Button, um die Unterhaltung zu starten.
  • Tippt anschließend /newpack ein. Dann könnt ihr eurem Paket einen Namen geben und die Bestimmungen zu Größe und Dateiformat durchlesen.
  • Jetzt müsst ihr zur Desktop-App von Telegram wechseln. Dort könnt ihr zum Beispiel mit Photoshop eure Bilder bearbeiten und sie dann wieder in die Telegram-Smartphone-App hochladen.
  • Dort schickt ihr das erste Bild an den Bot. Im Folgenden leitet er euch Schritt für Schritt bis zum Sticker-Paket.

Telegram-Trick #6: Müllt eure Bildergalerie nicht zu

Bei WhatsApp ist es einfach nervig: Wer die Funktion nicht deaktiviert, hat alle Bilder, die er in seinen Chats erhält, automatisch in der Fotogalerie seines Smartphones gespeichert. Telegram wiederum deaktiviert diese Funktion von vorneherein. Wollt ihr sie aktivieren, tut Folgendes:

  • Geht in die Einstellungen und stellt "In der Galerie speichern" an oder aus.

Telegram-Trick #7: Verwaltet mehrere Konten

Von Instagram werdet ihr es noch am ehesten kennen: die Möglichkeit, mehrere Konten über eine App zu verwalten. Auch bei Telegram geht das. Das ist ganz einfach:

  • Geht in der Telegram-App links auf euren Account.
  • Direkt darunter könnt ihr unter "Konto hinzufügen" weitere Accounts einrichten und verwalten.

Gut für alle, die den Kollegen Seriosität und Freunden gerne das Partygesicht zeigen.

Telegram-Trick #8: Spielt mit euren Freunden

Spieleabende mit den Freunden, wer macht das nicht gerne? Und das Beste: Mit Telegram müsst ihr eure Freunde noch nicht mal sehen. Das beliebte Spiel "Cards Against Humanity" gibt es auch als Online-Version in dem Messenger. Wie ihr eure Freunde einladet:

  • Erstellt in Telegram eine Gruppe mit allen Spielfreudigen oder sucht eine Gruppe dafür aus, die bereits besteht.
  • Nehmt den Bot-Account namens @chat_against_humanity_ in die Gruppe mit auf.
  • Tippt /xyzzy_start ein, um das Spiel zu starten. Damit seid ihr zunächst der Spielleiter.
  • Jeder der Spieler muss einen Chat mit dem Bot beginnen, damit es funktioniert. Er stellt ihnen Fragen und Aufgaben.
  • Dann muss jeder Spieler /xyzzy_join in das Spielfenster eingeben.
  • Als Spielleiter müsst ihr nun noch im privaten Chat mit dem Bot "Start" ansagen.
  • Los geht's! Folgt den Anweisungen des Bots.

Andere Spiele in Telegram: Werwolf, Poker, Spyfall. Probiert es einfach mal aus.

Telegram-Trick #9: Sichert eure Daten

Ein Trick, der erst einmal langweilig klingt, kann euch im Zweifel euer "Online-Leben retten", jedenfalls das, was auf Telegram stattfindet. Wer seine Chatverläufe langfristig festhalten will, kann das in der Desktop-App des Messengers tun. Der Vorteil: Ihr habt Einblick in alle Daten, die Telegram von euch anhäuft. Gesammelt könnt ihr sie downloaden und zwar so:

  • Geht in der Desktop-App von Telegram in die Einstellungen und scrollt runter zu "Privatsphäre und Sicherheit".
  • Sucht euch aus, welche Daten ihr exportieren möchtet. Daraufhin erscheint folgendes Fenster:

24 Stunden lang kann es nun dauern, bis ihr eure Daten bekommt. Telegram will dadurch sicherstellen, dass ihr selbst die Anfrage gestellt habt und nicht jemand, der kurz an eurem Gerät war und euren Account hacken will. In der Datei mit den Daten finden sich dann neben Chatlogs, Meta-Daten und aktiven Sessions sogar die IP-Adressen, mit denen ihr euch bei Telegram eingeloggt habt.

Extra-Trick in Telegram: Das Grusel-Feature

Eine jüngere Funktion in dem Messenger gibt übrigens zu bedenken: das Reisepass-Feature "Telegram Passports". Mit ihm sollen sich Nutzer ausweisen können. Sie müssen allerdings darauf vertrauen, dass ihre persönlichen Daten in der Cloud auch sicher sind. Wir werden sehen, ob das nächste Update die Sicherheit verstärken wird.

Fazit: Telegram hat einige Vorteile

Nach diesen neun Kniffen dürfte euch klar sein, dass Telegram einige Tricks drauf hat, die WhatsApp, Signal oder andere Messenger nicht bieten können. Zwar ist es auch nicht unbedingt der sicherste Messenger, der Vorteil der Open Source-Software versteht sich allerdings von selbst. Ob Daten-Download oder geheimer Chat: Wenn die User am Produkt mitwirken, kann daraus Kreatives entstehen – und das kann am Ende den Datenschutz sogar verbessern.

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