Überall hört man von gefährlicher Strahlung, die von sämtlichen elektrischen Haushaltsgeräten ausgehen soll. Zum dadurch entstehenden „Elektrosmog“ und dessen Auswirkungen auf unsere Gesundheit gibt es verschiedene Studien. Auch wenn man noch keine genauen Aussagen auf Langzeitwirkungen treffen kann, gibt es schon einige Erkenntnisse zum aktuellen Wissensstand, ob WLAN-Strahlung wirklich gefährlich ist.

Mythos WLAN-Strahlung: Gefährlich oder unbedenklich?

Die drahtlose Datenübertragung über das WLAN verläuft über hochfrequente elektromagnetische Felder. Nach den aktuellen Messungen des Bundesamtes für Strahlenschutz wird die ausgehende WLAN-Strahlung des Routers als ungefährlich eingestuft. Die bis jetzt einzige gesundheitsrelevante Wirkung, die nachgewiesen werden konnte, war eine Erwärmung des Körpers.

Die Strahlungsbelastung bei elektronischen Geräten wird mit der spezifischen Absorbtionsrate (kurz SAR) gemessen. Mit diesem Wert wird die Toleranz zu elektrischen Wechselfeldern angegeben. Wenn wir diese elektromagnetische Energie aufnehmen, erwärmt sich unser Körper dadurch. Für eine gesundheitsschädliche Belastung durch Strahlung wurde von Fachleuten ein Grenzwert festgelegt – Router-Modelle der heutigen DSL-Anbieter liegen dabei weit unter diesem Grenzwert.

Damit ihr euch das ganze besser vorstellen könnt: Ein iPhone 7 hat derzeit einen SAR-Wert (gemessen in Watt/kg) von 1,38, während der Wert vieler Router zwischen 0,1 und 0,3 liegt. Somit haben Smartphones eine wesentlich höhere Strahlenbelastung. Welche 15 Handys besonders stark strahlen, zeigen wir euch hier.

WLAN-Strahlung sollte möglichst gering gehalten werden

Das Bundesamt für Strahlenschutz rät dennoch, die Strahlung so gering wie möglich zu halten. Da die Technik noch sehr jung ist, konnte man bisher keine aussagekräftigen Langzeitstudien machen. Obwohl die einzige nachgewiesene Veränderung am Körper die Erwärmung ist, gibt es Fälle, die von einer angeblichen verminderten Konzentrationsfähigkeit, erhöhtem Krebsrisiko und anderen Gesundheitsrisiken sprechen. Jedoch konnte das noch nicht vollständig belegt werden.

Hier sind einige Tipps, wie ihr versuchen könnt die WLAN-Strahlung eures Routers zu reduzieren:

  • Die Strahlenbelastung steigt mit der Nähe zum Router: Entfernt ihr euch bereits einen Meter, wird die Belastung um etwa 80 Prozent entfernt. Stellt den Router am besten so weit wie möglich weg vom Arbeitsplatz auf.
  • Nachts könnt ihr den WLAN-Router auch ausschalten beziehungsweise, wenn ihr ihn für mehrere Stunden nicht benutzt. In manchen Routern kann man einen bestimmten Zeitraum zum Abschalten einstellen. Neueste Modelle können sogar so konfiguriert werden, dass die Sendeleistung reduziert wird.
  • Der sicherste Weg: Verbindet eure Geräte per LAN-Kabel mit dem Gerät. Ihr setzt euch dadurch keiner Strahlung aus und eure Verbindung kann darüberhinaus stabiler ausfallen. Habt ihr trotzdem Probleme mit dem Internet, könnte euch das Ändern des DNS-Servers helfen.

Fazit: WLAN-Strahlung ist nach heutigem Stand unbedenklich

Die WLAN-Strahlung eures Routers ist nach dem Bundesamt für Strahlenschutz nicht gefährlich. Zumindest liegt der Wert der Strahlungsbelastung bei Routern noch unter dem der Smartphones. Dennoch sollte man präventiv versuchen, die WLAN-Strahlung zu minimieren, da Langzeitstudien zu den gesundheitlischen Auswirkungen auf unseren Körper noch fehlen.

Die Nutzung eines LAN-Kabels oder das Ausschalten des Routers über Nacht kann da schon helfen. Auch euer Smartphone muss nicht immer an bleiben: Wir erklären euch wann und warum das Handy ausgeschaltet werden sollte.

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