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Gefahr aus dem Netz: Wie du dich vor Doxing schützen kannst

Doxer sind digitale Stalker, die mit einem Klick dein Leben für immer verändern können.
Doxer sind digitale Stalker, die mit einem Klick dein Leben für immer verändern können.
Foto: imago/Ikon Images
Selbstjustiz, Bloßstellung, Trolling – die Liste der Gründe, die es für Doxing gibt ist nahezu endlos. Wir verraten dir, wie du dich dennoch schützen kannst.

Zunächst sollte geklärt werden, was "Doxing" – oder "Doxxing" – überhaupt bedeutet. Abgeleitet von der englischen Abkürzung für "Dokumente" (dox) beschreibt es das Sammeln und Veröffentlichen persönlicher Daten eines oder mehrerer Opfer. Dies geschieht meist auf digitalem Wege, weswegen Menschen, die mit dem Internet weniger vertraut sind, teils einfacherere Ziele darstellen. Wir verraten dir, wie du dich vor Doxing schützen kannst.

Doxing: So kommen sie an deine Daten

Um zu lernen, wie du dich vorm Doxing schützen kannst, solltest du zuerst wissen, wie es Leuten überhaupt gelingt, andere zu doxen. Dabei sammeln sie nämlich nicht nur Bilder und Informationen aus deinen Profilen in sozialen Netzwerken, sondern durchstöbern zum Teil auch Datenbanken. Neben Onlinemedien zählen dazu mitunter Telefon- und Adressverzeichnisse sowie Mitgliederbanken von Vereinen, Parteien oder anderen Organisationen.

Social Engineering spielt eine weitere wesentliche Rolle beim Informationsgewinn. Es bezeichnet die zwischenmenschliche Beeinflussung, um an kompromittierendes Bildmaterial oder andere vertrauliche Daten zu gelangen. Gerade im Internet haben es die Doxer besonders leicht. Nicht umsonst fiel das Doxing in den Vergangenen Jahren unter die Mittel der Wahl der Anonymous-Bewegung und ähnlicher Organisationen.

Video: Doxing Tutorial

Wie du dich vor Doxing schützen kannst

Neben sozialen Medien solltest du auch in Foren, vor allem aber in vermeintlich Anonymen Chat-Rooms, genau darauf Acht geben, was du von dir preisgibst. Dabei müssen das nicht immer Daten sein, die du direkt Aussprichst. Im IRC-Chat von QuakeNet beispielsweise wird automatisch deine IP-Adresse ausgespielt, sofern du dies nicht über die Einstellungen verhinderst. Die IP macht deine Geräte adressier- und erreichbar – ab hier ist es für geübte Doxer ein Kinderspiel.

Was also tun? Nutze entweder Proxy-Netzwerke, wie den Tor-Browser oder verschaff dir auf andere Weise VPN-Zugänge. Doch gibt es auch um einiges einfachere Wege, deine Identität im Netz zu schützen. Ein erste Schritt sollte dabei die Selbstreflexion sein. Sei dir darüber im Klaren, welche Informationen du bei Facebook und Co. teilst und check am besten auch deine Privatsphäreeinstellungen immer noch mal gegen.

Doxing-Himmel Phishing-Mails

Auch solltest du – sofern noch nicht vorhanden – ein Bewusstsein dafür entwickeln, dass nicht jeder, dem du im Netz begegnest, wirklich der ist, für den er sich ausgibt. Gehe behutsam mit deinen persönlichen Daten um und achte darauf, welcher Seite beziehungsweise welchem Unternehmen du welche Rechte gibst. Im digitalen Zeitalter ist jeder von uns ein offenes Buch.

Ähnliches gilt für E-Mails unbekannter Absender. Klickst du hier einen falschen Link, kannst du dir schneller einen Trojaner einfangen, als du gucken kannst. Doch stellen sie nicht nur im Kontext des Doxings eine ernstzunehmende Gefahr dar, da mit ihrer Hilfe nahezu jeder Virus verschleiert auf deinen Rechner gelangen kann.

Vorsorge ist besser als Nachsorge

Erst im Januar 2019 fielen hunderte Politiker des deutschen Bundestage sowie diverse Personen des öffentlichen Lebens einer groß angelegten Doxing-Attacke zum Opfer. Tinder und ähnliche Datingapps und -seiten bergen ebenfalls Risiken. Hier kommen Doxer häufig an kompromittierende Aufnahmen – nicht umsonst warnt die Polizei vor "Sexpressung". Wir zeigen dir außerdem, wie du ein sicheres Passwort erstellen kannst, um dich noch besser zu schützen.

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