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Ausgerechnet dieses Antivirus-Programm sammelt deine Daten

Willst du diene Daten sicher wissen, solltest du Avast deinstallieren. Mit Avast Antivirus werden sie nämlich gesammelt.
Willst du diene Daten sicher wissen, solltest du Avast deinstallieren. Mit Avast Antivirus werden sie nämlich gesammelt.
Foto: iStock/PeopleImages
Ein bekanntes Antivirus-Programm soll seine Nutzer ausspionieren und ihre Daten verkaufen. Die Software zu deinstallieren, kann womöglich nicht schaden.

Avast Antivirus versorgt weltweit Hunderte Millionen Kunden mit zum Teil kostenloser Antivirus-Software, um diese vor schädlichen Programmen zu schützen. Tatsächlich könnte die Software selbst jedoch zur Gefahr werden, weswegen es sich lohnt, Avast zu deinstallieren.

Avast deinstallieren: So wirst du hintergangen

Das millionenschwere Unternehmen hinter Avast Antivirus soll die Nutzerinformationen seiner User seit mindestens sechs Jahren an Dritte verkaufen. Betroffen sind davon wohl vor allem Daten über deren Verhalten beim Browsen und Internetgewohnheiten. Wer seine Privatsphäre schützen will, sollte Avast deinstallieren.

Dass Aavst Nutzer ausspioniert werden sollen, hat inzwischen dazu geführt, dass Viele die Tools des Softwareherstellers als "Spyware" betiteln und auch Browser wie Mozilla und Opera haben aus Bedenken bereits einige Erweiterungen von Avast Antivirus aus ihren Add-on-Stores entfernt.

(Update vom 20. Dezember 2019: Seit dem 17. Dezember sind die die Browser-Erweiterungen Avast Online Security und AVG Online Security sowohl im Chrome-Store als auch im Mozilla Store wieder verfügbar.)

Avast Antivirus-Unternehmen sieht sich ungerecht verurteilt

Gegenüber Forbes erklärte Avast-CEO Ondrej Vlcek dagegen, die verkauften Informationen wären anonym und nicht auf einzelne Nutzer zurückzuführen. Avast zu deinstallieren, kann jedoch eine Option sein, solltest du auf Nummer sicher gehen wollen.

So sammle man zunächst die Daten der Avast Antivirus-Nutzer über eine Browsererweiterung. Bevor diese jedoch den unternehmenseigenen Server erreichen, würden die Informationen von jeglichen personenkennzeichnenden Merkmalen gereinigt. Die bereinigten Daten würden dann als "Insights, wie Nutzerkohorten im Internet das Web nutzen" verkauft.

Offizielles Statement von Avast

Von deutscher Unternehmensseite gibt es gegenwärtig ein offizielles Statement zu Avast Antivirus und der vermeintlichen Spionage. Auch hier beruft man sich wie Vlceks darauf, dass ausschließlich anonymisierte Daten verkauft würden, nicht aber personenbezogene Informationen. Dass Daten gesammelt werden, bestätigt aber auch dieses Statement:

„Die Sicherheit und der Datenschutz unserer Benutzer haben für uns oberste Priorität. Aus diesem Grund gelten bei Avast umfassende und strenge Datenschutzrichtlinien. Die Berichte über den Verkauf von personenbezogenen Daten an Dritte entsprechend nicht der Wahrheit.

Damit unsere Browsererweiterungen Bedrohungen erkennen und blockieren können, müssen wir URL-Daten erfassen können. So funktionieren unsere und viele andere Antivirenlösungen. Dazu bedarf es keiner personenbezogenen Informationen. Zum Schutz der Privatsphäre unserer Benutzer werden die von uns erfassten Daten daher vollständig anonymisiert gespeichert. Alle Daten, die zur Identifizierung einer Person verwendet werden könnten, werden zuvor gelöscht.

Diese zusammengefassten, statistischen Daten teilen wir mit Jumpshot, unserem firmeneigenen Unternehmen für Marketinganalysen. Seit seiner Gründung sind wir für unsere Kunden und den Markt damit transparent umgegangen (zum Blogpost).

Wir haben ein offenes Ohr für alle Bedenken. Wir führen bei Bedarf neue Methoden ein und arbeiten bereits an Änderungen unserer Browser-Addons, um den neuen Datenschutzrichtlinien von Mozilla gerecht zu werden.

Wir erheben nur die Daten, die für die Erbringung unserer Dienstleistungen erforderlich sind. Avast befolgt die Best Practices der Branche zur Einhaltung der DSGVO, die in der Datenschutzerklärung (zur Seite) näher beschrieben sind. Wir haben auch ein Datenschutzportal (zur Seite), in dem sich Kunden unserer Produkte anmelden und überprüfen können, welche personenbezogenen Daten wir über sie gespeichert haben.“

Nutzer sollen Datensammelei widersprechen können

Wie Avast zu Antivirus weiter bekannt gegeben hat, soll der Datenschutz bereits kurz nach der Berichterstattung zur Sammlung von Daten weiter erhöht worden sein. Auch hätte alle Nutzer die Möglichkeit, der Datennutzung zu widersprechen. Die Daten neuer Nutzer würden dagegen nur dann erfasst, wenn Sie sich aktiv dazu entscheiden, am Panel teilzunehmen.

Sollten Daten tatsächlich erfasst werden, geschehe dies ausschließlich anonym und aggregiert. Es ließe sich beispielsweise nur sagen, wie viele Nutzer bei einem bestimmten Onlineshop eingekauft haben, aber nicht, wer dort eingekauft habe.

So kannst du Avast deinstallieren

Zwar versicherte auch Vlcek, dass Avast Antivirus nichts unternehmen würde, um Kunden, die mit der Software ihre Daten schützen wollen, zu gefährden. Dennoch wird der Verkauf der Informationen über die zu Avast gehörige Webseite Jumpshots damit angepriesen, "zu verfolgen, was Nutzer im Internet gesucht, wie sie mit einer bestimmten Marke interagiert und was sie gekauft haben".

Willst du dennoch Avast deinstallieren, und sei es präventiv, gehst du so vor:

  • Nutze den Avast Setup-Assistenten für die Deinstallation (zur Anleitung https://support.avast.com/de-de/article/10).
  • ODER unter Windows
  • Start > Apps und Features > Avast Antivirus > Deinstallieren

Hast du Avast deinstallieren können, denk daran,dich mit einer andern Antivirus-Software abzusichern. Alternativen für ebenfalls kostenlosen Virenschutz gibt es einige. Zum Beispiel sollen diese Programme als Antivirenschutz überzeugen.

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