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Totale Überwachung? Telekom gibt Bewegungsdaten ihrer Kunden heraus

Die Telekom teilt die Bewegungsdaten ihrer Kunden. Alles nur zum Kampf gegen das Coronavirus?
Die Telekom teilt die Bewegungsdaten ihrer Kunden. Alles nur zum Kampf gegen das Coronavirus?
Foto: iStock/gremlin
Telekom-Kunden mögen sich momentan vielleicht wundern, wieso die Bewegungsdaten ihrer Smartphones einfach herausgegeben werden. Wir klären dich auf.

Die aktuelle Lage auf der ganzen Welt hinsichtlich des Coronavirus wird jedem bekannt sein. Immer deutlich wird es, dass ein wirksames Hilfsmittel die soziale Isolation sein könnte. Doch wie das Robert-Koch-Institut (RKI) bemerkte, sind noch viel zu viele Menschen mobil unterwegs. Ein neuer Weg der Überwachung soll helfen, die Mobilität im Blick zu behalten. Dabei kommt die Telekom mit den Bewegungsdaten der User ins Spiel.

Coronavirus: Telekom reicht Bewegungsdaten weiter

Das RKI bedient sich der Bewegungsdaten von Telekom-Kunden, um die Mobilität der Bürger zu kontrollieren. Rund 46 Millionen Kunden sollen dadurch beobachtet werden. Auf diese Weise lassen sich Bewegungsströme abbilden. Dadurch lassen sich auch Prognosen zur Ausbreitung des Coronavirus tätigen. Die Daten, mit denen das RKI arbeitet sind anonymisiert und lassen sich auf Bundesländer und Kreisebene herunterbrechen.

Daher können Telekom-Kunden gerade aufatmen: Das individuelle Tracking ist nicht möglich. Nur nach richterlicher Anordnung könnten diese Bewegungsdaten personalisiert bekanntgegeben werden. Anonymisierte Datenpakete werden von der Telekom schon seit Jahren vermarktet. Das RKI erhält sie diesmal aber kostenlos. Datenschutzrechtlich ist die Weitergabe der Bewegungsdaten unbedenklich. Die Weitergabe gilt lediglich dem Zweck des Gesundheitsschutzes. Bislang ist noch unklar, ob auch weitere Mobilfunkanbieter sich dem Beispiel der Telekom anschließen werden.

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Andere Länder gehen drastischer vor

In anderen Ländern werden die Datenschutzrichtlinien weitestgehend ignoriert. China und Israel greifen sogar auf die GPS-Daten der User zu. Das ermöglicht eine lückenlose Überwachung. Israel möchte auf diese Weise Personen vor dem Kontakt mit Infizierten warnen und auch die Quarantäne-Einhaltung überprüfen. In den USA wurden auch schon größere Unternehmen wie Facebook oder Google gebeten, ihre Daten preiszugeben, um gegen das Coronavirus anzukämpfen.

Wie geht es wohl in Deutschland weiter?

Das RKI ist noch lange nicht zufrieden mit den Bewegungsdaten der Telekom. Es wird momentan an einer App gearbeitet, um personalisierte Handy-Daten auszuwerten, berichtet die Süddeutsche Zeitung. Die Entwicklungen der Anwendung soll datenschutzrechtlich konform sein. Bislang ist noch unklar, auf welche Daten dabei genau zugegriffen werden soll. Wie es aussieht, ist die Telekom jedenfalls für den Coronavirus-Notfall gewappnet. Homeoffice sollte kein Problem sein. Einige Streaming-Portale sind unter Zugzwang, wenn es um Live-Übertragungen geht. Bekommen Kunden bald ihr Geld zurück?

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