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Umfrage zeigt: Deutschland wünscht sich ein Handy-Pfand

Apple- und Android-Smartphones produzieren viel Elektroschrott, weswegen es wichtig ist, dass die wertvollen Rohstoffe wiederverwendet werden. Ein Pfand könnte helfen.
Apple- und Android-Smartphones produzieren viel Elektroschrott, weswegen es wichtig ist, dass die wertvollen Rohstoffe wiederverwendet werden. Ein Pfand könnte helfen.
Foto: Ready Made/Pexels
Könnte es bald ein Pfand für Apple- und Android-Smartphones geben? Zu diesem Thema wurde eine Umfrage durchgeführt, die Meinung der Deutschen überrascht.

Laut einer Umfrage können sich viele Menschen in Deutschland vorstellen, ein Pfand auf elektrische Geräte wie Apple- und Android-Smartphones zu zahlen, ähnlich wie bei Flaschenpfand. Ein solches System soll dafür sorgen, dass mehr Elektroschrott recycelt wird.

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Ein Pfand für Apple- und Android-Smartphones?

Bestimmt weißt du schon vom Flaschenpfand, wie ein Pfandsystem funktioniert. Beim Kauf verschiedener Produkte musst du eine kleine Gebühr bezahlen, das Pfand. Er soll sicherstellen, dass die leeren Flaschen aus Plastik oder Glas nach der Verwendung wieder dem Kreislauf hinzugefügt und für die Wiederverwendung recycelt werden können. Ein solches System kann sich ein Großteil der Deutschen auch für Apple und Android-Smartphones vorstellen, berichtet das Magazin t3n unter Berufung auf eine Umfrage der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (BDU).

Alte Handys können recycelt werden, um nicht nur die Kunststoffe der Verpackung wiederzuverwerten, sondern auch Edelmetalle und seltene Stoffe wie Silber, Gold, Kupfer oder Kobalt aus dem Innenleben zu holen und wiederzuverwenden.

Große Mehrheit der Deutschen befürwortet den Handy-Pfand

Laut der Umfrage der DBU finden 87 Prozent der Befragten Personen einen Handy-Pfand "sehr gut" oder "gut". Die hohe Akzeptanz hierzulande ist vermutlich auch darauf zurückzuführen, dass das Pfandsystem bei Flaschen ein großer Erfolg ist und dafür sorgt, dass mehr recycelt und weniger verschwendet oder zerstört wird.

Elektroschrott wird auf der Welt zu einem immer größeren Problem, was auch daran liegt, dass Produkte heutzutage nicht mehr darauf ausgelegt sind, ohne Weiteres repariert werden zu können. 91 Prozent der Befragten gaben an, dass sich Reparaturen von Technik wie Smartphones oder Haushaltsgeräten finanziell oft nicht lohnen würde.

Elektrogeräte wie Smartphones dürfen eigentlich nicht über den Hausmüll entsorgt werden, doch leider geschieht das (besonders bei Handys) immer wieder, was dazu führt, dass die wertvollen Rohstoffe verlorengehen. Schätzungen zufolge liegen allein in Deutschland etwa 200 Millionen ungenutzte Mobiltelefone herum.

Elektroschrott ist ein globales Problem

Laut dem DBU-Generalsekretär Alexander Bonde wurden im Jahr 2019 knapp 54 Millionen Tonnen Elektroschrott erfasst. Dazu gehören nicht nur Apple- und Android-Smartphones, sondern auch andere elektronische Geräte wie Kühlschränke, Monitore, Laptops und Ähnliches. Insgesamt ergibt einen Pro-Kopf-Wert von 7,3 Kilogramm für jeden Menschen auf der Welt.

Ob ein solches Pfand jemals von der Politik diskutiert und eingeführt wird, bleibt abzuwarten. In der Vergangenheit wurde auch schon die Möglichkeit diskutiert, Hersteller von Smartphones zu verpflichten, die Handyakkus austauschbar zu machen. Weißt du, wie DVDs und CDs ordnungsgemäß entsorgt werden müssten? Wir verraten es dir.

Quelle: t3n, DBU

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