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Schutz für Bundeswehrhelfer: Google sperrt afghanische Konten

Taliban-Kämpfer haben am 16. August den Präsidentenpalast in Afghanistans Hauptstadt Kabul übernommen.
Taliban-Kämpfer haben am 16. August den Präsidentenpalast in Afghanistans Hauptstadt Kabul übernommen.
Foto: Getty Images/Noorullah Shirzada
Artikel von: Philipp Rall
Die Taliban haben in Afghanistan abermals die Macht an sich gerissen. Google-Konten könnten ihnen helfen, politische Gegner:innen aufzuspüren.

Am 16. August haben die Taliban den afghanischen Präsidentenpalast in Kabul übernommen. Nach dem Abzug internationaler Truppen übernahmen sie die Macht in der Hauptstadt. Vor allem Mitglieder der Regierung sowie Helfer:innen der Bundeswehr und anderer Militärs befinden sich nun in Gefahr. Die Sperrung von Google-Konten könnte beim Schutz ihrer Identität helfen.

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Afghanistan: Taliban könnten Regierungsdatenbanken nutzen

Die Bundes- und andere Regierungen haben in den vergangenen Wochen massive Kritik auf sich gezogen. Anlass dafür war, dass die Heere bei ihrem Abzug teils unverschlüsselte Karteien mit jenen Personen zurückließen, die ihnen in Afghanistan halfen. Somit haben es die Taliban leicht, ebendiese Menschen aufzuspüren. Mit der Übernahme des Präsidentenpalasts besteht zudem das Risiko, dass die deobandisch-islamistische Terrorgruppe auf Regierungsdatenbanken und E-Mails zugreift.

"Es würde eine wahre Fülle von Informationen liefern", erklärte der Sicherheitsforscher Chad Anderson der Nachrichtenagentur Reuters. "Allein schon eine Mitarbeiterliste auf einem Google Sheet ist ein großes Problem", sagte er und verwies auf Berichte über Repressalien gegen Regierungsmitarbeiter.

Google sperrt offenbar Konten

Reuters zufolge habe Google bereits damit begonnen, Konten ehemaliger Regierungsmitglieder zu sperren. In einem am Freitag veröffentlichten Statement habe das Unternehmen dies allerdings nicht eindeutig bestätigt. Klargestellt wurde allerdings, dass Google "vorübergehende Maßnahmen zur Sicherung relevanter Konten ergreift".

Aus bisherigen Aufzeichnungen gehe zudem hervor, dass einige Regierungsmitglieder auch Microsoft-Dienste nutzten. Bislang sei allerdings noch nicht klar, ob und welche Schritte das Unternehmen eingeleitet hat, um Helfer:innen zu schützen. Einen Kommentar abzugeben habe sich Microsoft geweigert.

WhatsApp ergreift Maßnahmen

Gegenüber Google und Microsoft scheint klar, welche Maßnahmen Facebook bisher getroffen hat. So bannte das Unternehmen offizielle Taliban-Gruppen bei WhatsApp und hat mittlerweile auch die Beschwerde-Hotline der Taliban auf WhatsApp deaktiviert.

Quelle: Reuters

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