Dass der Mensch noch keine Reise zum Mars persönlich angetreten hat, liegt vor allem an der Technik. Das ist eine simple Antwort, mit denen sich jedoch Milliardäre wie Elon Musk zufrieden geben, der am liebsten bereits vorgestern auf dem Roten Planeten gesiedelt hätte. Was jedoch gesichert scheint, ist die Tatsache, dass wir kurz vor der Umsetzung einer solchen Reise stehen.

Reise zum Mars: Die entscheidenden Fakten

Bevor der erste Mensch den Mars betreten kann, müssen einige Probleme im Vorfeld gelöst werden. Die vermutlich größte Herausforderung ist hierbei die Distanz. Im Durchschnitt liegen Erde und Mars 70 Millionen Kilometer voneinander entfernt. Diese ungefähre Distanz hat jedoch nichts mit den realen Entfernungen zu tun. Zwar schrieb Der Standard noch im März 2021, dass Musk noch vor 2030 den Roten Planten anpeilen könnte. Die Umsetzbarkeit könnte jedoch vorerst an den schieren Distanzen scheitern.

Weil der Mars auf einer größeren Umlaufbahn um die Sonne kreist, verändert sich auch der Abstand zwischen ihm und unseren Heimatplaneten beträchtlich. Alle zwei bis zweieinhalb Jahre ist der Mars mit einem mittleren Abstand von 56 Millionen Kilometern nah genug dran, um bereist zu werden. Dann nämlich würde die Reise „nur“ sechs bis sieben Monate dauern.

Diese Zahlen bedeuten aber auch im Endeffekt, dass eine Marsmission nur alle zwei bis zweieinhalb Jahre starten und wieder zurückkehren kann. Im Prinzip würde eine Mars-Crew die Erde für Jahre nicht mehr sehen. Was das für die Psyche und Gesundheit der Crew bedeutet, kann nur erahnt werden. Hat ein Mensch erst einmal den Mars betreten, wird er für mehr als ein bis zwei Jahre auf ihm überleben müssen.

Wohin mit der Radioaktivität?

Ein weitere Problem: Bevor die Reise zum Mars richtig beginnen kann, müssen die zukünftigen Astronaut:innen vor der massiven Sonneneinstrahlung geschützt werden. Dabei handelt es sich jedoch nicht um eitel Sonnenschein, sondern um radioaktive Strahlung, die unserer Heimatstern in gewaltigen Eruptionen ausstößt. Die Reise zum Mars ist also auch eine Frage der technischen Umsetzbarkeit.

Heute weiß man, dass eine solche Sonneneruption vermutlich beinahe den Astronauten der Apollo-Missionen zum Verhängnis geworden wäre. Sollte eine Reise zum Mars mit einer Crew stattfinden, bliebe die monatelange Reise nicht vor radioaktiver Einstrahlung verschont. Wäre eine künftige Mars-Crew solchen Strahlungswerten ausgesetzt, blieben ihr ohne weitere Schutz nur wenige Stunden, um zu überleben.

Die Reise zum Mars hat bereits begonnen

Hierfür findet sich aber bereits jetzt ein Fingerzeig für eine künftige Mars-Mission. Bereits 2025 soll die Artemis III-Mission Menschen zurück auf den Mond bringen. Die Mission gilt als ein erster Schritt, um weiter zum Roten Planeten zu fliegen. Denn auf dem Mond sollen die Astronaut:innen und Wissenschaftler:innen lernen, über einen längeren Zeitraum auf einem fremden Himmelskörper zu leben.

Auch das Thema der hohen Strahlungsbelastung durch die Sonne soll hierbei eine Rolle spielen. Die Mannschaftskapsel der Artemis III-Mission wird im Gegensatz zu den Apollo-Missionen Wassertanks im Rumpf besitzen. Dadurch sollen Menschen während des Flugs vor radioaktiver Strahlung geschützt werden.

Eine erneute Landung auf dem Mond stellt daher ein erstes Experiment da. Es soll auch klären, wie eine bemannte Mars-Mission umgesetzt werden kann. Außerdem besitzt der Mond keine Atmosphäre. Raketenstarts von unserem Trabanten aus sind daher weitaus energieeffizienter und könnten uns mittelfristig den Mars ein großes Stück näher bringen.

Nur eine Frage der Zeit

Dass der Mensch irgendwann auf dem nächsten Nachbarn der Erde stehen wird, ist nur eine Frage der Zeit. Bisher planen gleich mehrere Länder Mission zum Mars, bemannte wie unbemannte. Es scheint daher realistisch, dass Menschen bereits in den 2030iger Jahren, spätestens aber ab 2040 ihren Fuß auf dem Roten Planeten gesetzt haben werden.

Quelle: eigene Recherche, Der Standard, SWR Wissen

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