Gerade in ländlichen Regionen Deutschland steckt die digitale Infrastruktur in den Kinderschuhen. Nicht jeder Funkmast wird auch von jedem Netzanbieter unterstützt und so können die Performance-Lücken von Dorf zu Dorf teils dramatisch ausfallen. Internet über Satelliten scheint hier Abhilfe zu bieten, dabei ist der Segen aus dem Orbit nicht für jeden etwas.

Vorteile und Nachteil im Überblick

Klar: Wer keine gute DSL- oder LTE-Verfügbarkeit hat, ist zwischen Wald und Wiesen meistens aufgeschmissen. Selbst der schönste Urlaub auf dem Bauernhof oder Besuch bei den Eltern wird somit eine Belastungsprobe. Internet über Satelliten kann dabei eine gute Alternative darstellen. Das Netz aus dem Orbit ist praktisch überall verfügbar, weil es nicht durch eine auf Kabeln basierende Infrastruktur angewiesen ist.

Stattdessen stützen sich die Anbieter hierbei auf im Orbit kreisenden Satelliten, die den Breitband-Zugang überall auf die Welt tragen. Das stimmt zumindest in der Theorie. In der Praxis jedoch ist das Internet über Satelliten vor allem eine Frage von Kapazitäten. Wie gut das Netz wirklich ist, hängt auch davon ab, wie viele Satelliten der Provider zur Verfügung hat und auf welchen Erdumlaufbahnen diese kreisen.

Mittlerweile tummeln sich mehrere Anbieter auf dem Markt. Allen gemeinsam ist, dass die Tarife für eine Breitband-Verbindung zum Satelliten in der Regel teurer ist, als kabelgestütztes DSL. Hinzu kommt, dass nicht jeder Anbieter gleichviele Satelliten hat. So kann es oft zu Schwankungen kommen, wenn gerade kein Satellit in der Nähe ist.

Internet über Satellit: Für wen es sich lohnt

Die Antwort könnte so einfach sein. Im Prinzip lohnt sich das Satelliten-gestützte Internet für alle, die über keinen terrestrischen Zugang zum Internet via Glasfaser-Kabel Zugang haben. Die Netzabdeckung ist bei Satelliten aber nicht weniger problematisch, denn es muss genug von ihnen geben, damit das Internet auch stabil bleibt.

Bevor du dir also überlegst Internet über Satelliten zu beziehen, solltest du dir über die aktuelle Netzabdeckung in deiner Region Gedanken machen. Über den Breitbandatlas des Bundesministeriums für Digitales und Verkehr kannst du genau sehen, ob sich Satelliten-gestütztes Internet bei dir lohnen würde.

In der Regel sind hierfür auch die Kosten höher. Wer als Privatperson also auf die Annehmlichkeit eines schnellen Breitband-Internets nicht verzichten möchte, der kann sich ruhig aus dem Orbit berieseln lassen. Dennoch ist die Infrastruktur eher auf Unternehmen und Freelancer:innen ausgelegt, die rund um die Uhr auf schnelle Breitbandverbindungen angewiesen sind.

Anbieter und Tarife

In Deutschland bieten gleich mehrere Anbieter Satelliten-gestütztes Internet an. Die Preis-Leistung kann sich dabei stark unterscheiden.

skyDSLSATSURF by FiliagoStarDSLEUSANET
Max. Downloadrate 30 Mbit/s 50 Mbit/s 22 Mbit/s30 Mbit/s
Max. Uploadrate6 Mbit/s4 Mbit/s6 Mbit/s6 Mbit/s
Kündigungsfrist4 Wochen3 Monate2 Monate 1-2 Monate
Kauf Sat-Anlage399,90 €399,95 €399,00 €249,00 € – 499,00 €
Miete Sat-Anlage 9,90 €/
einmalig 69,90 €
9,95 € 8,95 € 7,95 €
Bereitstellung für Telefon 19,90 € 19,95 € 9,95 € 19,90 €
Bereitstellung für TV 29,90 € 39,95/44,95 € 59,90 € 59,90 €
Vertragslaufzeitkeine  24 Monate 24 Monate1-24 Monate

Internet über Satelliten: Fazit

Wer einen schnellen Breitband-Internetzugang haben möchte, der kann auf Satelliten setzen. Die Technik ist bereits gut entwickelt und sollte für wenig Probleme sorgen. Einzig die Latenz des Empfangs sollte im Blick behalten werden. Zwar werben Provider mit nahezu flächendeckenden Empfang an den Abgelegensten Orten, doch darüber dann auch wirklich Satelliten kreisen, sollte vorab geprüft werden.

Und ob sich der Preis für verkürztere Ladezeiten bei Netflix und Co. lohnen, sollte auch gut überlegt sein. Dass europäische da noch Glück haben, zeigt Elon Musks Starlink-Programm, denn die Kosten des Starlink Satelliten-Internet haben es in sich.

Quellen: Bundesministerium für Digitales und Verkehr | Der Breitbandatlas, Netzsieger.de, skyDSL

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