Eine Null zu viel, ein Zahlendreher in der IBAN: Vor allem unter Zeitdruck kann eine fix getätigte Transaktion ziemlich in die Hose gehen. Wer seine Überweisung zurückholen möchte, sollte in der Regel schnell handeln. Die Erfahrung zeigt, dass die eigene Bank und die Bank des Empfängers häufig ein Augen zudrücken. Was du dabei genau beachten solltest, und wann das Geld dann doch weg ist, erfährst du in diesem Artikel.

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Lastschriften reklamieren: So einfach geht´s

Hast du online oder auf dem Papier einen Fehler in deinem Lastschriftverfahren entdeckt, kannst du das Geld von der Bank zurückbekommen. Wenn der Betrag etwa doppelt abgebucht wurde, oder die Summe zu hoch ist, kannst du das Geld nach dem Bürgerlichen Gesetzbuch § 675x IV zurückfordern. War das Lastschriftverfahren bereits abgesegnet, bleiben dir hierfür acht Wochen. Hast du hingegen erfahren, dass das Geld ohne deine Zustimmung transferiert wurde, bleiben dir sogar ganze 13 Monate Zeit. Die Überweisung durch das Lastschriftverfahren kannst du also relativ leicht zurückholen.

Mit der Funktion „Lastschrift zurückgeben“ kannst du das Geld auch über deinen Online-Banking-Account bekommen. Bei den meisten Anbietern wird dir diese Funktion bei der Leiste „Umsätze“ deines Giro-Kontos aufgezeigt. Solltest du noch kein Online-Zugang zum Banking haben, kannst du dich auch direkt schriftlich an deine Bank wenden. In einem Formular musst du hierfür folgende Angaben machen:

  • Datum der Lastschrift
  • Abgebuchter Betrag
  • Empfänger:in/ Firma des Lastschriftverfahrens

Überweisung zurückholen: Darauf solltest du achten

Überweisungen können tückisch sein. Ein Zahlendreher in der IBAN oder der Kontonummer reicht in der Regel aus, damit das Geld zwar von deinem Konto abgebucht wird, aber niemals empfangen wird. Wie Finanztip.de schreibt, kannst du das Geld im Gegensatz zu einem Lastschriftverfahren nicht einfach zurückholen. Banken müssen in der Regel überzeugt werden, weil digitale Sicherheitsmaßnahmen falsche oder leere Überweisungen schwieriger machen. So warnt dich dein Online-Banking vor, wenn eine falsch eingetippte IBAN nicht abgerufen werden kann. Anders sieht es aber aus, wenn deine IBAN zwar die Richtige ist, aber die Empfänger-IBAN falsch ist.

In diesem Fall solltest du nicht lange zögern und direkt deine sofort Bank kontaktieren. Denn: Die Dauer für eine Überweisung ist streng geregelt. Eine Überweisung kannst du also nur zurückholen, oder stoppen, wenn du gleich die Initiative ergreifst. Dafür solltest du am besten direkt anrufen und keine Zeit mit dem Online-Service verschwenden. So schreibt etwa die Volksbank Raiffeisenbank auf ihrer Seite, dass das Geld in der Regel zwischen drei und 24 Stunden braucht, um auf dem Empfängerkonto zu landen.

In dieser Zeit sei eine Rückholung möglich. Wenn Sende- und Empfängerbank jedoch dieselbe sind, geschieht eine Transaktion in der Regel in Echtzeit. Bei belegpflichtigen Überweisungen außerhalb des Online-Bankings stehen die Chancen besser, weil du die Transaktion in diesem Fall „schwarz auf weiß“ vorlegen kannst.

Rücküberweisung anfragen

Wenn du dir dein Überweisung zurückholen möchtest, kannst du bei deiner Bank eine sogenannte Rücküberweisung beantragen. Hierfür ist ein Grund immer unumgänglich, weil das Geld nicht einfach so wieder auf dein Konto gebucht werden kann. In der Regel kann die Bank den Grund des falschen Empfängers oder des zu hohen Betrags durchaus gelten lassen.

Das Handelsblatt hat aufgelistet, welche Fehler bei Überweisungen eine Bank noch am ehesten verzeiht. Hast du etwa die Empfänger-IBAN verwechselt, ist die Chance sehr gering dein Geld wiederzubekommen. Die Chancen stehe jedoch gut bei Doppelüberweisungen, einer ungültigen IBAN oder einer fehlerhaften Lastschrift.

Wenn du die Rücküberweisung beantragst, setzt sich deine Bank mit dem Kreditinstituts des Empfängers in Verbindung. Eine Garantie auf Erfolg gibt es hierfür jedoch nicht. Sollte die Rückführung jedoch gelingen, musst du damit rechnen, dass deine Bank hierfür Gebühren verlangt.

Diese Gebühren fallen bei den unterschiedlichen Banken an:

  • Berliner Volksbank: 10 bis 20 Euro
  • Comdirect: 14,90 Euro
  • Commerzbank: 11 Euro
  • Deutsche Bank: 14,99 Euro
  • ING: Keine Gebühren
  • Norisbank: 10 Euro
  • Postbank: 7,50 bis 21 Euro
  • Santander: 13 Euro
  • Sparkasse: 50 Euro
  • Targobamk: 20 Euro

Überweisung zurückholen: Kreditkartenabrechnungen

Die meisten Menschen buchen vor allem kleine Beträge über Kreditkarten ab. Diese sind schnell gezogen und es schmerzt auch nur halb so doll, wenn das Geld von der Kreditkarte abgeht. Dabei können die Umsätze leicht aus dem Blick fallen. Wie auch bei Überweisungen gilt bei Kreditkartenumsätzen falsche Buchungen sofort der Bank zu melden. Hier bieten die meisten Banken auf ihren Websites Formulare an und nehmen auch keine Gebühren für die Bearbeitung.

Anders als bei Bankeinzügen gilt vor allem bei Kreditkartenabbuchungen schnell der Verdacht auf Betrug, etwa bei Doppelüberweisungen oder bei Bestellungen, wo die Ware nicht versendet wird. Dem entsprechend sind die Banken hier eher kulant. Master Card- und VISA-Karten werden hierbei durch die jeweilige ausgebende Bank vertreten.

Fazit: Es kann funktionieren

Was alle Bank gemeinsam haben, ist, dass du deine Überweisung nur dann zurückholen kannst, wenn du eine triftigen Grund hast. Banken legen in der Regel Wert darauf, den finanziellen Verlust ihrer Kund:innen zu vermeiden. Du solltest dir jedoch vorher überlegen, ob sich die Rückbuchung auch wirklich lohnt. Das hängt jeweils von den möglichen Gebühren deines Geldinstituts ab.

Quellen: Finanztip.de, Handelsblatt, Volksbank Raiffeisenbank Support

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