Staaten aus aller Welt belegen die Russische Föderation mit Sanktionen, Unternehmen ziehen sich aus dem Land zurück. Der Ukraine hingegen kommt von diversen Seiten Hilfe zu, während sich große Teile ihrer Bevölkerung in Nachbarländer flüchten. Dennoch: Mindestens ein ausländisches Unternehmen scheint Putin treu zu bleiben. Es handelt sich dabei um den chinesischen Huawei-Konzern.

Huawei soll russische Experten ausbilden

Medienberichten zufolge hilft der Telekommunikationsausrüster Huawei Russland beim Einmarsch in die Ukraine. Grund dafür seien Cyberangriffe gewesen, die das hacktivistische Kollektiv Anonymous gegen die russische Regierung sowie eine Vielzahl staatsnaher Medien gerichtet hatte. Konkret habe sich Huawei vornehmlich darauf konzentriert, das russische Internet zu stabilisieren, nachdem es von Gruppierungen aus aller Welt angegriffen worden war.

Unter Berufung auf namentlich nicht genannte chinesische Nachrichtenseiten berichtet die britische Tageszeitung Daily Mail, Huawei werde seine Forschungszentren nutzen, um „50.000 technische Experten in Russland“ auszubilden. Das Unternehmen beabsichtige „in innovative Bereiche wie künstliche Intelligenz, Cloud Computing und Gesichtserkennung“ zu expandieren.

„Ich bin zutiefst besorgt“

Reaktionen aus der Politik folgten den Vorwürfen auf den Fuß. Als „äußerst besorgniserregend“ habe etwa Australiens Verteidigungsminister Peter Dutton bezeichnet. Schon im Voraus hatte dieser Russland und China einer „unheiligen Allianz“ beschuldigt und davor gewarnt, Peking könne dazu beitragen, den Krieg zu beenden. Dies sei aber nur möglich, wenn sich die chinesische Regierung nicht länger weigere, Russland zu verurteilen. Im britischen Unterhaus habe zudem der konservative Abgeordnete Iain Duncan-Smith das Wort ergriffen.

„Ich bin zutiefst besorgt darüber, dass ein Unternehmen, das von der britischen Regierung als eine solche Bedrohung der nationalen Sicherheit angesehen wird, dass sie nicht in der Lage war, seine Ausrüstung im neuen britischen 5G-System zuzulassen, immer noch im Vereinigten Königreich ist.“

Iain Duncan-Smith

Huawei selbst hat sich ebenfalls zu den Vorwürfen geäußert. „Diese Geschichte ist unwahr und basiert auf ungenauen und falschen Informationen aus einem Artikel, der inzwischen korrigiert wurde“, so eine Sprecherin des Konzerns gegenüber Inside Digital. „Die weitere Verwendung dieser Informationen aus nicht vertrauenswürdigen Quellen, die entfernt/gelöscht wurden, haben indes zu unkorrekten Berichten geführt.“ Unklar bleibt bislang, welche Version stimmt.

Quelle: Daily Mail; Inside Digital

Seit dem 24. Februar 2022 herrscht Krieg in der Ukraine. Hier kannst du den Betroffenen helfen.

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