Die deutschsprachige Version von Wikipedia gilt hierzulande für viele als die digitale Informationsstätte schlechthin. Demzufolge dürften ihre Einträge auch ein hohes Vertrauen innerhalb der Bevölkerung genießen. Umso problematischer ist es daher, sollten sich falsche Informationen auf der Plattform befinden. Nun macht eine Meldung die Runde, wonach offenbar zigtausend Einträge manipuliert wurden.

Wikipedia-Manipulation: Über 17.000 Einträge betroffen

Das berichtet die FAZ (Paywall, via Golem). Demnach habe man in den vergangenen Jahren mehr als 17.000 Wikipedia-Einträge mit unlauteren Absichten verändert. Dabei sollen diese aus den Netzwerken des Bundes und anderen deutschen Behörden erfolgt sein. So kann man unter anderem die IP-Adressen, von denen die Eingriffe ausgingen, dem Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) zuordnen.

Die konkreten Täterinnen und Täter sind noch nicht bekannt, haben sich aber unter Umständen strafbar gemacht. Neben Vandalismus haben sie sich auch für Urheberrechtsverletzungen und Verstöße gegen das Persönlichkeitsrechts verantwortlich gemacht. In den meisten Fällen dürften sie zudem das Dienstrecht verletzt haben. Das besagt, das technische Behördeneinrichtungen nicht für private Zwecke missbraucht werden dürfen.

Verunglimpfungen und rechtspopulistisches Gedankengut

Zu den vorgenommenen Veränderungen gehört unter anderem ein Zusatz im Eintrag zum Vizekanzler Robert Habeck. Den haben die Täter*innen um den Vorwurf erweitern wollen, er habe sich am Coronabonus der Partei bedient. Das habe die Wikipedia-Gemeinschaft mittlerweile wieder rückgängig gemacht, auch weil der Verdacht nicht nachgewiesen werden konnte.

Ferner habe man im Eintrag zu „Illegale Einwanderung und illegaler Aufenthalt“ Immigranten kriminalisieren wollen. Und auch das Thema „Journalist“ habe man beschmutzt: Bezeichnungen der Berufsgruppe als „Enddarmbewohner der Mächtigen“, „Lohnschreiber“ oder „Presse-Hure“ hätten drin gestanden, ehe auch sie wieder entfernt wurden.

Infiltrationsprobleme bei Wikipedia sind schon seit einiger Zeit bekannt und können schwierige Konsequenzen nach sich ziehen. Möchtest du aber eines Tages deinen eigenen Wikipedia-Eintrag haben, musst du jede Menge beachten.

Quelle: FAZ (via Golem)

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