Im März 2020 begann für den NASDAQ-100 ein ansehnlicher Aufstieg. Der Index umfasst die 100 marktstärksten Nicht-Finanzunternehmen der größten elektronischen US-Börse. Zu ihnen gehören mitunter Apple, Microsoft, Amazon und Tesla. Ihren Zenit erreichte diese Bergfahrt zwischen November und Dezember 2021 – seitdem geht es abwärts. Längst sprechen Analystinnen und Analysten von einem Crash historischer Ausmaße.

Tesla leidet unter historischem NASDAQ-Tief

Allein zum Wochenstart verloren die Tech-Werte des NASDAQ-100 in puncto Marktkapitalisierung eine gute Billion. Seit Jahresbeginn verlor der Index rund 26 Prozent an Wert. Auch Tesla bleibt davon nicht verschont. Zum Vergleich: Der S&P 500 liegt mit „nur“ 17 Prozent im Minus. Die Gründe für die immensen Abverkäufe sind vielfältig.

Zum Wochenstart war es vor allem die Angst vor schnell steigenden Zinsen, die die US-Börsen belastete. Hinzu kommt die unerbittliche Null-Covid-Strategie Chinas. Sie schickte das Wachstum der Exporte des Landes auf den tiefsten Stand seit gut zwei Jahren und hält den weltweiten Chipmangel damit auch weiterhin aufrecht.

Bemerkbar macht er sich nicht nur bei Tesla, sondern auch maßgeblich bei Apple. Denn auch die für Ende 2022 geplante iPhone 14-Serie ist auf chinesische Hardware angewiesen.

Zinserhöhung schürt die Angst

Die mit diesen und einer Vielzahl weiterer Entwicklungen einhergehende Angst „ist so groß geworden, dass alles verkauft wird“, meint Christopher Grisanti. Er ist Chef-Aktienstratege bei MAI Capital Management. Vor allem die langfristigen Zinssätze würden Anlegerinnen und Anleger in Furcht versetzen. „Je höher sie steigen“, zitiert das Handelsblatt, „desto mehr Angst haben die Anleger vor einer Rezession oder einer Stagflation“.

Nach der jüngsten Zinserhöhung der Federal Reserve (Fed) um knapp 0,5 Prozentpunkte, erwarten viele eine weitere Anhebung um 0,75. Matt Stucky, Portfoliomanager bei Northwestern Mutual Wealth Management, zufolge bestehe die Besorgnis darin, „dass die Federal Reserve die Marktbedingungen und die Volatilität der Aktienmärkte im Wesentlichen ignorieren und mit den Zinserhöhungen fortfahren wird“.

Umkehr in Sicht?

Eindrücklicher waren die Verluste an den US-Börsen nur in den 1930er-Jahren. Und dennoch scheinen sich erste Bewegungen schon jetzt auf die Umkehr der Kurse vorzubereiten. Denn immerhin: In Folge derartiger Einbrüche holten die Märkte nicht selten kräftig auf.

Noch scheinen wir diesen Punkt nicht ganz erreicht zu haben, unklar ist auch, ob wir ihm überhaupt schon nahe sind. Erkennbar ist aber, dass eine Vielzahl der Aktien im NASDAQ-100 bereits maßlos überkauft sind. Der Bridgewater-Gründer Ray Dalio ist sich dennoch sicher, dass zumindest für Tesla „die Blase geplatzt“ ist.

Quelle: Handelsblatt; eigene Recherche

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