Es gibt einige wichtige Telefonnummern, die du beispielsweise bei einem Notfall unbedingt kennen solltest. Hier erfährst du, welche du dir merken oder ins Handy oder Festnetz einspeichern solltest, damit du und/oder andere Menschen schnellstmöglich Hilfe bekommen.

Diese Nummern sind wichtig

Es kann immer passieren, dass du eine wichtige Telefonnummer bei einem Notfall brauchst und sie dir just in dem Moment entfällt – ganz egal wie leicht zu merken die Ziffernreihenfolge eigentlich ist. Deswegen findest du hier eine Übersicht über einige Nummern, die du kennen solltest.

Polizei – 110

Der Polizei-Notruf lautet 110. Speziell geschulte Polizeibeamtinnen und Polizeibeamten nehmen die Anrufe in Führungs- und Lagezentren im Land entgegen. Du kannst die Nummer sowohl für den Festnetzanschluss als auch fürs Handy nutzen.

Wähle die Nummer bitte nur in Notfällen. In anderen Fällen kannst du die Polizei über die amtliche Telefonnummer erreichen, die du online oder im Telefonbuch findest.

Rettungsdienst/Feuerwehr – 112

Den Rettungsdienst und die Feuerwehr erreichst du unter der 112. Bei lebensbedrohlichen Unfällen oder medizinischen Notfällen sowie bei Bränden und Unglücksfällen kannst du dich an die Feuerwehr beziehungsweise den Rettungsdienst wenden.

Auch diese Nummer gilt ohne Vorwahl sowohl für den Festnetzanschluss als auch für das Handy.

Notruf-App „nora“

Menschen mit einer Sprach- oder Hörbehinderung stehen in einem Notfall vor einer besonderen Herausforderung. Die offizielle Notruf-App der Bundesländer „nora“ ist besonders für Menschen geeignet, die nicht (gut) telefonieren können. Auch jene, die geringe Sprachkenntnisse haben können es leichter haben, mit der Notruf-App Hilfe zu holen.

  • Hier gibt es die nora-Notruf-App im Google Play Store
  • Hier gibt es die nora-Notruf-App im Apple App Store

Nothilfe-SMS

Kann die nora-Notruf-App nicht verwendet werden, besteht alternativ die Möglichkeit, dass SMS übermittelt werden. Menschen mit einer Sprach- und/oder Hörbehinderung können einen Hilferuf per SMS an eine Leitstelle senden.

Je nach Netzbetreiber lautet die Nummer wie folgt:

  • T-Mobile (D1/Vodafone D2): 99 0711 216-77112
  • Telefonica (o2/E-Plus): 329 0711 216-77112

Beachte, dass es bei der Übermittlung der SMS zu technisch bedingten Verzögerungen kommen kann.

Giftnotruf

Je nach Region ist die Nummer für den Giftnotruf anders. Hier findest du eine Liste der Giftnotzentralen und Giftnotinformationszentren in Deutschland, Österreich und der Schweiz.

Wann solltest du den Giftnotruf wählen?

„Immer wenn ein Verdacht auf Kontakt mit Giftstoffen besteht. Also z. B. wenn Eltern von Kleinkindern merken, dass diese Kontakt mit potentiell giftigen Substanzen hatten. Es kann sich um einen Haushaltsreiniger, ein Medikament oder eine giftige Pflanze handeln. Das gilt natürlich auch für Erwachsene, bei denen der Verdacht besteht, giftige Stoffe (z.B. Medikamente in Überdosis) in selbstschädigender Absicht eingenommen zu haben. „Dann ist eine Kontaktaufnahme natürlich auch sofort geboten“, erklärt die klinische Toxikologin Daniela Acquarone vom Giftnotruf Berlin dem RBB.

Ärztlicher Bereitschaftsdienst – 116117

Die 116117 kannst du sowohl vom Festnetz als auch vom Mobiltelefon kostenlos erreichen. Voraussetzung dafür ist, dass es sich um einen inländischen Telefonanschluss handelt.

Wann solltest du bei dem ärztlichen Bereitschaftsdienst anrufen?

„Der ärztliche Bereitschaftsdienst ist für Patienten da, die außerhalb der regulären Sprechzeiten dringend ärztliche Hilfe brauchen. Er ist für Patienten gedacht, die nicht lebensbedrohlich erkrankt sind, aber mit ihren Beschwerden auch nicht bis zur nächsten Sprechstunde warten können“, heißt es auf der offiziellen Seite des Patientenservice 116117.

Telefonseelsorge – 0800 111 0 111 & 0800 111 0 222

Alle Menschen können die Telefonseelsorge unter den Nummern Telefonseelsorge 0800 111 0 111, 0800 111 0 222 oder 116 123 erreichen. Du kannst rund um die Ohr von Montag bis Sonntag eine Person erreichen.

„Die ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind sich ihrer verantwortungsvollen Aufgabe bewusst und nehmen Ihren Anruf ernst – egal, ob um acht Uhr morgens oder um Mitternacht“, heißt es etwa auf der offiziellen Seite.

Übrigens kannst du auch über einen Chat in Echtzeit mit einer Person schreiben. Auch gibt es die Mailseelsorge (online.telefonseelsorge.de). Sie ermöglicht es dir, über einen längeren Zeitraum mit ein und derselben Person in Kontakt zu bleiben. In der Regel erhältst du innerhalb von 72 Stunden eine erste Antwort.

Nummer gegen Kummer – 116 111

Von Montag bis Samstag kannst du die Nummer gegen Kummer unter der 116 111 anonym zwischen 14 und 20 Uhr erreichen. Es handelt sich dabei um das Kinder- und Jugendtelefon. Auch hier ist eine Beratung online möglich. Diese findet mittwochs und donnerstags zwischen 14 und 18 Uhr statt.

Zentrale Sperrnummer – 116 116

Wurde dir deine EC-Karte, Kreditkarte oder Personalausweis gestohlen oder hast du eines dieser wichtigen Dokumente verloren, solltest du schnellstmöglich die 116 116 anrufen. Dort kannst du die gemeldeten Dokumente melden und gegebenenfalls sperren lassen.

Beachte das bei Notfall-Anrufen

Bei jedem Notruf solltest du Ruhe bewahren. Lass dich durch das Gespräch führen, beantworte aber folgende Fragen zur Vorbereitung (via Ministerium des Inneren, für Digitalisierung und Kommunen Baden-Württemberg):

  • Wer ruft an? (Name, Standort)
  • Wo ist das passiert? (Ort, Adresse)
  • Was ist geschehen? (zum Beispiel Unfall, häusliche Gewalt, Brand)
  • Wie viele Verletzte/Betroffene gibt es? (Zahl der Personen, Lage, Verletzungen)

Warte außerdem immer auf Rückfragen und beende das Telefonat nicht von dir aus, sondern erst, wenn du dazu aufgefordert wirst.

Während du wichtige Telefonnummern, wie die hier angegebenen, immer im Kopf oder im Handy/Telefon eingespeichert haben solltest, kannst du andere getrost sperren. Diese unbekannten Nummern etwa wurden häufig als Spam gemeldet und könnten dir gefährlich werden.

Quellen: Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit, RBB, 116117.de, telefonseelsorge, NummergegenKummer, Ministerium des Inneren, für Digitalisierung und Kommunen Baden-Württemberg, eigene Recherche

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