Bei den Ausführenden handelt es sich um ein Künstler- und Hackerkollektiv. Dieses hatte am vergangenen Mittwoch eine Webseite online gestellt, über die auch Privatpersonen aktiv werden können. Ein simpler Klick soll dabei ausreichen, um russische Regierungsbeamte in ein Telefonat miteinander zu verwickeln. TODS ruft so zum zivilen Eingriff gegen den Ukraine-Krieg auf.

Künstlerisch gegen den Ukraine-Krieg: Das macht der Telefonbot

„Stell dir vor es ist Krieg und alle hängen am Telefon rum“, heißt es einleitend auf der Webseite wasterussiantime.today. Dort, so erklärt TODS (übersetzt „Die verworrenen Träume der Scheherazade“), habe man Zugriff auf tausende Telefonnummern russischer Regierungsangestellter, von Mitarbeiter*innen des russischen Kriegs- oder Wirtschaftsministeriums, der mittleren Administrationen sowie von hochrangigen Politiker*innen.

Wer die Seite besucht, ist dazu angehalten, das Telefonsymbol anzuklicken und so zwei entsprechende Personen in Russland miteinander zu verbinden. Beide Parteien sollen dann durch den Telefonbot den Eindruck erhalten, die jeweils andere hätte das Gespräch initiiert. Das Ziel: Deren Zeit durch Anrufe zu verschwenden und die Leitungen besetzt zu halten.

„Wer am Telefon hängt, kann keine Bomben werfen und keine Soldaten koordinieren.“

https://wasterussiantime.today/de/

Russische Telefonnummern durch Zufall bei Hackern gelandet

Die Idee zu der Aktion hatte TODS laut Merkur.de bereits am 26. Februar, also zwei Tage nach Beginn des Ukraine-Kriegs. Damals seien dem Kollektiv die rund 5.000 russischen Telefonnummern in die Hände gefallen. Ob jene von Russlands Präsident Wladimir Putin auch darunter ist, ist allerdings nicht bekannt.

Die Anrufe, deren Zahl der Webseite zufolge angeblich bereits bei über 5.200 liegt, sollen zudem anonym erfolgen. Außerdem sei es möglich, dem Gespräch der zufällig ausgewählten russischen Beamten zuzuhören. Eine Interaktion ist aus Sicherheitsgründen allerdings nicht möglich.

Die „interaktive Performance-Installation“ selbst ist nicht legal. Man halte sie aber für legitim, wie Merkur.de das Kollektiv unter Berufung auf die Süddeutsche Zeitung zitiert. In einer eigenen Mitteilung soll TODS zudem erklärt haben: „Wir sind militante Pazifisten. Wir wählen gewaltfreie Methoden, um gegen diesen Krieg zu kämpfen. Deshalb haben wir uns für diese zivile, friedliche Intervention entschieden.“

Es ist nicht die einzige Aktion gegen Putin und seine Regierung. Im Zuge des Ukraine-Kriegs wird das Netz mit russischen Daten überflutet, die besonders dem Kreml schaden sollen. Das Kollektiv Anonymous hatte indes die Kameras dem Kreml gehackt.

Quellen: wasterussiantime.today, Merkur.de

Seit dem 24. Februar 2022 herrscht Krieg in der Ukraine. Hier kannst du den Betroffenen helfen.

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