Der Versandriese Amazon verkauft nicht einfach nur Waren, sondern stellt auch selbst welche her. Zum Produktangebot gehören unter anderem auch die Ring-Türklingeln mit integrierten Videokameras. Diese stehen jetzt im Fokus eines neuen Berichtes, wonach ihre Aufzeichnungen heimlich an die Polizei weitergegeben worden seien.

Amazon: Ring-Türklingeln liefern Videos an Behörden

Der US-Senator für den Bundesstaat Massachusetts Ed Markey habe, einem Artikel auf seiner Homepage nach, ein Schreiben von Amazon zur Nutzung der Ring-Türklingeln erhalten. Dem ging eine von ihm angestoßene Untersuchung voraus. Markey befürchtet nämlich ein immer größer werdendes Überwachungsnetz, das durch große Konzerne ermöglicht wird.

Nun ist auch bekannt, dass das zu Amazon gehörende Unternehmen Ring Videoaufzeichnung inklusive Ton seiner Türklingeln an die Polizei weitergegeben hat – ohne, dass die Kundschaft etwas davon erfahren beziehungsweise dem überhaupt zugestimmt hätte oder zur Weitergabe verpflichtet worden sei. Man berufe sich dabei auf Notfall-Umstände.

Ständige Überwachung in Bild und Ton möglich

Allein 2022 sei dies bislang elfmal passiert. Zudem gibt es in der Begleit-App den sogenannten „Neighbors Public Safety“-Dienst, in dem Behörden die Aufnahmen der Kundschaft einsehen und erfragen können. Aktuell seien 2.161 US-Strafverfolgungseinrichtungen sowie 455 Feuerwehrstellen darin registriert – fünfmal mehr als noch 2019.

  • Auch gut zu wissen: In Zeiten der Corona-Pandemie arbeiten viele Menschen von zu Hause aus. Aber wusstest du, dass Homeoffice-Überwachung möglich ist? Es gibt drei Dinge, die tatsächlich legal sind.

Markey ist der Auffassung, dass man sich nicht mehr in der Öffentlichkeit aufhalten und treffen könne, ohne dass man in irgendeiner Form überwacht werde. Der Politiker habe deshalb einen Gesetzesentwurf eingebracht, der die Nutzung von Biometrie und Gesichtserkennung durch die US-Behörden untersagen soll. Ob und inwieweit die Weitergabe der Videos auch in Deutschland ermöglicht wird, ist nicht bekannt.

Quelle: Ed Markey

Seit dem 24. Februar 2022 herrscht Krieg in der Ukraine. Hier kannst du den Betroffenen helfen.

Du willst mehr von uns lesen? Folge uns auf Google News.