Welche Daten genau unter Windows 10 durch die Telemetrie an Microsoft weitergegeben werden, war bisher nur schwer ersichtlich. Das Bundesamt für Sicherheit und Informationstechnik (BSI) stellt nun ein Tool zur Verfügung, mit dem du erkennen kannst, welche Messwerte erhoben und versendet werden. Zudem warnen sie entschieden vor der Windows-Funktion und verraten dir, wie du sie abschaltest.

Windows 10: BSI hat eine klare Haltung

Wenn du deinen Windows-PC einrichtest, werden in der Folge viele Daten von dir direkt an Microsoft weitergegeben. Darunter zählen nicht nur allgemeine Systemdaten, sondern auch individuelle Daten von dir. Maximilian Winkler vom BSI spricht sich daher in einem Interview gegenüber Golem entschieden gegen Telemetrie aus: „Das darf nicht stattfinden“.

Im Zuge des Projekts SiSyPHuS Win10 hat das BSI nun seit 2017 erforscht, welche Messwerte überhaupt weitergegeben werden und einen Maßnahmenkatalog für Nutzerinnen und Nutzer entworfen. Du kannst nämlich diese hauseigenen Boardeinstellungen umgehen und laut Winkler solltest du das auch auf jeden Fall tun.

Telemetrie entwickelt sich immer weiter

Das Problem der langwierigen Analyse erstreckt sich über die verschiedenen Windows 10-Versionen, die bereits auf dem Markt existieren. So musst du beispielsweise zwischen der Version aus dem Jahr 2016 und der neueren aus 2019 unterscheiden. Letztere verspricht einen längeren Support seitens Microsoft, weswegen Winkler beteuert, auch einen Maßnahmenkatalog entwickelt zu haben, der eine lange Gültigkeit aufweist.

Dabei stellten die Expert*innen fest, dass das Erfassen von Telemetrie-Daten unter Windows 10 sich stark weiterentwickelt hat. Will man also weitere Daten von dir in Erfahrung bringen, kann man mit dem Betriebssystem einfach Abfragen zur Ressourcennutzung senden. Aber auch Zugriff auf bestimmte Zertifikate oder Informationen zu Gerätetreibern seien insbesondere bei der neueren Windows 10-Version einfach in Erfahrung zu bringen. Winkler fügt hinzu: „Auch das Aufzeichnen der Ausführung von einzelnen Prozessen ist jetzt möglich.“.

Das bedeutet konkret: Mit Windows 10 kann Microsoft schnell herausfinden, was du an deinem PC oder Laptop machst.

Warum sollte man die Funktion abschalten?

Laut Winker müsse jeder selber entscheiden, ob man Telemetrie-Daten etwa unter Windows 10 an Microsoft weitergeben wolle oder nicht. Allerdings sei der Umgang mit populären Betriebssystemen weit kniffliger und erstreckt sich über die Frage des Datenschutzes hinaus.

Wenn Dritte die Telemetrie-Daten abgreifen, könnte auch jeder Tastendruck von dir nachvollzogen werden. Das würde jedes noch so sichere Passwort enttarnen und Cyberkriminellen in die Karten spielen.

Daher stellt dir das Bundesamt im Rahmen vom SiSyPHuS Win10 verschiedene Mittel zur Verfügung, wie du unter Verwendung von Windows 10 deinen PC vor Angriffen von außen abschirmen kannst.

Jetzt herausfinden, welche Daten Microsoft von dir speichert

Willst du wissen, welche Telemetrie-Daten unter Windows 10 genau von dir erhoben werden, kannst du das Open-Source-Tool des BSI dazu verwenden. Bis eine entsprechende Software für Windows 11 bereitsteht, werden sich Nutzer*innen noch eine ganze Weile gedulden müssen.

Du kannst bei Windows 10 auch die Erhebung von Telemetrie-Daten komplett deaktivieren. Auch hier hat das BSI eine entsprechende Anleitung für dich vorbereitet. Für mehr Schutz an Handy und PC legen wir dir außerdem nah, zumindest einen kostenlosen Virenschutz zu installieren.

Doch nicht nur Microsoft, sondern auch Google sammelt fleißig Wissen über dich. Doch was weiß Google eigentlich bereits über dich?

Quelle: BSI, Golem

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