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Beim iPhone: Experte schimpft über Apple-Software – „Betrug“

Willst du sicher und ungesehen im Netz unterwegs sein, kannst du ein VPN nutzen. Nur macht dir die iPhone-Software ein Strich durch die Rechnung.

iPhone
Mit einem VPN auf dem iPhone kannst du wohl nicht viel anfangen. © Getty Images/ Anita Kot

Der Sicherheitsforscher Michael Horowitz findet direkte Worte für eine Entdeckung, die er bei iPhones gemacht hat. Willst du für einen sicheren Datenverkehr deine Aktivitäten mit einem VPN verschleiern, gelingt das bei Apple-Geräten nur zum Teil. Davon wisse der Hersteller auch seit geraumer Zeit, aber handle dennoch nicht.

Sicher im Netz mit dem iPhone? Fehlanzeige

„VPNs bei iOS sind Betrug“, schimpft der Titel seiner Analyse. Dabei bezieht Horowitz sich aber nicht auf die unzähligen Anbieter für Virtual Private Networks, sondern auf Apples Softwareprodukte. Er deckt auf, dass du zwar auf dem iPhone ein VPN nutzen kannst, der vollumfängliche Effekt jedoch ausbleibt. Damit sind sie nahezu nutzlos.

Dabei bieten VPN-Anbieter mehrere Vorteile. Beliebt sind sie vor allem bei Personengruppen, denen Anonymität im Internet am Herzen liegt. Du erhältst durch die Technik eine IP-Adresse, die nicht deiner eigentlichen entspricht. Läuft dein Datenverkehr über Server im Ausland, kann niemand so leicht feststellen, welcher dein richtiger Aufenthaltsort ist. Darüber hinaus sorgt eine Verschlüsselung dafür, deine Netzaktivitäten zu verstecken.

Auf den ersten Blick scheint auch beim iPhone ein VPN wie überall sonst auch zu funktionieren. Riskiert man wie Horowitz jedoch einen genauen Blick zeigt sich, dass zwar der Austausch der IP-Adresse stattfindet und die Daten an den VPN-Server gesendet werden. Es gibt jedoch Lücken im System, und die liegen bei Apple.

Einige Daten umgehen die VPN-Funktion

Für die Analyse verwendete der Sicherheitsforscher die Produkte mehrerer VPN-Anbieter und bei allen zeigte sich: Einige iPhone-Daten können nicht durch die VPN-Tunnel geschleust werden. Stattdessen gehen diese den gewohnten Weg, ohne den Extraschutz, den man sich von der Installation eines VPNs erhofft.

Besonders erschreckend ist: An sich ist die Erkenntnis nicht neu und Apple scheint sich vollumfänglich dessen bewusst. Schon vor zwei Jahren berichtete der Anbieter ProtonVPN von dem Fehler bei iPhones. Die damalig aktuellste Softwareversion war iOS 13. Nun mit iOS 15.6 besteht der Bug immer noch.

So kannst du das Problem umgehen

Zwischen Horowitz und Apple habe es außerdem ein Austausch zu diesem Thema gegeben. Trotz mehrerer Mails habe er aber nicht in Erfahrungen bringen können, ob Apple den Fehler reproduziert habe und Interesse bekunde, sich darum zu kümmern. Du kannst jedoch auf zwei Umwegen immerhin teilweise einen VPN für dein iPhone nutzen.

Damit deine Daten auf dem iPhone stets durch einen geschützten Tunnel gelangen, sollst du laut Apple am besten einen Always-On-VPN verwenden. Dies ist allerdings keine wirkliche Lösung, sondern eher ein Workaround. Viele wollen diese Funktion nur nutzen, wenn sie beispielsweise im öffentlichen WLAN unterwegs sind. Zudem minimiert sich damit die Auswahl der Anbieter für dich erheblich.

Eine andere Idee von Horowitz lautet, den VPN nicht auf den iPhone direkt zu installieren, sondern auf deinem Router. Dabei merkt er jedoch an, dass du in dem Fall zwei WLAN-Router besitzen solltest, einer mit und einer ohne VPN. Doch sobald du unterwegs bist, hast du keine Möglichkeit anonym zu surfen, wenn sich die entsprechende Software nur auf dem Heimgerät befindet.

Quelle: ProtonVPN, Apple, michaelhorowitz.com

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