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„Alle sofort in den Schutzraum“: Russisches Fernsehen warnt vor Atomschlag

Hacker*innen griffen Kanäle des russischen Fernsehens an. Dort verbreiteten sie die Meldung zu einem anstehenden Atomschlag.

Russland-Flagge und Nuklearkennzeichnung
u00a9 Tomas Ragina - stock.adobe.com

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Der Ukraine-Krieg demonstriert, dass die moderne Kriegsführung auch mit Technologie Hand in Hand geht. Seit dem Angriff Russlands auf das kleinere Nachbarland vor mehr als einem Jahr schalteten sich diverse Hacking-Kollektive für oder gegen eine der beiden Seiten ein. Nun war im russischen Staatsfernsehen eine Warnung vor einem Atomschlag zu entdecken, die durch einen Cyberangriff inszeniert wurde.

Fernsehen warnt vor Atomschlag

Am 09. März wurde das laufende Programm im Fernsehen in mehreren Regionen Russlands unterbrochen. Stattdessen bekamen die Anwohner*innen eine Warnmeldung zu Gesicht, die dazu aufforderte, dass „alle sofort in den Schutzraum“ gehen sollen. Das unverkennbare schwarz-gelbe Symbol für radioaktive Stoffe wurde in der kurzen Meldung ebenfalls eingespielt.

Zusätzlich forderte der Einspieler dazu auf, das Gesicht mit Gasmaske oder – insofern nicht vorhanden – mit einem feuchten Tuch zu bedecken. Laut dem britischen Magazin Metro sollte man vorsichtshalber auch Kaliumjodidtabletten nehmen. Für die Zuschauenden in Russland deutete demnach alles darauf hin: Jetzt kommt der Atomschlag.

Eine digitale Karte zeigte wie der Radius einer anstehenden Atombombe mehrere große, russische Städte heimsuchen würde. Doch handelte es sich hier um eine Finte von anonymen Hacker*innen. Und es war nicht die erste Meldung dieser Art.

Ukraine-Krieg: Russland-TV & -Radio schlagen Alarm

Einige russische Regionalsender warnten bereits um den 20. Februar die Bevölkerung Russlands vor einem anstehenden Luftangriff. Die Aufforderung lautete, sich in Schutzräume zu begeben und auf Entwarnung zu warten. Betroffen war unter anderem die Halbinsel Krim, die 2014, also damit acht Jahre vor Beginn des Ukraine-Kriegs, von Russland annektiert wurde.

Nebst Sirenengeräuschen spielten diverse Radiosender immer wieder jene Meldung hoch und runter: „Achtung, Achtung. Es wird ein Luftalarm ausgegeben. Alle gehen jetzt in die Notunterkünfte. Achtung, Achtung. Raketenbedrohung.“, berichtete Reuters.

Auch hier steckte ein Fehlalarm hinter der Wanrmeldung. Hacker*innen ist es gelungen in einen Server von Gazprom Media einzudringen und darüber die Meldung eines angeblichen Luftangriffs zu verbreiten.

„Infolge des Hackens von Servern von Radiosendern und Fernsehsendern wurden in einigen Regionen des Landes Informationen über die Ankündigung eines Luftalarms ausgestrahlt“

Russisches Katastropfenschutzministerium via Reuters

Gazprom Media ist das größte Medienhaus in Russland und hat seinen Unternehmenssitz in Moskau. Neben Fernsehkanälen und Radiosendern, sind sie auch im Printbereich aktiv. Bisher hat sich noch kein bekanntes Kollektiv, wie etwa Anonymous, zu der Tat bekannt.

Russland sieht die List bei Kiew

Aus einer Pressemeldung des russischen Katastrophenschutzministeriums geht hervor, dass man die List der vorangegangenen Fake-Warnung der Ukraine zuschiebt. Eine offizielle Meldung aus Kiew zu den Vorwürfen gibt es noch nicht. Gazprom Media sagt, dass Angriffe dieser Art inzwischen zum täglich Brot seit Beginn des Ukraine-Krieges zählen.

Auch andere Radiosender übernahmen den Fehlmeldung. Am 21. Februar stören Hacker*innen außerdem die jährliche Rede von Russlands Staatsoberhaupt Vladimir Putin im russischen Staatsfernsehen. Eine DDoS-Attacke habe für eine entsprechende Überlastung gesorgt.

Quelle: Reuters, Metro

Seit dem 24. Februar 2022 herrscht Krieg in der Ukraine. Hier kannst du den Betroffenen helfen.

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