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Nicht benutzen: Eine Version von ChatGPT kann dich teuer zu stehen kommen

Kriminelle machen sich aktuell die Popularität der künstlichen Intelligenz zunutze. Über eine gut gefälschte Plattform locken sie ihre Opfer in die Falle.

Mann am Laptop, auf dem Malware erscheint
© SizeSquare's - stock.adobe.com

KI: Was ist eine künstliche Intelligenz?

Vom Roboterarm bis zur hyperintelligenten Maschine – KI ist bereits jetzt ein fester Bestandteil unseres Alltags …  aber wie funktioniert eine KI?

Sicherheitsexpert*innen sind über einen Betrug gestolpert, der gerade in Deutschland, Australien, Dänemark, Irland und den Niederlande zur Anwendung kommt. Dabei stiehlt man Opfern mithilfe einer Fake-Version von ChatGPT und WhatsApp wichtige Daten.

Betrug mit ChatGPT-Zwilling: Das ist bekannt

Der Erfolg des viralen KI-Tools ChatGPT hat auch die Aufmerksamkeit von Betrüger*innen auf sich gezogen. Diese nutzen die neue Technologie für gut getarnte Anlagebetrügereien, die sie gegen ahnungslose Internetnutzerinnen und -nutzer einsetzen.

Laut Bitdefenders Antispam Labs beginnen einige der KI-gestützten Maschen mit einer einfachen, unaufgeforderten E-Mail. In deren Betreffzeile lesen sich unter anderem die folgenden Beispiele:

  • ChatGPT: Neuer KI-Bot macht alle verrückt
  • ChatGPT: Neuer KI-Bot versetzt alle in Schockstarre
  • Der neue Chatbot ChatGPT macht jetzt alle verrückt – aber er wird sehr bald so alltäglich sein wie Google
  • Warum sind alle Leute panisch wegen des ChatGPT-Bots?

Derzeit sind Dänemark, Deutschland, Australien, Irland und die Niederlande von der Aktion betroffen. Um an weiterführende Informationen zu gelangen, müssen Empfänger*innen den eingebetteten Link aufrufen, der sie dann vermeintlich zu ChatGPT führt.

So funktioniert der Betrug

Dort angekommen, werden Opfer mit finanziellen Möglichkeiten gelockt, die bis zu 10.000 Dollar pro Monat „auf der einzigartigen ChatGPT-Plattform“ einbringen.

Der angebliche Chatbot der gefälschten Plattform beginnt dazu mit einer kurzen Einführung in seine Rolle bei der Analyse von Finanzmärkten, die es jedem ermöglichen kann, ein erfolgreicher Investor in globale Aktien zu werden.

  1. Um die entsprechenden Investitionen tätigen zu können, muss der Bot zunächst das tägliche Einkommen berechnen. Dazu stellt der ChatGPT-Zwilling einige Fragen, die allerdings keine persönliche finanzielle Informationen adressieren, und bittet anschließend durch Eingabe einer E-Mail-Adresse zu bestätigen, dass man „echt“ ist.
  2. Eine potentielle Schätzung des „monatlichen Benutzereinkommens“ sowie die Prognose, dass der entsprechende Betrag in einer Woche „noch höher werden könnte“ folgen. Dann fragt man für den Betrug noch nach einer Telefonnummer. Darüber wolle man ein WhatsApp-Konto aktivieren, das dem Einkommen des Opfers gewidmet ist.
  3. Es folgt ein Anruf, bei dem nach der möglichen Investitionssumme gefragt wird. Dies unter der Bedingung, dass es einen Mindestbetrag von 250 Euro gebe. Zudem drängt man das Opfer, zu WhatsApp zu wechseln, um eine Finanzanalyse zu starten und ein Konto einzurichten. Auch die letzten sechs Ziffern eines gültigen Personalausweises werden eingefordert.
  4. Anschließend erhalten Betroffene den Link zu einem Formular, über das die Transaktion angeblich in Auftrag gegeben werden kann. Dies verlangt zusätzlich eine Reihe an persönlichen Informationen, darunter Vor- und Nachname, Geburtsdatum, Anschrift und Zahlungsmethode.

Das kannst du bei Betrug tun

Durch die geforderte WhatsApp-Verifizierung durch die letzten sechs Ziffern des Ausweisdokumentes gekoppelt mit den Informationen aus dem Zahlungsformular könnten die Kriminellen am Ende eine vollständige ID-Nummer zusammenstellen und Identitätsdiebstahl begehen.

Dass Betrüger*innen neue virale Internet-Tools oder Trends nutzen, um andere zu täuschen, ist nicht neu. Die Expert*innen raten deshalb zu den bereits bekannten Maßnahmen. Wenn du also das offizielle ChatGPT und seine KI-gesteuerten Textgenerierungsfähigkeiten ausprobieren möchtest, sollte dies nur über die offizielle Website geschehen.

Folge zudem keinen Links, die du über unaufgeforderte Korrespondenz erhältst, und sei besonders vorsichtig bei Investitionsangeboten, die im Namen des Unternehmens versandt werden.

Quellen: Bitdefender

Seit dem 24. Februar 2022 herrscht Krieg in der Ukraine. Hier kannst du den Betroffenen helfen.

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