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ChatGPT: In einem Land ist die KI jetzt verboten

Italien hat den Einsatz des Chatbots wegen vermeintlicher Verstöße gegen Daten- und Jugendschutz untersagt.

ChatGPT-Schriftzug auf einem Handy.
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KI: Was ist eine künstliche Intelligenz?

Vom Roboterarm bis zur hyperintelligenten Maschine – KI ist bereits jetzt ein fester Bestandteil unseres Alltags …  aber wie funktioniert eine KI?

Die italienische Datenschutzbehörde (GPDP) hat ein effektives Verbot der künstlichen Intelligenz ChatGPT von OpenAI angeordnet. Man beschuldigt die Entwickler*innen der „unrechtmäßigen Erhebung personenbezogener Daten“.

ChatGPT gesperrt: So lauten die Vorwürfe

Mit der Entscheidung wurde OpenAI angewiesen, die Sammlung der Daten italienischer Nutzerinnen und Nutzer sofort einzustellen bis das Unternehmen seine Datenerfassungspraktiken ändert. In einer am 31. März veröffentlichten Pressemitteilung heißt es dazu:

„Die italienische Datenschutzbehörde hat mit sofortiger Wirkung die vorläufige Einschränkung der Verarbeitung der Daten italienischer Nutzer gegen OpenAI, das US-Unternehmen, das die Plattform entwickelt und verwaltet, angeordnet. Gleichzeitig hat die Behörde eine Untersuchung eingeleitet.“

Italienische Datenschutzbehörde (GPDP)

Im Detail unterstellt man ChatGPT verschiedene Fehlverhalten und Verstöße. So sei es zunächst am 20. März zu einem Datenverlust gekommen, der die Unterhaltungen der Nutzer*innen und Informationen über die Bezahlung der Abonnent*innen des kostenpflichtigen Dienstes betraf.

Des Weiteren seien die Personen, deren Daten von OpenAI gesammelt werden, nicht darüber informiert worden. Es gäbe auch keine Rechtsgrundlage, die die massive Sammlung und Speicherung personenbezogener Daten zum Zwecke des „Trainings“ der Algorithmen, die dem Betrieb der Plattform zugrunde liegen, rechtfertige.

Darüber hinaus führe das Fehlen eines Filters zur Altersüberprüfung der Nutzerschaft dazu, dass Minderjährige Antworten erhalten, die für ihren Entwicklungsstand und ihr Selbstbewusstsein völlig ungeeignet sind.

Maßnahmen für ChatGPT festegelegt

Wie The Verge berichtet, war man zum Zeitpunkt der Veröffentlichung des Statements noch in der Lage, in Mailand auf ChatGPT zuzugreifen. Von offizieller Seite sei OpenAI nun in der Veranwortung, innerhalb von 20 Tagen Maßnahmen mitzuteilen, die zur Umsetzung der Aufforderung der GPDP ergriffen wurden. Ansonsten droht eine Strafe von bis zu 20 Millionen Euro oder bis zu 4 Prozent des weltweiten Jahresumsatzes.

Es ist nicht das erste Mal, dass Italiens Datenaufsichtsbehörde solche Maßnahmen gegen einen KI-Chatbot ergreift. Die Regulierungsbehörde hat bereits im Februar die Chatbot-App Replika.ai verboten. Replika ist berüchtigt für die persönlichen Beziehungen, die manche Nutzer mit seinem Chatbot entwickeln. Viele äußerten ihre Verzweiflung, nachdem das Unternehmen kürzlich die Option für erotische Rollenspiele entfernt hatte.

Quellen: GPDP, The Verge

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