Streaming 

Teure Netflix-Alternative verliert Großteil seiner Testkunden nach Testphase

Dieser Netflix-Alternative droht das Aus. Oder wie sonst soll man die Abozahlen interpretieren?
Dieser Netflix-Alternative droht das Aus. Oder wie sonst soll man die Abozahlen interpretieren?
Foto: Unsplash
Netflix-Alternativen locken ihre Abonnenten gerne mit einem Free Trial, einer kostenlosen Probezeit, in der sich potentielle Kunden mit dem Anbieter vertraut machen können. Doch hier klappte es nicht.

Sensor Tower hat schlechte Nachrichten für die neue, mobile-lastige Netflix-Alternative Quibi. Die Mobile Analytics-Firma hat herausgefunden, dass von den in etwa 910.000 Nutzern, die sich für den neuen Streaming-Dienst von DreamWorks-Gründer Jeffrey Katzenberg angemeldet haben beim Start im April 2020, leider nur 72.000 nach der dreimonatigen Testphase bei dem Kurzfilm- und Kurzserien-Anbieter geblieben sind. Ist das die nächst Hiobsbotschaft für den heftig strauchelnden Dienst?

Netflix-Alternative vor dem Untergang nach Free Trial-Desaster?

Sollten die Zahlen von Sensor Tower stimmen, dann hat die neue Netflix-Alternative Quibi lediglich acht Prozent seiner Free Trial-Anmeldungen zu zahlenden Kunden gemacht. Das klingt schlimm und als Todesurteil für den von Branchen-Insidern heftig kritisierten und strauchelnden neuen Streaming-Anbieter, der sich nach einem nicht so imposanten Start im Frühjahr 2020, stark beeinträchtig durch den Ausbruch der Corona-Pandemie, nochmal in weitere Finanzierungsrunden werfen musste.

Doch die Zahlen sind gar nicht mal so schlecht wie sie auf dem ersten Blick aussehen. Disney+, die erfolgreichste neue Netflix-Alternative auf dem globalen Markt, hat auch keine bessere Conversion Rate von Free Trial-Anmeldungen zu zahlenden Kunden. Nur elf Prozent aller Anmeldungen konnte der Dienst über die kostenlose Testphase hinaus halten. Im April kam die Nachricht, dass Disney+ bereits über 50 Millionen zahlende Kunden habe. Inzwischen hat die familienfreundliche Netflix-Alternative sogar die Testphase komplett abgeschafft und verlangt sofort einen Abo-Abschluss bei der Anmeldung.

Netflix-Alternative Quibi kritisiert die Zahlen

Ein Sprecher der Netflix-Alternative Quibi hat nun die Zahlen von Sensor Tower in Frage gestellt und behauptet, die Zahl der zahlenden Kunden liege extrem neben den tatsächlichen Zahlen. Laut Quibi hätten bereits 5,6 Millionen Nutzer die Quibi App heruntergeladen und die Conversation Rate sei "wie über den Benchmarks mobiler Apps". Auch spricht Quibi von einer allgemein exzellenten Conversion Rate. Sensor Tower behauptet, Quibi sei erst 4,5 Millionen Mal heruntergeladen worden.

Egal welche Zahl stimmt, das ambitionierte Ziel der Netflix-Alternative von 7,5 Millionen zahlenden Abonnenten am Ende des ersten Jahres nach Launch wird Quibi vermutlich nicht mehr erreichen. Diese Netflix-Alternative will bis 2021 sein Content-Angebot verdoppeln. Hier gibt es mehr Details zur Netflix-Alternative Quibi. Auch Steven Spielberg hat seine Hände im Spiel bei Quibi.

Neueste Videos auf futurezone.de

Neueste Videos auf futurezone.de

Beschreibung anzeigen