Auf ein Netflix-Konto kommen in der Regel mehr als nur die oder der zahlende Nutzer*in. Wie stark das dem Anbieter gegen den Strich geht, zeigt eine Meldung aus dieser Woche. Demnach hat Netflix begonnen, aktiv dagegen vorzugehen, dass sich mehrere Personen ein Passwort teilen und den Dienst dadurch günstiger nutzen als gedacht. Eines hat man dennoch übersehen.

Netflix: Ein Fehler verschont einzelne Nutzerinnen und Nutzer (noch)

Wie Bloomberg am Montag berichtete (Paywall), testet Netflix gegenwärtig in Argentinien, El Salvador, Guatemala, Honduras und der Dominikanischen Republik eine Zusatzgebühr für Abonnent*innen, die ihr Passwort teilen. Diese müssen in den genannten Ländern umgerechnet zwischen 1,92 Euro und 3,27 Euro mehr bezahlen. In Chile, Costa Rica und Peru soll es bereits ähnliche Testläufe gegeben haben.

Betroffen sind Personen, die ihr Konto über mehr als zwei Wochen außerhalb ihres Primärwohnsitzes nutzen. Dennoch könnte die neue Maßnahme vorerst an einigen Kundinnen und Kunden vorbeiziehen. So konzentriert sich das Unternehmen aktuell auf Haushalte und nicht auf Einzelpersonen, was ein Vorteil bei der Verwendung von VPN sein soll.

Gegenüber TechRadar Pro erklärte Jake Moore, Global Cyber Security Advisor des Unternehmens ESET:

„VPN-Nutzung ist sehr wahrscheinlich nicht betroffen durch diesen Schritt, weil die vorgeschlagenen Netflix-Einstellungen eher nach einem einzigartigen und primären TV-Gerät zur Nutzung des Kontos suchen als nach Standorteinstellungen mit anderen Geräten.“

Jake Moore, Global Cyber Security Advisor de (ESET)

Deshalb greift Netflix zu Extra-Gebühren

Neben der unerwünschten Mehrfachnutzung der Konten dürfte unter anderem auch der Verlust zahlender Kundschaft ein Grund für das Vorgehen sein. Während man im ersten Quartal 2022 erstmal einen Rückgang verkündet hatte, steht nun der nächste fest. Laut dem jüngsten Quartalsbericht hat der Dienst inzwischen eine Millionen Nutzer*innen verloren.

Dafür, dass sich ein Teil der Nutzerschaft bereits entschlossen hat, Netflix zu verlassen, gibt es mehrere Gründe. Prognosen gehen aktuell davon aus, dass Netflix bis zu zwei Millionen Abos verlieren könnte.

Quellen: Netflix, Bloomberg, TechRadar

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