Schon seit Jahren mischt Amazon erfolgreich auch auf dem Streaming-Markt mit. Bei Prime Video gibt es zahlreiche exklusive wie lizenzierte Filme und Serien zu sehen und das gibt es quasi als Dreingabe zum besseren Einkaufserlebnis mit dem Prime-Abo. Doch mit dem Unterhaltungsangebot will der Versandriese nicht einfach nur ein zusätzliches Marktsegment bedienen. Tatsächlich geht es eher darum, das Kerngeschäft zu stärken.

Amazon: „Der Herr der Ringe“-Serie und Co. sollen Prime-Angebot stärken

Bei Amazon Prime Video gibt es exklusive Serien wie zum Beispiel „The Boys“ (2019) oder seit neuestem auch „Der Herr der Ringe: Die Ringe der Macht“. Letztere soll Schätzungen nach mehr als eine Milliarde US-Dollar verschlungen haben. Und zumindest der Start sorgte jüngst für Rekordabrufe. Was dabei viele vielleicht vergessen: Die Videos sind nur ein Teil des gesamten Prime-Angebotes von Amazon.

Wie der Tagesspiegel berichtet, muss Netflix als ein großer Konkurrent alles daran setzen, möglichst viele Abos zu verkaufen und aktiv zu halten – schließlich handelt es sich ja dabei um einen reinen Streaming-Dienst. Bei Amazon hingegen fungieren Filme und Serien aber auch als Lockmittel, damit die Kundschaft mit dem Prime-Abonnement auch anderswo im riesigen Sortiment stöbern geht. So habe Jeff Bezos bereits 2016 gesagt, dass man mehr Schuhe verkaufe, wenn man einen bedeutenden Film- und TV-Preis gewinne.

Serien streamen, Prime-Abo behalten und shoppen

Es sei wohl wahrscheinlicher, dass die streamende Kundschaft nicht nur das Prime-Abo verlängert, sondern dadurch auch mehr Produkte kauft. Wie der Medienforscher Dr. Florian Kerkau zitiert wird, soll sich bei Amazon tatsächlich alles gegenseitig befeuern. Dabei spiele es auch noch keine allzu große Rolle, ob die Unterhaltungsformate letztendlich allesamt profitabel sind.

In Wahrheit machen sie vor allem eines: Werbung. Neue Kundinnen und Kunden werden so angelockt, alte bleiben bei der Stange und sie alle kaufen mehr Produkte ein und spülen so mehr Geld ins Unternehmen, nur eben auch aus anderen Bereichen als nur Streaming.

Mit „Der Herr der Ringe“ steht viel auf dem Spiel

Im Hintergrund wägt man bei Amazon Produktions- und Marketingkosten mit potenziellen neuen Kundinnen und Kunden ab. Kleine Filme und Serien müssen entsprechend weniger Leute hinzugewinnen, aber bei einem Titel wie „Der Herr der Ringe“ steht entsprechend mehr auf dem Spiel. Zumindest in dieser Größenordnung muss sich der Erfolg idealerweise einstellen.

Es bleibt abzuwarten, ob sich die enorme Investition für Amazon langfristig auszahlen wird. Die „Herr der Ringe“-Serie ist derweil nicht ohne kritische Stimmen, worunter auch die ein oder andere prominente gehört: Tatsächlich hat sich jüngst Elon Musk zur Amazon-Serie geäußert.

Quelle: Tagesspiegel

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