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TV-Programm heute: RTL mit unerwarteter Änderung – der Anlass ist traurig

Neue Recherchen veranlassen den Sender dazu, das TV-Programm in der heutigen Nacht zum Donnerstag zu ändern. Es wird ein „RTL Nachtjournal Spezial“ geben.

Mikrofon mit RTL-Logo
© imago images / Noah Wedel

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In einer Pressemitteilung am Dienstag kündigte RTL das Spezial für heute Nacht im TV-Programm an. Hintergrund sind demnach neue Erkenntnisse über die Verfolgung der LGBTIQ+ Community (Lesbian, Gay, Bisexual, Trans, Intersex, Queer und weitere Geschlechtsidentitäten) in Katar. Unter dem Titel „Rote Karte statt Regenbogen – Queere Katarer leiden weiter“ strahlt der Sender seine Sonderprogrammierung am 8. Juni um 00:25 Uhr aus.

TV-Programm: Reporter decken weitere Menschenrechtsverletzungen auf

Es ist bereits der dritte Teil der Reihe, den der Sender im Rahmen seines TV-Programm ausstrahlen wird. Zuletzt berichteten die RTL/ntv-Reporter Jonas Gerdes und Timo Latsch im Vorfeld der Fußball-Weltmeisterschaft 2022 über das Ausmaß der Menschenrechtsverletzungen, denen die LGBTIQ+* Gemeinschaft in Katar täglich ausgesetzt ist, heißt es im offiziellen Statement.

Ein erneuter Blick nach Katar hat gezeigt, dass sich die dortigen Bedingungen für die Betroffenen weiter verschlechtert haben. Zunehmende Verfolgung, staatliche Überwachung und Konversionstherapien seien an der Tagesordnung. Seit März 2023 gehe beispielsweise die Abteilung für präventive Sicherheit des Innenministeriums von Katar wieder verstärkt gegen homosexuelle Bürgerinnen und Bürger vor.

„Noch konservativer und strenger“ ist es geworden, erzählen Betroffene wie die Transfrau Faisal. So gibt es den RTL-Recherchen zufolge seit Jahren geheime Konversionstherapie-Zentren. Dort werden LGBTIQ+ Menschen gegen ihren Willen festgehalten, um sie dazu „umzuerziehen“, heterosexuell zu werden.

Das steckt hinter dem TV-Programm

Mit dem geplanten „RTL Nachtjournal Spezial“ soll nicht nur auf die schlimmen Zustände in Katar aufmerksam gemacht werden. Wie Timo Latsch, Co-Autor der Reportage, erklärt:

„Medien wird ja häufig vorgeworfen, dass sie immer nur zu einem bestimmten Moment Themen besetzen und danach, wenn sich das Scheinwerferlicht auf etwas anderes richtet, alles vergessen. Genau das wollten wir nicht tun. Wir wollten schauen, wie es den LGBTIQ+-Menschen in Katar rund ein halbes Jahr nach der Weltmeisterschaft geht.“

Timo Latsch, stellv. Ressortleiter Sport bei RTL NEWS und Co-Autor der Reportage

RTL/ntv-Reporter Jonas Gerdes, der der Autor des Formates ist, sieht zudem die Notwendigkeit, auch auf deutscher Seite auf die Zustände in Katar zu reagieren:

„Das Regime in Katar hat jetzt nach der WM nicht mehr die Notwendigkeit, den Schein einer sich öffnenden Gesellschaft zu wahren. Die staatliche Überwachung, die Misshandlungen und die Beweise für Konversionstherapien sollten auch von der deutschen Politik breiter diskutiert werden.“

Jonas Gerdes, RTL/ntv-Reporter und Autor der Reportage

Eine Stellungnahme zum kommenden TV-Programm und den Recherchen dahinter lehnten das Bundesinnenministerium um Sportministerin Nancy Faeser sowie das Bundeskanzleramt laut RTL jedoch bislang ab.

Quellen: RTL

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