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„Stoppt nicht die Revolution“: Anonymous heizt Proteste an

Zahlreiche Instanzen der iranischen Regierung werden derzeit von Cyberangriffen heimgesucht. Hinter ihnen steckt das lose Kollektiv Anonymous.

Guy Fawkes-Maske
Anonymous ist auch im Iran aktiv. © Getty Images/artpartner-images

Die Aktivitäten der Bewegung Anonymous beschränken sich längst nicht auf die Sabotage Russlands im Ukraine-Krieg. So unterstützen die Hackerinnen und Hacker des Kollektivs mitunter die Proteste im Iran. Sie attackierten zuletzt die Datenbanken des iranischen Parlaments sowie des Obersten Rechnungshofs und halten die Demonstrierenden dazu an, weiterzumachen.

Anonymous unterstützt „Revolution“ im Iran

Infolge der jüngsten Angriffe veröffentlichten Mitglieder die Telefonnummern und andere persönliche Daten der iranischen Abgeordneten. Zuvor hatten sie im Rahmen der Operation Iran die Zentralbank des Landes attackiert und deren Webseite überlastet.

Seit dem gewaltsamen Tod der 22-jährigen Mahsa Amini wüten die Ausschreitungen bereits. „Unsere Unterstützung für die iranischen Proteste wird fortgesetzt“, erklärte Anonymous in einer Videobotschaft am Sonntag. „Wie ihr alle wisst, versucht die Regierung alles, um euch zu stoppen. Gebt nicht auf. Verlasst nicht die Straßen. Stoppt nicht die Revolution.“

Das Parlament des Landes unterstütze den Diktator, obwohl es hinter seinem Volk stehen sollte, so der Vorwurf. „Deshalb geben wir die persönlichen Daten aller Abgeordneten frei.“

Parlament gespalten

Einen Tag zuvor schon hatten Mitglieder der Bewegung die Webseite des arabischen Nachrichtensenders Al-Alam in die Knie gezwungen. Der Sender untersteht dem staatlichen Medienunternehmen Islamic Republic of Iran Broadcasting (IRIB). Auch die Seite des Obersten Führers Ali Khamenei war vorübergehend nicht erreichbar.

„Die jüngsten Randalen sind von den Feinden des Irans organisiert worden“, zitiert die Tagesschau die Abgeordnete Sohreh Saadat-Ladschewardi. Sie fordere, dass man konsequent gegen die Demonstrierenden durchgreife. Doch findet sich innerhalb des Parlaments auch Gegenwind.

„Solange wir uns nicht sachlich mit den aktuellen Themen befassen, wird im Land auch nichts funktionieren“, sagte etwa Dschalah Raschidi Kutschi, Mitglied des innenpolitischen Ausschusses. Abzuwarten bleibt, ob den Stimmen der Proteste tatsächlich Gehör geschenkt werden wird.

Quelle: YouTube/YourAnonSpider; Tagesschau

Seit dem 24. Februar 2022 herrscht Krieg in der Ukraine. Hier kannst du den Betroffenen helfen.

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