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Russland: Ist Elon Musk dem Kreml zu nah? USA prüfen mögliches Risiko

Elon Musk soll sich der Prüfung von Regierungs- und Geheimdienstbeamten der USA unterziehen. Was aber wirft man ihm vor?

Elon Musk vor dem Kreml
Der Ukraine-Krieg ruft auch Elon Musk auf den Plan. © Julia Shepeleva - stock.adobe.com/Getty Images/Theo Wargo/WireImage [M]

Im Laufe der vergangenen Wochen ist der weltbekannte Unternehmer Elon Musk gleich mehrmals negativ aufgefallen. Vor allem via Twitter tätigte er Aussagen zum russo-ukrainischen Konflikt, die ihn für viele in ein kritisches Licht rückten – offenbar auch für die US-Regierung. Sie zeigt sich besorgt und will Musk nun einer Sicherheitsprüfung unterziehen.

Elon Musk und der Kreml – ein Risiko für die USA?

Zuletzt hatte der SpaceX-Chef damit gedroht, den Satellitendienst Starlink für die Ukraine einzustellen. Grund dafür waren mitunter ungehaltene Reaktionen des ukrainischen Botschafters in Deutschland auf einen „Friedensplan“ des Unternehmers. Seine Vorschläge fielen fast ausschließlich zugunsten Russlands aus, was Regierungsbehörden der USA besorgt zu stimmen scheint.

Einem Bericht der Nachrichtenagentur Bloomberg zufolge untersuchen Regierungs- und Geheimdienstbeamte nun, ob und wie sie Elon Musk und dessen Aktivitäten überprüfen könnten. Demnach werde sogar erwogen einen Ausschuss damit zu beauftragen, sich mit potenziellen Risiken seines Verhaltens auf die nationale Sicherheit der Vereinigten Staaten zu befassen.

Konkret handele es sich dabei um das Committee on Foreign Investment in the United States (CFIUS). Der ressortübergreifende Ausschuss der US-Regierung dient der Kontrolle ausländischer Investitionen. Ein solches Verfahren könne man dadurch rechtfertigen, dass sich Musk bei der Übernahme Twitters auf Prinz Alwaleed bin Talal aus Saudi-Arabien, Binance Holdings aus China und den Staatsfonds von Katar stützt.

Alles nur ein Schauspiel?

Bis Freitag, den 28. Oktober, will Elon Musk den Kauf des Kurznachrichtendienstes abschließen. Rund 44 Milliarden US-Dollar wird dieser ihn kosten. Allerdings herrschen derzeit Zweifel darüber, ob es tatsächlich dazu kommen wird. Mittlerweile kursieren sogar Spekulationen darüber, dass Musk sein Verhalten gegenüber Russland und der Ukraine lediglich inszenieren könnte, um die US-Regierung zu Schritten gegen den Kauf zu provozieren.

Immerhin hatte der Unternehmer Anfang Juli selbst versucht, die Übernahme abzublasen. Twitter verklagte ihn daraufhin und erhielt recht. Eine Pflichtmitteilung der Börsenaufsichtsbehörde nahm Musk am 3. Oktober in die Pflicht. Es bleibt abzuwarten, ob das CFIUS etwas daran ändern wird.

Quelle: Bloomberg

Seit dem 24. Februar 2022 herrscht Krieg in der Ukraine. Hier kannst du den Betroffenen helfen.

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