Die Verzinkung anfälliger Bauteile und Abdichtung risikobehafteter Lücken hat dem Rost eigentlich schon vor Jahren den Garaus gemacht. Der Käfer oder die Ente mit durchgerosteter Karosserie ist heute daher kein gängiges Problem mehr – sollte man meinen. Tatsächlich scheint es als träten mit der Zukunft der Mobilität, den Elektroautos, auch alte Mängel wieder auf den Plan.

Elektroautos mit Rostproblemen

Vor allem im Model 3 der Marke Tesla scheinen Zukunft und Vergangenheit aufeinanderzutreffen. Grund dafür ist mitunter der Leichtbau mit verstärktem Einsatz von Aluminium und Magnesium. Gedacht ist er eigentlich dazu, die teils im Vergleich schwächeren Elektromotoren effizienter zu nutzen. Allerdings führt er auch zu einer erhöhten Rostgefahr bei den sonst so durchdachten Elektroautos.

Die leichteren Bausubstanzen würden bezüglich Korrosion eine Herausforderung darstellen, erklärt etwa Marco Oehler gegenüber auto motor und sport. Er ist Technischer Leiter der Gesellschaft für Technische Überwachung (GTÜ).

„Wenn ungünstige Materialpaarungen an versteckten Stellen, die schlechter vor Korrosion geschützt werden können, aufeinandertreffen, im täglichen Einsatz Feuchtigkeit eindringt und somit als Elektrolyt fungiert, entstehen Korrosionsstellen im Inneren, die erst später von außen sichtbar werden.“

Marco Oehler

Extrembeispiel Model 3

Das Team des Branchenmagazins unterzog Teslas Kassenschlager dem Test. Der Rostexperte Ralf Rößler nahm dabei ein Model 3 mit gerade mal 300 Kilometern Laufleistung genauer unter die Lupe. Erste Roststellen ließen sich bereits entdecken. Doch stellte Rößler noch weitere Mängel fest. So sei der Rahmen des Elektroautos lediglich oberflächlich lackiert, während die A-Säule komplett mit Bauschaum ausgefüllt sei.

„Der wird sich mit Wasser vollsaugen. In sechs Monaten ist der braun, in sechs Jahren ein totaler Rostfall. Der ganze vordere Träger rostet als Erstes, weil das Wasser nirgendwohin abfließen kann.“

Ralf Rößler

Kommt es bei stärkerem Befall zu einem Unfall, kann das ernste Folgen haben. „Rost hat Auswirkungen auf die Crash-Sicherheit eines Autos. Insbesondere dann, wenn tragende Strukturen angegriffen sind“, bestätigt auch der ADAC-Experte Maximilian Bauer. Das betreffe vor allem Schweller, „die häufig am ehesten rosten und bei der Steifigkeit von Fahrgastzellen eine sehr große Rolle spielen“. Mit dem Ultimatum des Kraftfahrt-Bundesamtes (KBA) für Tesla steht das Unternehmen in Deutschland derzeit vor ganz anderen Problemen.

Quelle: auto motor und sport

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