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Laptop: Darum solltest du nie die Kamera abdecken

Viele möchten die kleine Linse am Rechner abdecken, um sich unbeobachtet zu fühlen. Dabei ist allerdings mit einem unerwarteten Begleitumstand zu rechnen.

Integrierte Laptop-Kamera in der Nahaufnahme
Die Laptop-Kamera abzudecken, ist nicht uneingeschränkt zu empfehlen. © Radila - stock.adobe.com

Es gibt Geräte, die besonders empfindlich sind oder deren Bauweise Schwierigkeiten bereiten kann. Das gilt beispielsweise für Apple-Laptops. Dort die Kamera abzudecken, soll laut Hersteller Folgen haben können. Ähnlich ist es aber auch bei anderen Marken denkbar, weshalb die Warnung des Apfel-Konzern auch von Nicht-Fans beachtet werden sollte.

Laptop-Kamera abdecken? Apple warnt offen davor

Apples Anmerkung bezieht sich explizit auf die hauseigenen Modelle MacBook, MacBook Air und MacBook Pro. Die Laptop-Kamera abzudecken, soll bei diesen Geräten mindestens zu Schäden am Display führen können. Dabei geht es natürlich nicht um das einfache Abkleben der Linse mit Papier, sondern das Bedecken mit zum Beispiel aus Kunststoff gefertigten, dickeren Hilfsmitteln.

Erklärt ist dies sehr schnell, wie Apple zeigt: „Schließt du dein Mac-Notebook mit einer angebrachten Kamera-Abdeckung, kannst du dein Display schädigen, weil die Lücke zwischen Bildschirm und Keyboard mit sehr enger Toleranz entworfen wurde.“ Im spezifischen Fall von Apple können demnach noch andere Schwierigkeiten dazukommen, wird eine Laptop-Kamera abgedeckt:

  • Beeinträchtigung des Umgebungslichtsensors
  • Gestörte automatische Helligkeitsanpassung
  • Behinderung des dynamischen Weißabgleichs des Displays

Fachleute sehen keine Notwendigkeit

Wie die Huffpost berichtet, sehen auch Sicherheitsexpert*innen keine Dringlichkeit darin, die Laptop-Kamera abzudecken. Abgesehen davon, sich vor einer aus Versehen aktivierten Webcam zu schützen, müsste man sich zumindest keine Sorgen machen, von Dritten ausspioniert zu werden.

„Ich verstehe Paranoia. Niemand fühlt sich gern verletzlich. Aber wenn sie präventive Maßnahmen treffen, sind die Chancen, von jemandem gehackt oder von jemandem durch die Webcam beobachtet zu werden, gering bis nicht vorhanden.

Wenn es eine Sicherheitslücke gibt, geht diese nicht davon weg, die Kamera abzudecken. Diese Person wird sie trotzdem vom anderen Ende aus beobachten.“

Nizel Adams, Nizel Corp

Achtung vor den 5 häufigsten Laptop-Schäden

Wer sich an dieser Front sicher fühlt, kann beim eigenen Gerät aber noch in andere Fallen tappen. So gibt es einige Gefahrenquellen, die laut Expert*innen zu den folgenden und am häufigsten auftretenden Beschädigungen führen können.

  • Displayschaden (zum Beispiel durch Stürze oder eine falsche Kameraabdeckung)
  • Wasserschaden (zum Beispiel durch umgekippte Gläser)
  • Verschmutzungen (in Buchsen, der Tastatur etc.)
  • Defektes Netzteil (zum Beispiel durch falsches Einstöpseln oder Kabelbrüche)
  • Bruchschäden am Bildschirmscharnier (zum Beispiel durch falsche Handhabung oder Verschleiß)

Diese Alternativen hast du

Fühlst du dich trotz möglicher Schäden dennoch besser, wenn du die Laptop-Kamera abdecken kannst, bleiben dir Aufkleber. Diese sind dünn genug, um das Display nicht zu beeinträchtigen. Ist dir eine Abdeckung dagegen weniger wichtig, kannst du dich am Indikatorlicht orientieren, dass immer dann aufleuchtet, wenn deine Laptop-Kamera aktiviert ist.

Verzichtest du lieber auf deine eingebaute Kamera, kannst du auch eine separate Webcam installieren. Ansonsten ist ab und zu Vorsicht geboten. Vor wenigen Jahren erlaubte eine MacBook-App Spionage durch die Laptop-Kamera.

Quellen: Apple Support, Huffpost, hepster.com

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