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Zu wenige Elektroautos: Deutschland verpasst gerade die Mobilitätswende

Es sollen immer mehr Elektroautos auf deutschen Straßen fahren. Aber bei der aktuellen Wachstumsrate wird man die selbstgesteckten Ziele weit verfehlen.

Ein Elektroauto wird aufgeladen.
© Vittaya_25 - stock.adobe.com

Elektroautos für unter 18-Jährige // IMTEST

Noch keine 18 Jahre alt aber Lust auf Mobilität? Mit diesen kleinen Elektroautos ist das möglich.

Es ist politisch beschlossen worden, dass in den nächsten Jahren die Zahl an zugelassenen Elektroautos stark steigen soll. Tatsächlich sind immer mehr Stromer auf deutschen Straßen zu sehen und auch die Ladeinfrastruktur wird besser. Doch gemessen an den hohen Zielen geht es einfach nicht schnell genug voran.

Elektroautos: Tempo 30 statt Vollgas bei Zulassungen

Bekanntermaßen hat die Bundesregierung das sportliche Ziel ausgerufen, dass bis 2030 15 Millionen Elektroautos zugelassen sein sollen. Allerdings hat man erst vor Kurzem überhaupt die erste Million geknackt – und in diesem Tempo wird man das Vorhaben meilenweit verfehlen, wie unter anderem das ZDF unter Berufung auf die dpa berichtet.

Insgesamt sollen aktuell etwa 1,2 Millionen E-Autos auf deutschen Straßen fahren, was bei insgesamt 49 Millionen Autos einem Anteil von 2,4 Prozent entspricht. Bei gleichbleibender Wachstumsrate könnten 2023 nur etwa 450.000 neue hinzukommen – dabei wären aber etwa 750.000 notwendig, um die Schlagzahl dahingehend zu bringen, damit man 2030 gut dasteht. Tatsächlich sieht es eher danach aus, als würde man in sieben Jahren bei lediglich sieben bis acht Millionen zugelassenen Stromern landen.

Auch interessant: Wer bereits mit einem Stromer unterwegs ist, dürfte sicher noch über die Verteilung an Ladepunkten stöhnen. In diesen sieben Orten ist der Ladefrust für Elektroautos aber am geringsten.

Mögliche Ursachen für schwächelnde Zulassungszahlen

Die Gründe für die stagnierenden Zulassungszahlen können vielfältiger Natur sein. Wie der Branchenexperte Ferdinand Dudenhöffer zitiert wird, soll vor allem die verwirrende Subventionspolitik dafür verantwortlich sein. Die finanziellen Zuschüsse beim Kauf eines Elektroautos werden nämlich für Privatpersonen ab Januar 2024 von 4.500 Euro auf nur noch 3.000 Euro gesenkt und auch die Umweltprämie wird bis 2025 verschwinden. Schon ab dem 1. September erhalten Betriebe gar keine Hilfen mehr.

Letzteres ist aber ein womöglich folgenschwerer Einschnitt in den Markt. Denn einer neuen Studie zufolge setzen Unternehmen sehr viel stärker auf Stromer als Privatleute, wie das Handelsblatt unter Berufung auf die dpa schreibt. Durch den Wegfall der Unterstützungen könnten diese aus Kostengründen eventuell doch eher zu Verbrennern greifen. Zudem monierte man in der Vergangenheit noch große Angebotslücken bei E-Autos für Firmen.

Die Forderung des Verbands der Internationalen Kraftfahrzeughersteller (VDIK) ist deshalb eindeutig: Die Subventionen für Elektroautos müssten verlängert werden. Denn eine Steigerung der Zulassung zeichnet sich noch nicht ab.

Quellen: dpa (via ZDF und Handelsblatt)

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